Trading nebenberuflich lernen: Wie Christian Hoffmann mit Vollzeitjob & Familie profitabel wurde

Hand aufs Herz: Wenn du an Trading denkst, was hast du für ein Bild im Kopf? Wahrscheinlich junge Typen in Dubai, die mit geliehenen Sportwagen protzen und dir versprechen, dass du in zwei Wochen deinen Job kündigen kannst. Oder du denkst an das genaue Gegenteil: Zocker, die im dunklen Kämmerlein ihr gesamtes Erspartes verzocken.

Die Realität sieht oft anders aus – und sie ist viel spannender.

In der neuen Folge von Investier oder Verlier spricht Lukas mit einem Mann, der so gar nicht in diese Klischees passt: Christian Hoffmann (aka Hoffi). Er ist kein „Komm in die Gruppe“-Guru, sondern ein ganz normaler Familienvater. Er arbeitet Vollzeit als IT-Berater, hat drei Kinder, geht gerne zum Sport – und tradet trotzdem profitabel an den Märkten.

Christian ist der lebende Beweis dafür, dass Trading nebenberuflich funktionieren kann, wenn man die richtige Strategie und vor allem das richtige Mindset mitbringt. Aber er redet auch Klartext: Sein Weg war kein Spaziergang. Es hat Jahre gedauert, bis aus roten Zahlen grüne Gewinne wurden.

In diesem Artikel erfährst du, wie Christian seinen stressigen Alltag zwischen Job, Kids und Charts organisiert, warum er Trading Psychologie für wichtiger hält als jede Chartanalyse und warum er sich selbst einmal die „Pistole auf die Brust“ setzen musste, um endlich erfolgreich zu werden.

Laptop mit Trading-Charts und Kaffeetasse auf einem Schreibtisch im Homeoffice, symbolisiert Trading nebenberuflich vor der Arbeit.

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Kein Schnell-Reich-System: Christian hat 3 Jahre gebraucht, um konstant profitabel zu werden. Trading ist eine Ausbildung, kein Glücksspiel.
  • Zeitmanagement ist alles: Mit Vollzeitjob und Familie nutzt Christian die frühen Morgenstunden (ab 6:30 Uhr) und Limit Orders, um nicht den ganzen Tag vor dem Bildschirm kleben zu müssen.
  • Der Strategie-Mix: Er trennt strikt zwischen langfristigem Investieren (Aktien, ETFs, Krypto-Bluechips) und aktivem Trading (Forex, spekulative Coins).

Mindset over Matter: Der größte Feind des Traders ist nicht der Markt, sondern die eigene Emotion. Wer Verluste „zurückgewinnen“ will wie im Casino, hat schon verloren.

 

Vom IT-Berater zum Trader: Christians Weg an die Börse

Viele denken, man muss BWL studiert haben oder ein Mathe-Genie sein, um an der Börse Geld zu verdienen. Christian beweist das Gegenteil. Sein Background? Ganz klassisch: IT-Berater.

Bis vor ein paar Jahren hatte er mit Finanzen so viel am Hut wie ein Veganer mit der Metzgerei. Er hatte die typischen deutschen „Sicherheitsnetze“ – Bausparvertrag, Berufsunfähigkeitsversicherung – aber keine Ahnung von den Märkten.

Der Wendepunkt kam, wie so oft heute, über Social Media. Er wurde auf das Thema Trading aufmerksam gemacht. Seine erste Reaktion war genau die, die du jetzt vielleicht auch hast: „Klingt ja nett, aber wann soll ich das machen? Ich habe einen Vollzeitjob, zwei Hobbys und Familie.“

Doch statt die Tür zuzuschlagen, stellte er sich eine Frage, die alles veränderte: „Was, wenn es doch funktioniert?“ Dieser Gedanke ließ ihn nicht mehr los. Er wollte es nicht irgendwann bereuen, es nicht wenigstens versucht zu haben.

 

Ist Trading neben dem Beruf möglich? Christians Zeitmanagement

Die häufigste Ausrede, warum Menschen nicht mit dem Trading lernen anfangen, ist der Zeitmangel. Christian lässt das nicht gelten. Sein Credo: „Man hat keine Zeit, man nimmt sich die Zeit.“

Als dreifacher Familienvater und Vollzeit-Angestellter (wenn auch mit flexiblen Homeoffice-Zeiten) musste er eine Routine entwickeln, die funktioniert, ohne dass das Familienleben leidet.

