Der KI-Hype treibt die Börsen weltweit an, doch während Anleger bei Nvidia oder Tesla auf etablierte US-Giganten schauen, spielt sich in Deutschland eine deutlich riskantere Wette ab. Die Circus SE Aktie steht exemplarisch für den Versuch eines Startups, künstliche Intelligenz und Robotik aus der Theorie in den harten Alltag zu bringen – konkret in die Großküchen dieser Welt.
Der Kurs der Circus SE Aktie hat in den letzten Monaten gelitten und notiert auf einem 12-Monats-Tief. Für reine Charttechniker ein Warnsignal, für fundamentale Analysten wie Mick Knauf (Aktienlust.tv) jedoch ein klassischer Fall für die „Beate Sander Strategie“: Ein junges „Fohlen“, das man früh entdeckt, bevor es zum Rennpferd wird. Doch Vorsicht: Wir sprechen hier über ein Startup an der Börse. Wie viel Substanz steckt hinter der Vision? Wir haben die Fakten analysiert.
Mehr als nur Hype: Warum Food Robotics das „6-Euro-Problem“ löst
Die Gastronomie steht mit dem Rücken zur Wand. Personal ist kaum zu finden, und wenn, dann ist es teuer. Dazu kommen gestiegene Lebensmittelpreise. Das Ergebnis spürt jeder in der Mittagspause: Ein vernünftiges Essen unter 10 Euro ist in deutschen Großstädten kaum noch zu finden.
Genau hier setzt die Circus SE Aktie an. Es geht nicht um Spielerei, sondern um knallharte Ökonomie. Mick Knauf bringt das Problem im Interview auf den Punkt:
„Klar kann ich für 15 oder 20 Euro jeden Mittag essen gehen, aber wenn ich es für 6 Euro frisch gemacht kriege mit meinen Zutaten, da liege ich doch wesentlich besser im Markt.“

Die KI Robotik Gastronomie ist also kein Luxus-Thema, sondern eine Notwendigkeit, um Preise wieder massentauglich zu machen. Der Circus SE Kochroboter (Modell CA1) automatisiert den Kochprozess komplett. Das Ziel: Fachkräftemangel umgehen, Lebensmittelverschwendung reduzieren und Margen sichern, die mit menschlicher Handarbeit heute oft nicht mehr darstellbar sind.
Der CA1 Roboter im Realitäts-Check: Rewe, Bundeswehr & Meta
Viele Tech-Startups leiden unter dem „Powerpoint-Syndrom“: Tolle Folien, aber kein Produkt. Bei Circus SE ist das anders. Der CA1 Roboter ist bereits in der vierten Generation und operativ im Einsatz. Elena Kohl, Head of IR bei Circus, nennt im Gespräch beeindruckende Referenzen:
- Rewe Supermärkte: Autonome Versorgung im Einzelhandel.
- Bundeswehr: Einsatz in der Truppenverpflegung (Verteidigungsbereich).
- Meta (München): Verpflegung in modernen Büroumgebungen.
Das ist der entscheidende „Proof of Concept“. Wenn Organisationen wie die Bundeswehr oder Konzerne wie Meta die Technologie nutzen, hat sie das Experimentierstadium verlassen. Elena Kohl formuliert die Vision klar: „In 20 Jahren, spätestens, ist es schon ganz normal, dass Roboter überall in unserem Alltag sind.“
Für Anleger, die die Circus SE Aktie bewerten, ist das ein zentraler Punkt: Die Technologie funktioniert nicht nur im Labor, sondern löst „im Alltag echte Probleme“. Dennoch bleibt das Risiko der Umsetzung in der Breite bestehen.

Das Geschäftsmodell: Hardware-Verkauf plus Recurring Revenue
Ein Roboter, der kocht, ist technisch faszinierend. Aber wie wird daraus ein Investment-Case? Das Geschäftsmodell der Circus SE basiert auf zwei Säulen, die für Investoren potenziell attraktiv sind:
- Hardware-Verkauf (One-off): Der CA1 Roboter kostet laut Elena Kohl rund eine Viertelmillion Euro (250.000 €). Das bringt sofortigen Umsatz in die Kasse.
- Software & Service (Recurring Revenue): Viel spannender ist die zweite Komponente. Kunden zahlen eine monatliche Fee für Software, Wartung und die sogenannte „Culinary Intelligence“ (digitale Rezepturen, Qualitätskontrolle).
Dieser Recurring Revenue (wiederkehrender Umsatz) ist der heilige Gral für Tech-Investoren. Er sorgt für planbare Cashflows. Zudem vermeidet Circus SE die klassische Falle junger Hardware-Startups: Sie bauen keine eigenen Fabriken. Die Serienproduktion wurde an Celestica ausgelagert, einen börsennotierten Fertigungsriesen. Das hält die Fixkosten niedrig und ermöglicht eine schnelle Skalierung.
Mick Knauf & die „Beate Sander Strategie“: Wann wird das Fohlen zum Rennpferd?
Warum ist die Circus SE Aktie trotz dieser Story so stark gefallen? Weil der Markt das Startup-Risiko sieht. Das Unternehmen schreibt noch rote Zahlen (Verlust 2023: ca. 15 Mio. €), der Umsatz war bisher gering. Wir befinden uns im klassischen „Tal der Tränen“ zwischen Produktentwicklung und kommerziellem Durchbruch.
