Finfluencer: Wem du bei Krypto wirklich trauen kannst

Finfluencer im Krypto-Crossfire: Eric Heinemann (Crypto Nerds) und Julian Hötzel (Bitvavo) im Interview mit Investier oder Verlier auf dem Börsentag Köln

Veröffentlicht am 11. September 2026 · Lesedauer: 9 Minuten

Was ist ein Finfluencer?

Ein Finfluencer ist ein Influencer, der auf YouTube, Instagram, TikTok oder in Podcasts über Geld, Aktien, ETFs oder Krypto spricht. Die Inhalte sind meist kostenlos. Das Geld kommt von Provisionen, Werbung und Kooperationen mit Anbietern, deren Produkte empfohlen werden. Genau dort beginnt der Interessenkonflikt, den dieser Artikel auseinandernimmt.

Ein Fahrlehrer, der dir nach der Prüfung direkt das Auto verkauft. Mit diesem Bild haben wir Eric Heinemann, Gründer der Krypto-Bildungsplattform Crypto Nerds, und Julian Hötzel von der Krypto-Börse Bitvavo auf dem Börsentag Köln konfrontiert. Heinemann empfiehlt seiner Community Bitvavo als Handelsplatz, und beide haben erstaunlich offen erklärt, wo in dieser Partnerschaft Geld fließt.

⭐ Das Wichtigste auf einen Blick

1. Finfluencer finanzieren sich in der Regel über Provisionen von Anbietern, deren Produkte sie empfehlen. Laut einer BaFin-Umfrage aus dem Jahr 2024 ist das 37 Prozent der jungen Anleger nicht bewusst.
2. Eric Heinemann arbeitet nach eigener Aussage nur mit Partnern zusammen, die unter der EU-Krypto-Verordnung MiCA reguliert sind, und räumt ein, dass unregulierte Partner deutlich höhere Provisionen zahlen.
3. Finfluencer dürfen bilden, aber keine individuelle Anlageberatung leisten. Die BaFin stuft öffentliche Empfehlungen in sozialen Medien regelmäßig nicht als erlaubnispflichtige Anlageberatung ein, eine persönliche Empfehlung an eine konkrete Person wäre es dagegen.
4. Eine Krypto-Börse verdient am Handel. Wer kauft und hält, bringt ihr laut Heinemann „echt nichts", Vieltrader dagegen schon. Bitvavo bezeichnet Trader trotzdem nicht als Hauptkundengruppe.
5. Ob ein Coin auf einer regulierten Börse gelistet ist, sagt nichts über seine Qualität aus. Julian Hötzel hält für Privatanleger nur die zehn bis zwanzig größten Kryptowährungen für relevant.

Wer sind Eric Heinemann und Julian Hötzel?

Eric Heinemann ist gelernter Bankkaufmann und Gründer von Crypto Nerds, einer Lernplattform für Kryptowährungen mit Sitz in Lüneburg. Seit 2018 arbeitet er im Krypto-Ökosystem, unter anderem für das Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis, und ist seit 2016 Dozent bei der Industrie- und Handelskammer.

Auf Messen wie dem Börsentag steht er bewusst vor traditionellen Anlegern, die mit dem Thema noch fremdeln.

Julian Hötzel vertritt Bitvavo, eine 2018 in Amsterdam gegründete Krypto-Börse, die im Juni 2025 als einer der ersten großen europäischen Anbieter eine MiCA-Lizenz der niederländischen Finanzaufsicht AFM erhalten hat. Damit darf Bitvavo seine Dienste in der gesamten EU anbieten, auch in Deutschland.

Eric Heinemann Julian Hötzel
Rolle Gründer & Geschäftsführer Vertreter der Börse
Unternehmen Crypto Nerds (Lüneburg) Bitvavo (Amsterdam)
Hintergrund Bankkaufmann, ehemals Chainalysis, IHK-Dozent Krypto-Börse seit 2018, MiCA-lizenziert seit Juni 2025
Format Podcast, Kurse, Events Handelsplattform
Website cryptonerds.com bitvavo.com

Zwischen Crypto Nerds und Bitvavo besteht eine Partnerschaft, die beide im Gespräch offen bestätigen: Heinemann empfiehlt Bitvavo seiner Community, Bitvavo gewinnt darüber Kunden.

Wie die Vergütung aussieht, war nicht Teil des Interviews. Bitvavo ist nicht Heinemanns einziger Partner. Heinemann bezeichnet sich selbst als „Multi-Marken-Händler", der sich die aus seiner Sicht soliden Anbieter aus dem Markt heraussucht.

Warum arbeitet Heinemann nur mit regulierten Partnern?

Heinemann arbeitet nach eigener Aussage ausschließlich mit Anbietern zusammen, die die Vorgaben der MiCA-Verordnung einhalten. MiCA (Markets in Crypto-Assets Regulation) ist die EU-Verordnung, die seit dem 30. Dezember 2024 regelt, wer in Europa Krypto-Dienstleistungen anbieten darf und welche Pflichten damit verbunden sind.

Wer MiCA einhält, kommt für Heinemann als Partner infrage.

Bitvavo erfüllt diese Bedingung. Dass die Börse anfängerfreundlich sei und eine gute Gebührenstruktur habe, ist Heinemanns Einschätzung als Partner, nicht das Ergebnis eines neutralen Tests. Einen unabhängigen Vergleich von Börsen und Brokern liefert der Finanztip-Ratgeber zum Bitcoin-Kauf.

Verdienen Finfluencer mit unregulierten Anbietern mehr?

Ja, und Heinemann sagt das ohne Nachfrage. Als Hötzel beschreibt, wie sich die Hype-Influencer der frühen Jahre mit der Zeit aussortiert haben, ergänzt Heinemann, wohin viele von ihnen gegangen sind.

„Muss man ja auch fairerweise sagen, jetzt aus Transparenz, es ist so, mit unregulierten Partnern kannst du auch viel, viel mehr Geld verdienen."
— Eric Heinemann, Gründer Crypto Nerds (Quelle: Interview Börsentag Köln)

Das ist der Kern des Interessenkonflikts: Ein unregulierter Anbieter muss weniger Auflagen erfüllen und kann höhere Provisionen zahlen. Wer als Finfluencer seinen Umsatz maximieren will, hat also einen finanziellen Anreiz, genau die Anbieter zu empfehlen, vor denen die Aufsicht warnt. Heinemann beschreibt seine eigene Entscheidung als bewusste Wahl zwischen zwei Wegen.