 

Die Morgenroutine: Analyse vor dem ersten Meeting

Während andere im Homeoffice um 8:25 Uhr aus dem Bett rollen, klingelt bei Christian der Wecker zwischen 6:30 und 7:00 Uhr. Nach dem Frühstück setzt er sich für eine Stunde an die Charts.

In dieser Zeit passiert die eigentliche Arbeit:

  • Er analysiert die Märkte (vor allem Forex).
  • Er prüft, was sich über Nacht verändert hat.
  • Er plant seine Einstiege für den Tag.

Erst danach startet sein eigentlicher Job als IT-Consultant. Mittags und abends wirft er nochmal kurze Blicke (15–30 Minuten) auf die Entwicklung. Das war’s. Kein stundenlanges Starren auf flackernde Bildschirme.

 

Limit Orders statt 24/7 vor dem Bildschirm

Wie geht das? Das Zauberwort für alle, die Trading neben dem Beruf betreiben wollen, heißt: Limit Order.

Statt live darauf zu warten, dass ein Kurs eine bestimmte Marke erreicht, programmiert Christian seinen Trade vor. Er sagt dem System quasi: „Wenn der Euro-Kurs diesen Punkt erreicht, kauf mich ein.“

Das nimmt Stress raus. Du musst nicht permanent am Handy hängen. Du machst deine Hausaufgaben (die Analyse), setzt deine Fallen (die Orders) und lässt den Markt zu dir kommen. Wenn der Markt dein Szenario nicht spielt? Dann passiert nichts – und du hast auch kein Geld verloren.

 

Die harte Realität: Wie lange dauert es, profitabel zu traden?

Lass uns Tacheles reden. Wenn dir jemand erzählt, du machst nach einem Wochenend-Seminar 5.000 Euro im Monat, dann lügt er. Christian ist hier brutal ehrlich: Er hat drei Jahre gebraucht, um konstant profitabel zu werden.

 

3 Jahre Lernphase und der „Pistole auf die Brust“-Moment

Drei Jahre lang hat er gelernt, analysiert – und Geld verloren oder bestenfalls nichts gewonnen. Er war an einem Punkt, an dem er theoretisch alles wusste (Expert-Level in seiner Ausbildung), aber die PS nicht auf die Straße brachte. Er stand sich selbst im Weg.

Im Sommer 2023 zog er die Reißleine. Er setzte sich selbst ein Ultimatum: „Christian, du investierst so viel Zeit. Wenn du es bis Ende des Jahres nicht schaffst, profitabel zu sein, hörst du auf.“

Er stockte sein Konto noch einmal auf – quasi als letzte Chance. Dieser Druck, kombiniert mit der Ehrlichkeit zu sich selbst, brachte den Durchbruch. Seit Dezember 2023 schreibt er regelmäßig grüne Zahlen.

 

Warum 90% der Anfänger scheitern (und wie du durchhältst)

Die Statistik ist hart: Schätzungsweise 90 % aller Trader scheitern und geben auf. Warum?

  1. Falsche Erwartungen: Sie wollen das schnelle Reichtum und sind frustriert, wenn es Arbeit bedeutet.
  2. Mangelnde Ausdauer: Sie geben auf, wenn die ersten Verluste kommen.
  3. Keine Community: Christian sagt ganz klar: Ohne sein Umfeld, ohne Mentoren und Gleichgesinnte hätte er hingeschmissen. Wenn du siehst, dass andere es schaffen, weißt du, dass es möglich ist – und dass es nur an dir liegt, wenn es (noch) nicht klappt.

 

Strategie-Deep-Dive: Forex, Krypto & langfristiges Investieren

Ein häufiger Fehler von Einsteigern: Sie werfen alles in einen Topf. Christian trennt seine Finanzen jedoch strikt. Er ist nicht nur Trader, er ist auch Investor. Sein Ansatz ist ein Hybrid-Modell, das Risiko und Sicherheit ausbalanciert.


Nahaufnahme einer Hand, die mit einem Stift eine technische Chartanalyse auf einem ausgedruckten Börsen-Chart durchführt; Symbolbild für fundierte Trading-Strategien.