Börsenexperte Mick Knauf ordnet das Investment daher sehr präzise ein. Er verweist auf die Strategie der verstorbenen Börsenlegende Beate Sander:
„Du musst solche kleinen jungen Unternehmen, also Fohlen, entdecken, die dann später mal zu Rennpferden werden.“
Das bedeutet im Klartext: Die Circus SE Aktie ist kein Basis-Investment wie ein MSCI World ETF oder eine Allianz-Aktie. Es ist Venture Capital über die Börse.
- Das Risiko: Das „Fohlen“ könnte stolpern. Startups sind extrem volatil. Wenn die Skalierung scheitert oder das Geld ausgeht, droht der Totalverlust.
- Die Chance: Wenn sich die Food Robotics Technologie durchsetzt, sind Vervielfachungen des Kurses möglich, da die Bewertung aktuell noch am Anfang steht.
Knauf selbst ist investiert, betont aber auch die Wichtigkeit der WpHG-Regeln (Wertpapierhandelsgesetz) und Transparenz. Es ist eine Wette auf die Zukunft, keine Garantie.
Fazit & Prognose: Für wen ist die Circus SE Aktie geeignet?
Die Circus SE Aktie ist ein faszinierender deutscher Player in einem globalen Megatrend. Die Kombination aus KI Robotik Gastronomie, namhaften Pilotkunden und einem skalierbaren Geschäftsmodell (Hardware + SaaS) hebt das Unternehmen von vielen „Luftnummern“ ab.
Die Circus SE Aktie Prognose hängt nun an der Exekution: Gelingt es dem Startup, die Produktion mit Celestica hochzufahren und die Auftragsbücher in echte Umsätze zu verwandeln? Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der Cashflow aus den Service-Gebühren anspringt.
Für wen ist die Aktie geeignet?
- Nicht für: Sicherheitsorientierte Anleger, die stabile Dividenden suchen oder ihr Basis-Depot aufbauen. Hier hat ein Startup nichts verloren.
- Sondern für: Risikobewusste Investoren, die einen sehr kleinen Teil ihres Portfolios („Spielgeld“) in High-Risk/High-Reward-Titel stecken wollen und bereit sind, hohe Volatilität bis hin zum Totalverlustrisiko zu tragen.
Wer hier einsteigt, muss starke Nerven haben. Aber wie Mick Knauf sagt: Wer das Rennpferd im Ziel sehen will, muss oft schon auf das Fohlen setzen – mit dem Risiko, dass es nie ankommt.
FAZIT
Keine Powerpoint-Aktie: Der CA1 Roboter kocht bereits operativ bei Rewe, Meta und der Bundeswehr. Das 6-Euro-Argument: Die Technologie ermöglicht frische Mahlzeiten für 6 € statt 15 € – eine Lösung für Inflation und Fachkräftemangel. Doppelter Hebel: Umsatz kommt durch Hardware-Verkauf (~250.000 €) UND monatliche Service-Gebühren (Recurring Revenue). Risiko-Warnung: Die Circus SE Aktie ist ein Micro-Cap-Startup. Es droht hohe Volatilität. Nur für Anleger mit „Spielgeld“, die den Totalverlust verkraften können. |
Häufige Fragen
Was macht die Circus SE genau?
Die Circus SE entwickelt autonome Küchenroboter (aktuell Modell CA1). Diese nutzen KI und Robotik, um Mahlzeiten vollautomatisch und frisch zuzubereiten. Ziel ist es, den Fachkräftemangel in der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung zu lösen.
Wer sind die Kunden von Circus SE?
Laut Elena Kohl (Head of IR) sind die Roboter bereits bei namhaften Großkunden im Einsatz. Dazu zählen Rewe Supermärkte, die Bundeswehr (Verteidigungsbereich) und der Tech-Konzern Meta am Standort München.
Ist die Circus SE Aktie ein sicheres Investment?
Nein. Börsenexperte Mick Knauf bezeichnet die Circus SE Aktie als „Fohlen“. Es handelt sich um ein Startup an der Börse. Die Chancen auf Vervielfachung sind hoch, aber das Risiko eines Totalverlusts besteht ebenfalls. Es ist kein Basis-Investment für die Altersvorsorge.
Wie verdient das Unternehmen Geld?
Das Modell ist hybrid: Zum einen durch den Verkauf der Hardware (ca. 250.000 € pro Roboter), zum anderen durch monatliche Einnahmen für Software, Wartung und digitale Rezepturen (SaaS-Modell).
Disclaimer:
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die genannten Beispiele, Einschätzungen und Strategien sind allgemeiner Natur und berücksichtigen nicht deine persönliche Situation.
Investitionen in Wertpapiere, Fonds, ETFs oder andere Anlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Triff deine Entscheidungen eigenverantwortlich und informiere dich bei Bedarf zusätzlich, z. B. bei einer unabhängigen Honorarberatung oder Steuerberatung.
Die Experten
Name | Rolle | Hintergrund |
Mick Knauf | Börsenkorrespondent & Gründer Aktienlust.tv | Bekannt für seine direkte Art und den Fokus auf innovative Nebenwerte („Fohlen“). |
Elena Cole | Head of Investor Relations, Circus SE | Verantwortlich für die Kommunikation mit Aktionären und die Vermarktung der Equity Story. |
Disclaimer & Risikohinweis
Hinweis gemäß § 34b WpHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Der Verfasser oder Interviewpartner (Mick Knauf) kann Short- oder Long-Positionen in der besprochenen Circus SE Aktie halten. Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Anlageberatung dar. Investitionen in Startups und Micro-Caps unterliegen extremen Kursschwankungen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Handeln Sie stets eigenverantwortlich.