„Möchte ich meinen eigenen Geldbeutel maximieren oder möchte ich langfristig eine nachhaltige Marke in dem Bereich aufbauen? Und ich habe mich eher für Zweiteres entschieden, so mit ganz gutem Grund."
— Eric Heinemann, Gründer Crypto Nerds (Quelle: Interview Börsentag Köln)

Wie viele Anleger wissen, dass Finfluencer bezahlt werden?

Zu wenige. Das zeigt eine Umfrage der BaFin unter 1.000 Anlegern zwischen 18 und 45 Jahren aus dem Mai 2024:

  • 37 Prozent der Befragten ist nicht bewusst, dass Finfluencer für ihre Empfehlungen regelmäßig vergütet werden.
  • 57 Prozent haben schon einmal ein Produkt direkt über den Link eines Finfluencers gekauft.
  • Mehr als die Hälfte der Generationen Y und Z hält soziale Medien für eine verlässliche Informationsquelle in Geldfragen.

Darf ein Finfluencer Anlageberatung machen?

Nein, individuelle Anlageberatung darf ein Finfluencer ohne Erlaubnis nicht leisten, allgemeine Finanzbildung schon. Heinemann zieht diese Linie für sich klar: Crypto Nerds erfülle einen Bildungsauftrag und vermittle die Basics, ins Handeln kommen müsse jeder selbst. Ohne Zertifizierung seien bestimmte Titel und Tätigkeiten schlicht verboten.

Rechtsgrundlage ist das BaFin-Merkblatt zur Anlageberatung vom Februar 2025. Danach erfüllen Finfluencer den Tatbestand der erlaubnispflichtigen Anlageberatung regelmäßig nicht, weil sie ihre Empfehlungen öffentlich verbreiten, ohne die persönliche Situation ihrer Follower zu prüfen.

Erlaubnispflichtig wird es, sobald eine Empfehlung zu einem konkreten Finanzinstrument an eine identifizierbare Person geht und auf deren Umständen beruht. Wer diese Grenze ohne Lizenz überschreitet, verstößt gegen das Kreditwesengesetz.

Ein Finfluencer, der dir in den Kommentaren sagt, was du mit deinen 10.000 Euro tun sollst, bewegt sich also in einem Bereich, für den er in der Regel keine Erlaubnis hat.

Verdient die Börse mehr, wenn du viel handelst?

Ja, eine Handelsplattform verdient an Transaktionen, und wer einmal kauft und jahrelang hält, bringt ihr wenig ein. Das ist die zweite Seite des Interessenkonflikts. Heinemann formuliert es drastisch.

„Ja, die Börse verdient natürlich mit jemandem, der rein-raus handelt, schnell mehr. Aber die haben genauso viel ganz viele Kunden, die einfach nur sagen, ich mache einen Sparplan, bespare den […] oder mach einfach nur Buy and Hold. Und an so einem Buy and Hold verdient man echt nichts."
— Eric Heinemann, Gründer Crypto Nerds (Quelle: Interview Börsentag Köln)

Ein Rechenbeispiel: Angenommen, eine Börse nimmt 0,25 Prozent Gebühr pro Kauf und pro Verkauf. Wer 1.000 Euro einmal kauft und drei Jahre liegen lässt, zahlt 2,50 Euro. Wer dieselben 1.000 Euro zwanzigmal im Monat kauft und wieder verkauft, zahlt 100 Euro im Monat, also 1.200 Euro im Jahr, ohne einen Cent Kursgewinn. Der Gebührensatz ist eine Annahme zur Veranschaulichung, keine Angabe zu einem bestimmten Anbieter.

Hötzel relativiert das Bild vom Trader als Goldesel: Vieltrader seien zwar Zielgruppe, aber nicht die Hauptkundengruppe, die die Einnahmen der Börse ausmache.

Bitvavo verdiene neben dem Handel auch über Sparpläne, Staking (das Bereitstellen von Coins für das Netzwerk gegen eine Vergütung), Lending und Margin Trading (Handel mit geliehenem Geld).

Fest steht damit: Finfluencer und Börse haben beide ein Interesse daran, dass du überhaupt anfängst. Was jemand danach tut, entscheidet, wer wie viel verdient.

Wie wählt eine Krypto-Börse ihre Finfluencer aus?

Anfangs gar nicht systematisch. Hötzel beschreibt den Start 2018 als „Freestyle-Prozess": Offiziell sei es immer um Bildung und um „Do Your Own Research" gegangen, also die Aufforderung, selbst zu recherchieren.

In der Praxis sei es eher darum gegangen, Token-Projekte zu pumpen, sprich Kurse durch Aufmerksamkeit nach oben zu treiben.

Heute stünden Regulierung, Steuern und die Frage im Vordergrund, worauf Anleger grundsätzlich achten sollten. Die Hype-Influencer hätten sich organisch aussortiert, übrig sei eine Gruppe von rund zwanzig Partnern, mit denen Bitvavo weiterarbeite. Oder, wie Heinemann ergänzt: Die anderen arbeiteten eben mit unregulierten Anbietern weiter.

Woran erkennst du einen seriösen Finfluencer?

An der Offenlegung seiner Interessenkonflikte, nicht an seiner Reichweite. Die BaFin nennt auf ihrer Verbraucherseite zu Anlagetipps in sozialen Medien drei Warnsignale:

  • außergewöhnlich hohe oder scheinbar sichere Renditeversprechen
  • heruntergespielte Risiken
  • nicht offengelegte Interessenkonflikte

Hohe Reichweite, viele positive Kommentare oder ein luxuriöser Auftritt beweisen dagegen nichts. Ein Finfluencer, der offen sagt, mit wem er zusammenarbeitet und dass er daran verdient, gibt dir die Information, die du zum Einordnen brauchst. Ein Blick ins Impressum und in die Werbekennzeichnung unter dem Video kostet dich dreißig Sekunden und beantwortet die Frage meistens.

Warum listet eine regulierte Börse Coins, die keiner braucht?

Für Trader, sagt Hötzel ohne Umschweife. Bitvavo listet hunderte Coins, und Heinemann sagt selbst, viele davon seien für langfristige Anleger uninteressant. Privatanleger interessierten sich laut Hötzel nur für die zehn bis zwanzig größten Kryptowährungen, vielleicht nur für Bitcoin, Ethereum oder Ripple.

Steigt ein kleiner Coin stark und fehlt im Angebot, wandern die Trader zur Konkurrenz ab.

Das Listing ist also eine Geschäftsentscheidung, keine Qualitätsprüfung. Heinemann bringt es auf den Satz, den du dir merken solltest: „Bloß weil das Angebot da ist, heißt ja nicht, dass ich das Angebot einnehmen muss." Hötzel vergleicht es mit Penny Stocks, also Aktien im Cent-Bereich, die es an jeder Wertpapierbörse gibt und die trotzdem niemand kaufen muss.