Das Portfolio: Blue Chips vs. Zocker-Coins

Christian setzt nicht alles auf eine Karte. Seine Aufteilung sieht grob so aus:

  • Langfristiges Investieren (ca. 20 %): Hier liegen Aktien und ETFs. Das ist sein „Ruhekissen“. Er setzt auf solide Unternehmen (wie Apple oder Amazon), von deren Geschäftsmodell er fundamental überzeugt ist. (Tipp: Wenn du noch ganz am Anfang stehst, lies hier unseren Guide: [Was sind Aktien? Einfach erklärt])
  • Aktives Trading (ca. 30–40 %): Sein Hauptspielfeld ist der Forex-Markt (Währungen, z.B. Euro gegen US-Dollar). Hier nutzt er die Schwankungen für kurzfristige Gewinne.
  • Krypto (der größte Teil): Überraschenderweise steckt ein Großteil seines Kapitals in Krypto. Aber Vorsicht: Er unterscheidet hier scharf zwischen „Blue Chips“ (Bitcoin, Ethereum, Solana, XRP) und spekulativen „Meme-Coins“.

Während er bei Bitcoin & Co. eher auf „Buy and Hold“ (Kaufen und Liegenlassen) setzt – auch aus steuerlichen Gründen nach einem Jahr Haltedauer –, nutzt er für kleinere, spekulative Coins nur Spielgeld. „Man kann sich da super schnell die Finger verbrennen“, warnt er. Ein Tweet von Elon Musk, und dein Portfolio explodiert – oder implodiert.

 

Fundamentalanalyse vs. Chartanalyse: Der Mix macht’s

Wie entscheidet er, wann er kauft? Er nutzt eine Kombination aus zwei Welten:

  1. Fundamentalanalyse: Er schaut sich das „Big Picture“ an. Gibt es Wirtschaftsnachrichten? Entlassungswellen bei Tech-Giganten? Ermittlungen gegen Firmen? Das gibt die grobe Richtung vor.
  2. Chartanalyse (Technische Analyse): Das ist sein Handwerkszeug für das Timing. Er nutzt ein Ampelsystem (das NXT-System), das ihm genau sagt: „Wenn der Chart dieses Muster zeigt, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Anstieg hoch.“

Er verlässt sich nicht auf Bauchgefühl, sondern auf ein Regelwerk. Und genau das fehlt den meisten Verlierern an der Börse.

Trading Psychologie: Warum dein Mindset über Gewinn oder Verlust entscheidet

Jetzt kommen wir zum wichtigsten Punkt des gesamten Interviews. Du kannst die beste Strategie der Welt haben – wenn dein Kopf nicht mitspielt, wirst du Geld verlieren.

Christian zitiert gerne den Satz: „Trading ist die einfachste Möglichkeit Geld zu verlieren.” Oder noch härter: „Die einfachste Art, Geld zu verlieren, wenn du nicht weißt, was du tust.“


Eine Waage im Gleichgewicht, auf der einen Seite Goldmünzen, auf der anderen eine leuchtende Glühbirne; symbolisiert die Wichtigkeit von Mindset und Psychologie für den finanziellen Erfolg.

 

Emotionen kontrollieren: Das Casino-Beispiel

Stell dir vor, du bist im Casino. Du setzt 5 Euro auf Rot und verlierst. Was machen die meisten? Sie setzen 10 Euro, um den Verlust „schnell wieder reinzuholen“. Im Trading ist das der sichere Tod.
„Du wirst deine Emotionen nie zu 100 % ausschalten können“, sagt Christian. Aber du musst lernen, nicht nach ihnen zu handeln.

(Übrigens: Auch Susanne Bürger betont im Interview, wie wichtig das Mindset für den Vermögensaufbau ist. Hier geht’s zum Artikel)

Im Trading ist das der sichere Tod. Wer versucht, gegen den Markt zu kämpfen oder Rache-Trades zu machen, wird vom Markt gefressen.
„Du wirst deine Emotionen nie zu 100 % abschalten können, sonst wärst du ein Roboter“, sagt Christian. Aber du musst lernen, sie zu erkennen und nicht nach ihnen zu handeln.

 

Ehrlichkeit zu sich selbst als Schlüssel zum Erfolg

Erfolg im Trading ist pure Persönlichkeitsentwicklung. Du musst brutal ehrlich zu dir selbst sein.

  • Warum hast du den Trade wirklich gemacht? Weil das Setup gut war – oder weil du Langeweile hattest?
  • Warum hast du den Stop-Loss verschoben? Weil sich die Fakten geändert haben – oder weil du nicht wahrhaben wolltest, dass du falsch lagst?