Sind Meme-Coins eine sichere Geldanlage?

Als Trade mit Risikomanagement möglich, als Altersvorsorge auf keinen Fall, sagt Heinemann. Hötzel darf die Frage nicht beantworten.

„Als langfristige Anlage, als langfristiges Anlageinstrument darf ich mich da nicht äußern."
— Julian Hötzel, Bitvavo (Quelle: Interview Börsentag Köln)

Wie schwer diese Grenze selbst Profis fällt, zeigt eine Anekdote, die Hötzel gegen sich selbst erzählt. Ein Kumpel habe ihn 2022 oder 2023 gefragt, ob er in den damals winzigen Meme-Coin Pepe einsteigen solle. Hötzel riet zur Vorsicht, und der Kumpel wäre Millionär geworden. „Das heißt, es geht wieder auf meine Kappe", sagt er lachend.

Im selben Atemzug nennt er Meme-Coins auf Solana, die gepumpt, abkassiert und fallen gelassen wurden. Beides gehört zum selben Markt, und niemand kann vorher sagen, welcher Fall eintritt. Warum Hypes und Promi-Tipps regelmäßig Geld verbrennen, liest du in unserem Artikel zum Krypto-Portfolio mit Eric Heinemann.

Wie prüfst du ein Krypto-Projekt selbst?

Mit vier Fragen, sagt Heinemann. Im Jahr 2025 habe es über 17.000 Krypto-Token gegeben, alle könne niemand anschauen. Interessiert ihn ein Projekt, prüft er:

  • Wer ist das Team dahinter?
  • Was ist das Geschäftsmodell? Womit verdient das Projekt überhaupt Geld?
  • Wie ist die Token-Allokation? Liegen vielleicht 90 Prozent der Token beim Gründerteam oder bei Freunden und Familie?
  • Wann werden gesperrte Token freigegeben?

Der letzte Punkt heißt Unlock: Bei vielen Projekten sind die Token des Gründerteams für eine bestimmte Zeit gesperrt und werden erst später schrittweise handelbar. Jeder Unlock bringt neues Angebot auf den Markt und setzt den Kurs unter Verkaufsdruck. Wer die Unlock-Termine kennt, versteht Kursbewegungen, die vorher wie Zufall aussahen.

Hötzel ergänzt die Sicht der Börse: Es gebe inzwischen spezialisierte Auditoren, die Whitepaper (die Konzeptpapiere hinter einem Projekt) professionell prüfen. Bitvavo biete solche Prüfungen selbst nicht an, stelle aber Berichte externer Dienstleister bereit.

Kann ChatGPT ein Whitepaper prüfen?

Als erster Filter ja, als Ersatz für die eigene Prüfung nein. Heinemann lädt das Whitepaper hoch und lässt ChatGPT oder Claude in der Rolle eines Token-Analysten nach Red Flags suchen. Mit einer Lizenz für rund 20 Euro im Monat komme man schon weit.

Ob man allem glauben dürfe, was dabei herauskommt? Nein, sagt er selbst. Aber man sei schneller bei den Themen, die man sich sonst stundenlang hätte anlesen müssen. KI beschleunigt die Prüfung, die Verantwortung bleibt bei dir.

Fazit: Vertrauen ist kein Gefühl, sondern eine Prüfung

Jeder Finfluencer verdient Geld. Die entscheidende Frage ist, womit und ob er es dir sagt. Heinemann tut das bis zum Eingeständnis, dass unregulierte Partner mehr zahlen. Das macht ihn nicht neutral, aber einschätzbar. Die Grenze zwischen Bildung und Beratung ist Aufsichtsrecht, und weder Reichweite noch ein Listing beweisen, dass ein Coin etwas taugt.

Heinemanns Schlusssatz taugt als Leitplanke: Kleines Geld in die Hand nehmen, ausprobieren, verstehen, wie eine Plattform funktioniert, und den gesunden Menschenverstand dabei anlassen. Wer die Interessen kennt, die hinter jeder Empfehlung stehen, hat den größten Schritt schon gemacht.


Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die genannten Beispiele, Einschätzungen und Strategien sind allgemeiner Natur und berücksichtigen nicht deine persönliche Situation.

Investitionen in Wertpapiere, Fonds, ETFs oder andere Anlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Triff deine Entscheidungen eigenverantwortlich und informiere dich bei Bedarf zusätzlich, z. B. bei einer unabhängigen Honorarberatung oder Steuerberatung.



Transparenz: In diesem Beitrag werden Bitvavo und Crypto Nerds namentlich genannt, weil sie Gegenstand des Interviews sind. Zwischen beiden Unternehmen besteht eine Partnerschaft, die im Gespräch offen thematisiert wird. Die genannten Kryptowährungen sind Beispiele aus dem Gespräch und keine Kaufempfehlung.



Über die Autoren

Laura Podleska, Co-Founderin und Co-Host von Investier oder Verlier

Laura Podleska

Co-Founderin und Co-Host, verantwortet SEO, Web und Social Media

Laura hat „Investier oder Verlier" im Juni 2025 mitgegründet und verantwortet Webseite, Suchmaschinen-Optimierung und die Social-Media-Kanäle der Marke. Beruflich arbeitet sie als Online-Marketing-Managerin mit Schwerpunkt Suchmaschinen-Optimierung.

Lukas Beißwenger, Co-Founder und Co-Host von Investier oder Verlier

Lukas Beißwenger

Co-Founder und Co-Host, führt die Experten-Interviews

Lukas hat „Investier oder Verlier" im Juni 2025 mitgegründet und führt die Interviews mit Fachleuten aus der Finanzbranche, unter anderem live auf den Börsen- und Anlegertagen. Er verantwortet Aufnahme und Produktion der Folgen.



Gemeinsam veröffentlichen die beiden seit Juni 2025 über 90 Podcast-Folgen. Ihre Mission: Investieren verständlich, ehrlich und auf Augenhöhe erklären.



Häufige Fragen

Was ist ein Finfluencer?+

Ein Finfluencer spricht in sozialen Medien oder Podcasts mit großer Reichweite über Finanzthemen wie Aktien, ETFs oder Kryptowährungen. Die Inhalte sind meist kostenlos und werden über Provisionen, Werbung und Kooperationen mit Anbietern finanziert.

Verdienen Finfluencer an ihren Empfehlungen?+

In den meisten Fällen ja, über Provisionen der empfohlenen Anbieter. Laut einer BaFin-Umfrage aus dem Jahr 2024 ist das 37 Prozent der jungen Anleger nicht bewusst.

Darf ein Finfluencer Anlageberatung machen?+

Allgemeine Finanzbildung ja, individuelle Anlageberatung nein. Erlaubnispflichtig wird es laut BaFin-Merkblatt vom Februar 2025, sobald eine Empfehlung an eine konkrete Person geht und auf deren persönlicher Situation beruht.

Woran erkenne ich einen seriösen Finfluencer?+

Ein seriöser Finfluencer legt offen, mit wem er zusammenarbeitet, kennzeichnet Werbung und arbeitet mit regulierten Anbietern. Hohe Renditeversprechen, heruntergespielte Risiken und verschwiegene Interessenkonflikte sind laut BaFin Warnsignale.

Was ist die MiCA-Verordnung?+

MiCA steht für Markets in Crypto-Assets Regulation und ist die EU-Verordnung für Kryptowerte. Seit dem 30. Dezember 2024 brauchen Anbieter von Krypto-Dienstleistungen in der EU eine Zulassung. Eine Lizenz aus einem EU-Land gilt in allen anderen Mitgliedstaaten. Für Anleger ist MiCA ein erster Hinweis darauf, ob ein Anbieter beaufsichtigt wird.

Transkript der Folge

„mit unregulierten Partnern kannst du auch viel, viel mehr Geld verdienen"
Eric Heinemann, Gründer Crypto Nerds
„Und an so einem Buy and Hold verdient man echt nichts"
Eric Heinemann über das Geschäftsmodell einer Börse
„als langfristiges Anlageinstrument darf ich mich da nicht äußern"
Julian Hötzel, Bitvavo, über Meme-Coins
Vollständiges Transkript anzeigen

Aufgezeichnet am Börsentag Köln (August 2026). Lukas Beißwenger im Crossfire-Gespräch mit Eric Heinemann (Gründer Crypto Nerds) und Julian Hötzel (Bitvavo). Das Transkript gibt das Gespräch in gesprochener Sprache wieder, einzelne Versprecher und Halbsätze sind so erhalten.

Anriss zu Beginn der Folge

Eric Heinemann: Was möchte ich? Möchte ich meinen eigenen Geldbeutel maximieren oder möchte ich langfristig eine nachhaltige Marke in dem Bereich aufbauen? Und ich habe mich eher für Zweiteres entschieden, so mit ganz gutem Grund.

Lukas: Ist da nicht ein gewisser Interessenskonflikt da?

Eric Heinemann: Wir sagen da ganz klar, wir machen einen generellen Bildungsauftrag, bringen die Basics bei und jeder muss selbst dann ins Handeln kommen und selbst umsetzen. Und deswegen sagen wir, die Leute können sich Basic Education holen, können sich da fit machen.

Julian Hötzel: Gibt ja viele verschiedene Einnahmebereiche, die wir halt haben, ob das jetzt Buy and Hold ist, Sparplan, Staking, Lending auch. Jetzt haben wir mittlerweile Margin Trading. Also es gibt relativ verschiedene Bereiche, wo man eben eintauchen kann.

Eric Heinemann: Also grundsätzlich muss man noch mal so einordnen, warum gibt es überhaupt Hardware Wallets?

Lukas: Sind Meme-Coins eher ein Fluch oder ein Segen für den ganzen Krypto-Space? Wie siehst du das?

Eric Heinemann: Ich glaube, jede Technologie hat irgendwo seinen Anfang. Ist die Frage, was kann man mit der Technologie machen? Man muss immer gucken, was für eine Art Trader ist man, wie Wie möchte man investieren? Ist das meine Altersvorsorge?

Lukas: Tokenisierung von realen Werten, was haltet ihr davon? Gibt es eine Metrik außer von Marktkapitalisierung jetzt mal, wo man erkennt, ob ein Projekt Hand und Fuß hat oder nicht? Was wollt ihr nach außen bringen? Was ist eure Mission? Was wollt ihr den Menschen sagen über den Crypto-Space, über Bitcoin, über all die tollen Projekte, die es gibt? Was sagt ihr, was muss raus in diese Welt? Stellt euch vor, euer Fahrlehrer verkauft euch dann auch direkt das Auto. Eine ähnliche Konstellation haben wir heute, den Eric Heinemann von Krypto Nerds. Der erklärt dir zu Hause, wie du sinnvoll in Krypto investieren kannst und empfiehlt Bitvavo. Was da dahinter steckt, versuchen wir heute rauszufinden, warum Bitvavo vielleicht eine solide Plattform ist. Aber ich will natürlich auch nachbohren: Ist das hier ein Business-Deal oder ist es einfach fundiert eine Partnerschaft, die für beide Seiten Sinn macht? Julian Hötzel von Bitvavo, vielen Dank, dass du da bist.

Julian Hötzel: Erik, danke. Gerne, gerne, freue mich.

Nur regulierte Partner: Heinemanns Filter

Lukas: Ja, steigen wir direkt ein. Deine Mission ist Unabhängigkeit, Aufklärung, ja, den Leuten Handwerkszeug zu geben, wie investiert man richtig. Beißt sich das dann nicht, wenn du so einen festen Partner hast, oder ist es bewusst eine Auswahl, um vor vermeintlich nicht so soliden Partnern irgendwie zu warnen?

Eric Heinemann: Ja, also erstmal grundsätzlich geht's mir darum, mit nur regulierten Partnern zusammenzuarbeiten. Ja, es gibt die MiCA, das ist der Rahmen, das sind die Spielregeln, die gesetzt werden, und mit Partnern, die sich an die Spielregeln halten, bin ich auch gerne bereit, dann zusammenzuarbeiten. So, es ist immer so ein Stück weit die Frage, welche Partner nimmst du für welche Kategorie mit rein, und Bitwavo hat einfach ein sehr, sehr gutes, solides Produkt, was für Anfänger sehr anfängerfreundlich ist, mit einer auch guten Gebührenstruktur, Und du hast es eben gesagt, ich bin der Fahrlehrer, der das Auto verkauft. Ich meine, wenn wir uns auf der, wenn wir uns umschauen, was da draußen letzten Endes passiert bei Influencern. Jeder hat mehrere Partner. Auch ich habe nicht nur Bitvavo als Partner, muss man da auch, glaube ich, ganz transparent sagen. Ich bin, wenn dann, ein Multi-Marken-Händler, würde ich sagen, und schaue, dass ich die besten Marken, die soliden Partner aus dem Markt mir raussuche.