Wer sich hier selbst belügt, belügt sein Konto. Christian hat gelernt: Nur wer seine eigenen Schwächen kennt und akzeptiert, kann an der Börse bestehen.

 

Community & Tools: Warum du nicht alleine traden solltest

Einer der größten Fehler, den Anfänger machen: Sie versuchen, das Rad neu zu erfinden. Christian sagt ganz offen, dass er ohne seine Trading Community wahrscheinlich schon nach wenigen Monaten aufgegeben hätte.

Warum ist das so wichtig?

  • Austausch: Wenn du siehst, dass erfahrene Trader einen Trade nicht machen, den du machen wolltest, lernst du extrem viel.
  • Motivation: In Phasen, in denen es bei dir schlecht läuft, siehst du bei anderen, dass das System prinzipiell funktioniert. Das hält dich im Spiel.

 

Automatisierung: Fluch oder Segen?

Ein spannendes Thema im Interview war die Nutzung von Trading Bots. Viele sind hier skeptisch – zu Recht, denn es gibt viele Betrüger („Schick mir dein Geld, mein Bot verdoppelt es“).

Christian nutzt keinen klassischen Trading Bot sondern eine KI-Automatisierung, aber nach einer strikten Regel: Er behält seiner Aussage nach die Kontrolle. Er stellt die Parameter ein (Risiko, Strategie). Die Automatisierung führt nur aus. Das ist ein Werkzeug, kein Wundermittel. Wer sein Hirn an der Garderobe abgibt und hofft, dass eine KI ihn reich macht, wird enttäuscht werden.

 

Fazit: Christians Appell an alle Einsteiger

Christians Geschichte vom IT-Berater zum profitablen Trader ist inspirierend, aber sie ist keine Disney-Story. Sie zeigt, dass Erfolg an der Börse einen Preis hat: Disziplin, Geduld und die Bereitschaft, an sich selbst zu arbeiten.

Seine wichtigste Botschaft an dich:
„Beschäftigt euch mit euren Finanzen. Nehmt das Thema selbst in die Hand. Alles ist besser, als nichts zu machen und das Geld auf dem Girokonto versauern zu lassen.“

Du musst nicht morgen deinen Job kündigen. Du musst nicht sofort Tausende Euro investieren. Aber du solltest anfangen, dich zu bilden. Ob du am Ende Trader wirst oder „nur“ ein besserer Investor – der Weg lohnt sich.

Willst du mehr von Christian hören und tief in seine Strategien eintauchen? Dann hör dir jetzt die komplette Podcast-Folge an!

Häufige Fragen

Theoretisch kannst du mit 500 Euro starten. Christian gibt aber zu bedenken: Wenn du 5 % Rendite auf 500 Euro machst, sind das 25 Euro. Davon kannst du nicht leben. Um das Handwerk zu lernen, reichen kleine Summen. Um davon zu leben, brauchst du später deutlich mehr Kapital (oder Fremdkapital-Konten).

Nein, wenn man es richtig macht. Glücksspiel basiert auf Zufall. Professionelles Trading basiert auf Wahrscheinlichkeiten und Risikomanagement. Wer ohne Strategie und Regelwerk agiert, betreibt allerdings Glücksspiel – und wird verlieren.

Der Forex-Markt (Währungen) ist oft stabiler und liquider als der Krypto-Markt. Krypto ist extrem volatil – das bietet riesige Chancen, aber auch das Risiko von schnellen Totalverlusten. Viele Einsteiger starten daher oft mit Forex oder Aktien-Trading.

Es ist ein Mythos, dass man 8 Stunden vor den Charts sitzen muss. Mit einem guten Zeitmanagement (wie Christians Morgenroutine) und der Nutzung von Limit Orders reichen oft 1 bis 2 Stunden pro Tag, um nebenberuflich aktiv zu sein.

Disclaimer:

Wichtiger Hinweis:
Alle Inhalte in diesem Artikel und im Podcast dienen ausschließlich der Information und Unterhaltung. Sie stellen keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Trading (insbesondere mit Hebelprodukten) ist mit hohen Risiken verbunden und kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Vergangene Entwicklungen sind kein Indikator für die Zukunft. Handele immer eigenverantwortlich.

Andere Beiträge

Learn how we helped 100 top brands gain success