Julian Hötzel: Genau.

Warum Bitvavo mit Crypto Nerds arbeitet

Lukas: Was steckt für euch dahinter? Was bekommt ihr jetzt als Mehrwert hiervon? Von Eric konkret? Warum habt ihr gesagt, hey, wir wollen auch diese Partnerschaft für uns?

Julian Hötzel: Ja, also Eric ist natürlich, was die Bildungskomponente anbetrifft, einfach top-notch. Und wie er das auch sagt, er möchte gerne mit Partnern kooperieren, die eben genau das halt auch widerspiegeln. Das heißt Repräsentanz, Transparenz und einfach ein tolles Auftreten. Und das hat eben auch in den letzten Jahren halt auch gezeigt, dass wir gerne mit Eric und Kryptonetz diesbezüglich auch zusammenarbeiten möchten und weiterhin auch. Zeigt sich dann auch bei anderen Affiliates oder Influencern, dass wir genau die gleiche Schiene halt auch gehen. Wir kennen uns auch, also haben gleiche Wurzeln in Lüneburg und dementsprechend passt das kulturell natürlich auch sehr gut.

Lukas: Lüneburg, also so ein bisschen das Kryptozentrum in Deutschland, könnte man fast sagen an der Stelle.

Eric Heinemann: Also wenn man das Zentrum nur an mir festmacht, dann vielleicht, aber ansonsten auf gar keinen Fall. Ja, genau, da probiere ich natürlich auch vor Ort zu educaten mit Events, Abendveranstaltungen. Ich meine auch auf dem Börsentag. Ich könnte jetzt auch sagen, ich bin nicht auf dem Börsentag, weil die Story, die Erklärung, die Basics, die erzähle ich schon seit mehreren Jahren immer wieder meinen Freunden, Bekannten. Ich könnte auch sagen, ich mache das einfach nicht. Aber ich finde, so, das ist so diese Grassroot-Basic-Arbeit, die auch in der Zielgruppe von, ja, traditionellen Anlegern und Investoren gemacht werden muss, damit wir halt einfach eine bessere Akzeptanz hinbekommen. Und es muss halt auch darüber aufgeklärt werden, was gibt's da draußen für vielleicht Scharlatane, die es nicht so gut mit einem meinen, und und da so ein bisschen einfach Awareness draufzubringen. Das ist so das, was wir machen.

Julian Hötzel: Genau, genau. Und eben genau diese Authentizität in der Grassroot-Arbeit schätzen wir auch unglaublich.

Wie eine Börse ihre Finfluencer aussucht

Lukas: Ja, wie filtert ihr dann als Unternehmen raus, hey, der ist jetzt seriös, mit dem wollen wir auch was machen, und andere, wo ihr sagt, hey, Red Flag, das ist gar nicht interessant für uns, kommt gar nicht in Frage? Wie filtert ihr das raus?

Julian Hötzel: Ich glaube, am Anfang war das eher so eine Art Freestyle-Prozess. Ich meine, die Krypto-Branche ist jetzt auch vergleichsweise alt, ich sag mal vielleicht jetzt 15, 16 Jahre. Uns gibt es seit 2018, das heißt, wir haben auch mit dann mit Affiliates oder mit Influencern dann irgendwann auch angefangen. Und da war die Landscape natürlich eine komplett andere, als sie jetzt ist. Das heißt, es wurde auf was ganz anderes sich fokussiert, als es heutzutage der Fall ist. Klar war das immer Bildung oder Do Your Own Research, aber es war dann eher Tokenprojekte zu pumpen, als jetzt wirklich auf gewisse infrastrukturelle Themen einzugehen, auf Regulierung, auf Steuern, worauf sollte ich allgemein achten? Und da hat sich dann immer im Laufe der Zeit immer die klassischen Influencer irgendwann rausgefiltert und wir haben dann eben festgestellt, okay, wir haben unsere Top 20, mit denen wir weiter zusammenarbeiten möchten, die genau das eben auch repräsentieren und das lief dann relativ organisch und die anderen sind dann vielleicht dann auch mal aus dem Markt gefallen oder haben dann nicht mehr so diese Repräsentanz im Netz gefunden, wie das so sonst der Fall war.

Eric Heinemann: Oder arbeiten halt einfach mit unregulierten Partnern weiter, weil, muss man ja auch fairerweise sagen, jetzt aus Transparenz, es ist so, mit unregulierten Partnern kannst du auch viel, viel mehr Geld verdienen. Ja, ist die Frage, was möchte ich? Möchte ich meinen eigenen Geldbeutel maximieren oder möchte ich langfristig eine nachhaltige Marke in dem Bereich aufbauen? Und ich habe mich eher für Zweiteres entschieden, so mit ganz gutem Grund.

Bildung oder Beratung: Wer verdient woran?

Lukas: Ja, vielleicht so eine Frage an euch beide: Du verdienst Geld, wenn Leute was verstehen, ja, und dann deinen Weg so ein bisschen folgen, und du oder ihr als Börse verdient ja Geld, wenn Leute handeln, ja. Gibt es da nicht dann gewissen Interessenskonflikt? Ja, zum Beispiel jetzt beim Aktieninvestieren oder in ETFs mit Sparplänen verdient ja jetzt eine Börse auch nicht so viel, wie wenn jetzt viel getradet wird. Ist da nicht ein gewisser Interessenskonflikt da, oder wie seht ihr das?

Julian Hötzel: Also wie kann man das vielleicht bezeichnen? Also ich würde das eher vergleichen, so wenn man jetzt in die Aktienwelt abdriftet oder ETF, würde ich das eher sehen, als wenn jetzt zum Beispiel Erik ein Repräsentant oder ein Bankberater wäre vielleicht, also Kundenberater vielleicht, der aber eher auf übergeordneter Ebene agiert und dann für die Deutsche Börse sozusagen dann den Kunden das, den ETF oder den, die Aktie eben weiterempfiehlt oder allgemein halt Bildungsthemen anspricht und dann sozusagen als Repräsentant diesem Umfeld oder diesem Kontext eben wirkt. Und ja, das gibt es in der Kryptoszene halt noch nicht, außer man macht das eben über ETFs oder ETPs, da kann man ja in Bitcoin schon investieren, investieren, aber das Wissen ist halt auch sehr, sehr begrenzt, was so traditionelle Finanzinstitute anbetrifft, und deswegen findet man einfach zurzeit einfach keine Person, die im Feld dort so gut unterwegs ist wie eben Erik oder unsere anderen 20 Affiliates.

Eric Heinemann: Ist halt gerade so dieser Mix, ich komme aus der Bank, habe die Bank gesehen, weiß, was da funktioniert, was da nicht funktioniert, zumindest maße ich es mir an und bin dann selber meinen Weg in Krypto gegangen mit allen Höhen und Tiefen, ja, Und was du eben gerade gesagt hast, ich meine Beratung, ich mache keine individuelle Anlageberatung, ja, das dürfte ich auch gar nicht, und auch das ist eins der Learnings. Du darfst gewisse Titel, ohne dass du da zertifiziert bist und dergleichen, darfst du nicht machen. So, es gibt jetzt Möglichkeiten, unter MiCA-Lizenzen Beratung individualisierter zu machen, dann musst du aber auch wieder lizenziert sein, und wir sagen da ganz klar, wir machen einen generellen Bildungsauftrag, bringen die Basics bei, und jeder muss selbst dann ins Handeln kommen und selbst umsetzen. Und du hast eben gerade noch gefragt, das Thema, ist das eigentlich, dass wir die Leute ins Handeln bringen, ja, ist das überhaupt so ein richtiger, so ein richtiger, wie sagt man so, also es ist eigentlich nicht widersprüchlich, ja, weil de facto jeder, der in den Kryptobereich kommt und sich mit dem Thema auseinandersetzt, möchte irgendwie damit Geld verdienen, ja, so, weil irgendwann musst du handeln oder du findest halt für dich heraus, das ist auch völlig fair, Das ist gar nichts für mich. Ich bin an der Seitenlinie, schaue es mir an und fertig. Das ist ja auch was. Und deswegen sagen wir, die Leute können sich Basic Education holen, können sich da fit machen. Wenn am Ende rauskommt, dass du kein Daytrader wirst, ist das für uns auch okay. Ja, die Börse verdient natürlich mit jemandem, der rein-raus handelt, schnell mehr. Aber die haben genauso viel ganz viele Kunden, die einfach nur sagen, ich mache einen Sparplan, bespare den, und das spielt ihr ja auch ganz, ganz stark, oder mach einfach nur Buy and Hold. Und an so einem Buy and Hold verdient man echt nichts, so, also von daher klar, als Börse ist Handel wichtig und aus unserer Sicht ist uns eigentlich egal, Hauptsache die Leute setzen sich mit dem Thema auseinander.

Julian Hötzel: Und das, wie du schon sagst, das klassische Traden, also der typische Trader ist jetzt nicht, klar ist das unsere Zielgruppe, aber es ist nicht die Hauptkundengruppe, die zum Beispiel dann unsere Einnahmen dann ausmachen, ne. Ich meine, es gibt ja viele verschiedene Einnahmenbereiche, die wir halt haben, ob das jetzt Buy and Hold ist, Sparplan, Staking, Lending auch, jetzt haben wir mittlerweile Margin Trading, also es gibt relativ verschiedene Bereiche, wo man eben eintauchen kann und ja, da stellen wir uns natürlich breit auf und je nachdem wie viel Liquidität auf der Börse eben ist, ist es eben auch so, dass wir diese Liquidität auch gerne weitergeben können, nicht nur an Retail, sondern eben auch an institutionelle Kunden, Broker oder Banken.

Hardware Wallet oder Börse: Not your keys, not your coins

Lukas: Jetzt hatte ich letztens ein Gespräch mit auch einem Experte im Krypto-Raum, wenn ihr zwei da seid, muss ich eure Meinung dazu wissen, Und zwar hat er zu mir gesagt, es geht um diesen Satz: Not your wallet, not your coins. Und er hat zu mir gesagt: Hey, mittlerweile ist es schwierig, wenn du von der Börse das runtertust, Papierkram und so weiter. Wenn du da eine deutsche Börse hast, dann lass es einfach da drauf, auch wenn es ein bisschen größere Beträge sind. Das ist ein Typ, dem vertraue ich eigentlich, den verfolge ich irgendwie auch schon seit Jahren. Aber irgendwie habe ich es nicht ganz gefressen, weil das sich auch in meinem Kopf eingebrannt hat. Not your wallet, not your coins. Also du musst die irgendwie runterziehen. Wie ordnet ihr beide das ein?

Eric Heinemann: Also ich hoffe, er hat gesagt, not your keys, not your coins.

Julian Hötzel: Nicht schlimm, das haben wir in Dresden auch schon, den gleichen Versprecher.

Eric Heinemann: Das ist kein Problem, hat sich so eingebrannt. Aber also grundsätzlich muss man noch mal so einordnen, warum gibt es überhaupt Hardware Wallets? Die gibt es, weil letzten Endes in den vergangenen 10 Jahren Krypto oder auch mehr einfach viele Börsen verschwunden sind, die Gelder weg waren. Wenn mein Geld dort auf deren Hot Wallets oder auf der Börse war, Dann kam ich nicht mehr ran. Und da hat sich natürlich in der Krypto-Szene verfestigt, hey, alles, was nicht direkt auf einem Hardware Wallet ist, ist eigentlich nicht mein Geld. Ja, weil wenn die morgen feststellen, zum Beispiel, dass die Gelder vielleicht aus Quellen kommen, die man nicht nachvollziehen kann, dann wird erstmal der Account gesperrt. Auch dann komme ich nicht an mein Geld. Und wenn eine Börse platt ist, dann kann ich mein Geld, wenn ich es auf dem Hardware Wallet habe, einfach mitnehmen. Ich habe heute in meinem Vortrag auch gesagt, Ab welchen Summen macht das überhaupt Sinn, die Gelder von A nach B zu transferieren? Weil wenn ich so ein Hardware Wallet für 100, 200 € kaufe, ja, und handel aber nur mit 500 €, dann macht es vielleicht keinen Sinn, ja, Gelder zu übertragen. Es ist immer nur die Frage, wie viel Geld habe ich, wie vertraue ich dem Anbieter, wo ich mein Geld lasse. Und wenn ich dem vertraue, dann kann ich die Gelder dort auch liegen lassen grundsätzlich. Ich bin immer ein Freund von, alles was ich Buy and Hold mache, lässt lasse ich auf meinen Wallets, und alles, was ich aktiv trade, bleibt auf der Börse. Das ist so mein Ansatz.

Julian Hötzel: Ja, kann ich, kann ich ähnlich, ich sehe das, ich sehe das eigentlich genauso. Also Buy and Hold, gut, ich komme jetzt klassischerweise von der Börse, und jetzt Buy and Hold, das wäre schon Anlagehorizont von mehr als 2 oder 3 Jahren, finde ich da total wichtig, dass man da sozusagen seine eigene Verwahrmöglichkeit hat und die dann auch nutzt, je nachdem wie viel Papierkram man hat. Du hattest das jetzt gerade angesprochen, Und man eben dann auch diese Keys dann, oder beziehungsweise die Coins, die man auf dem Wallet hat, wieder dann offrampen kann, also im Grunde genommen dazu zu Cash machen kann. Genau, zu Fiat. Ja, Fiat ist, mag jetzt nicht im Begriff sein, genau, zu Geld, also zu Hartgeld. Genau, wir arbeiten halt auch mit vielen Verwahlinstituten zusammen. Wir haben eine Account-Garantie von 100.000 € einschließlich dem Einlagensicherungsfonds auch über 100.000 €. Das heißt, die Gelder sind halt Sind halt sicher, genau, sind halt fest.

Lukas: Also eine kurze Zwischenfrage von mir: Wenn ich jetzt Coins bei euch habe für 10.000 € und ihr geht morgen pleite, euch geht's ja gut, dann sind die sicher?

Julian Hötzel: Genau, weil die nicht bei uns direkt verwahrt werden, sondern mit einigen unserer Custody-Lösungs-Providern oder Unternehmen, die dann sozusagen die Coins dann für die Kunden dann sozusagen als Verwahrung verwahren, ja, in der Art 4- oder 6-Augen-Prinzip. Das heißt, wir halten die nicht direkt. Das hat gewisse Sicherheitsvorkehrungen, die wir dann eben treffen. Und weil wir dann eben auch wissen möchten oder dann feststellen möchten, hey, diese Coins sind wirklich sicher bei den anderen Providern.

Lukas: Habt ihr das irgendwie im Kopf, wo wird mehr Geld verbrannt? Bei Seedphrases vergessen oder dass das Börsen—

Julian Hötzel: also gerade akkumuliert kann man sagen Seedphrases. Ich glaube, der eine Typ hat es mittlerweile aufgegeben, seine Festplatte zu suchen, dein Müll. Das sind teilweise halt, wie viele sind verloren mittlerweile? 2, 3 Millionen Bitcoins oder so. Also wenn man das dann heute hochrechnet, kann man ja schon mal sagen, okay, da sind die einigen Milliarden, die jetzt irgendwie in Schutt und Asche, aber einfach lost sind.

Eric Heinemann: Ja, das von denen, du hast von den 21 Millionen Bitcoin, die es generell insgesamt mal gibt, hast du tatsächlich ungefähr 16,x Millionen nur noch verfügbar, weil verloren, weil eine Million bei Satoshi im Wallet ist, eh nicht verkauft wird. Also das heißt, das ist eigentlich das, was de facto verfügbar ist. Und dann musst du noch mit einrechnen, klar, vielleicht verliert mal wieder jemand was, ja, und so verringert sich das Gesamtangebot eh organisch, würde ich jetzt mal sagen, ja.

Lukas: Genau, ja. Was würdest du deiner Mutter denn konkret raten? Sagen wir, sie hat eine gute Asset Allocation, schöner Mix Aktien, Gold und Bitcoin, ja, hat dann zum Beispiel 5% Bitcoin-Gewichtung drin, Hard Wallet oder auf der Börse liegen lassen?

Eric Heinemann: Kommt auf die Gesamtportfolio-Größe an.

Lukas: Sagen wir, deiner Mama geht's gut, die hat eine Million.

Eric Heinemann: Wäre schön, ja.

Lukas: Und dann wären es 50.000 ja in Bitcoin. Also Hard Wallet oder auf der Börse liegen lassen?

Eric Heinemann: Ja, also wie gesagt, mit dem Sicherungsmechanismus bis 100.000 abgesichert, würde ich sagen, alles entspannt, wenn man so einen Provider, so einen Anbieter dann ausgewählt hat. Per se würde ich mich aber erstmal freuen, wenn meine Mutter erstmal auch Aktien investiert hätte. Ja, da fangen wir mal bei den Basics an, die ihr ja auch bespielt. Ja, und somit sind wir davon Krypto weit entfernt, auch wenn sie mich als Sohn hat. Aber nichtsdestotrotz hat sie immer noch eine sehr konservative Haltung. Die einzigen Aktien, die meine Mutter bzw. mein Vater hat, sind die des Unternehmens, wo mein Vater gearbeitet hat. So, also sehr klassisch, sehr bodenständig. Ja, genau.

Hunderte Coins im Angebot: Wer braucht das?

Lukas: Ihr habt ja bei euch auf der Börse, gibt's ja hunderte Coins, die ich kaufen kann, ne? Und Erik, du sagst ja auch, viele Coins sind Müll. Ja, die sind uninteressant für langfristige Anleger, vielleicht für Trader interessant, interessant, ja, die ein gewisses Verständnis haben. Warum habt ihr es trotzdem gelistet? Müsst ihr das alles anbieten? Wollt ihr das anbieten?

Julian Hötzel: Ja klar, also berechtigte Frage, und du hast es glaube ich schon selber beantwortet. Für Trader halt interessant. Also ich glaube, für den Kleinanleger oder Privatanleger sind halt nur die Top 20 vielleicht oder Top 10 nur interessant zu traden oder anzulegen, vielleicht auch nur Bitcoin oder Ethereum oder Ripple. Und alles, was darüber hinausgeht, ist einfach nur stark zu traden. Wir hatten jetzt immer mal wieder extreme Kursanstiege bei vereinzelten Coins, und wenn wir die nicht listen, dann fragen unsere Trader halt schon, hey, warum habt ihr die bei euch nicht im Angebot? Ich würde die halt gerne über euch traden. So, sonst würden die halt zu einer anderen Börse zum Beispiel abwandern, und das finde ich dann halt völlig legitim, dass wir dann diese Assets natürlich auch listen und die dann eben auch liquide bereitstellen.

Meme-Coins: Fluch oder Segen?

Lukas: Sind Meme-Coins eher ein Fluch oder ein Segen für den ganzen Krypto-Space? Wie siehst du das?

Julian Hötzel: Mittlerweile finde ich, also Das ist irgendwie so ein Paradoxon, aber gleichzeitig finde ich auch eher Segen, weil die den Krypto-Space unglaublich vorantreiben. Wenn man jetzt mal sich die Marktkapitalisierung von Doge zum Beispiel anguckt, im zweistelligen Milliardenbetrag, die gibt es seit 2014, seit 2013, ist eine Chain, worüber du ganz normal auch Werte versenden kannst. Klar, und die sagen auch ganz klar, die meisten Meme-Coins oder eigentlich alle sagen, hey, wir haben keinen intrinsischen Wert. Gleichzeitig gibt es aber eine Riesen-Community dahinter, die diese Coins traden möchte und halt weiter irgendwie vorantreiben möchte und sozusagen ihr eigenes kleines Geldsystem schafft. Das ist ungefähr so wie, du hast in so einer britischen Gemeinde, hast du irgendwie so einen Pfund, der zum Beispiel erfunden wurde. Das heißt, die haben sich vom britischen Pfund komplett abgespalten und haben so ihr eigenes Geldsystem gehabt. So sehe ich das ungefähr. Ob man die traden soll oder irgendwelche irgendwie Beratungsempfehlung, was ich sowieso nicht darf.

Eric Heinemann: Natürlich nicht.

Julian Hötzel: So, ich habe auch bei Pepe gesagt, das hat ein Kumpel, hat mich gefragt, das war glaube ich 2022, 23, die gelistet wurden, da waren die noch super klein. Ich will da irgendwie reingehen, habe ich gesagt, boah, vorsichtig sein, der wäre Millionär geworden. Das heißt, es geht wieder auf meine Kappe. Aber gleichzeitig gibt's auch ganz viele Meme-Coins, oder die auf Solana gelistet wurden, wie zum Beispiel Hawk Tour oder sowas, der wurde dann gepumpt, dann wurde auch schön eingecasht, und dann ist das ganze Ding wieder abgestürzt. Also ich finde deswegen, die treiben die Liquidität im Space voran, und vielleicht dieses, dieses, diese, diese Idee dahinter, sein eigenes Geldsystem zu schaffen, aber als langfristige Anlage, als langfristiges Anlageinstrument darf ich mich da nicht äußern. Ich finde ich auch sehr schwierig.

Eric Heinemann: Und da vielleicht noch eine Sache reinzubringen: Solana ist ja die Meme-Coin-Chain, ja, gewesen, oder ist es immer noch. Und man hat aber gesehen, dass sie sich schnell wieder weg davon entwickelt haben und haben gesagt, okay, liebe institutionelle Anleger, also das ist ja wahnsinniger Spagat, den die dahingelegt haben, ja, von der Meme-Coin-Chain, die eigentlich total unseriös und klein war, hin zu jetzt werden da institutionelle Milliardentransaktionen tagtäglich abgewickelt. Das ist glaube ich ein gutes Beispiel für, man muss erstmal gucken, wie baut man überhaupt so eine Technologie auf, die unheimlich schnell ist, viel Transaktionsdurchsatz hat, und wie entwickelt, kann sich das weiterentwickeln. Und man muss ja erstmal zeigen, dass man überhaupt mit viel Durchsatz, mit viel Transaktion umgehen kann. Das haben sie damit gezeigt und waren dann natürlich ein guter Ansprechpartner für institutionelle Händler bzw. als Basis für institutionelle Transaktionen. Das ist die Entwicklung. Hätte das jemand vor, weiß ich nicht, 5 Jahren gedacht? Wahrscheinlich nicht. Ja, und das ist halt das. Ich glaube, jede Technologie hat irgendwo seinen Anfang. Es ist die Frage, was kann man mit der Technologie machen? Und man muss ja auch erstmal showcacen, dass sie überhaupt funktioniert. Ob das der sinnvollste Showcase war und ob da Menschen Geld verloren haben und gewonnen haben, ja, auf beiden Seiten. Manche viel gewonnen, manche viel verloren. Am Ende ist es immer eine Frage, wie viel— bloß weil das Angebot da ist, heißt ja nicht, dass ich Angebot einnehmen muss.

Julian Hötzel: Genau so.

Eric Heinemann: Also setzt euch da einfach mit den Themen auseinander. Und wenn man guter Trade drin ist, dann kann man auch mal ein Meme-Coin traden. Ja, das ist so, warum nicht?

Julian Hötzel: Genauso wie bei Penny Stocks, die musst du ja auch nicht.

Eric Heinemann: Genau richtig, richtig.

Julian Hötzel: Also ich meine, gibt's ja auch wahrscheinlich etliche davon. Und Thema Solana, ich meine institutionelle Adoption jetzt mit Western Union, Cross-Border Payments jetzt als Infrastruktur abzuwickeln, ist halt schon stark. Das hat halt eben gezeigt, dass die Chain halt sehr, sehr stabil ist und dass das Netzwerk eben auch aufrechterhalten wird.

Eric Heinemann: Ich habe damals Infineon, eine Aktie, ja, habe ich damals bei 30, 40 Cent gehandelt, das erste Mal. So, da waren die absoluter Schrott. Jeder hat gesagt, das ist nichts wert. Jeder so, das war so Penny-Stock-Trading, ja, für mich damals mit kleinem Geld. Und guck dir an, wo Infinia jetzt steht. Ja, also ist so, wo ich sage, ja, man muss immer gucken, was für eine Art Trader ist man, wie möchte man investieren. Ist das meine Altersvorsorge? Auf keinen Fall. Ja, aber ist das mal ein Trade, wo man ein paar Prozent mitnehmen kann? Ja, mit dem richtigen Risikomanagement.

Tokenisierung realer Werte

Lukas: Ja, ist auch eine interessante Technologie, ist es ja, diese Tokenisierung von realen Werten. Was haltet ihr davon? In welche Richtung geht's? Was könnte vielleicht da noch auf uns zukommen?

Julian Hötzel: Also Tokenisierung von realen Vermögenswerten ist halt nicht nur ein Trend, sondern schon lange angekommen. Also damit gestartet hatten wir gerade auch bei unserem Vortrag 2020. Bis dahin hat es glaube ich 4 Jahre gedauert, bis wir bei 5 Milliarden waren. Mittlerweile sind wir bei 30 Milliarden Dollar angekommen von Assets, die jetzt mittlerweile tokenisiert wurden, und wir sind schon in diesem Hockeystick-Szenario drin. Es gibt relativ viele Szenarien, die auch darauf hindeuten, dass wir mittlerweile bei 2035 fast bei 70, 80% Abdeckung sind von allen Vermögenswerten, die dort draußen sind. Das ist natürlich sehr extrem. Also zurzeit zum Beispiel gibt es halt den besten Case auch mit US Treasuries, die sind mit 8 Milliarden tokenisiert worden, dann Gold oder so allgemein Schuldverschreibungen. Und eigentlich legt jetzt Sachsen eine Anlageeinleihe auf, stark. Also das Thema ist nicht mehr wegzudenken. Man merkt das nicht als Privatkunde und ich würde das auch nicht feststellen, aber das ganze System wird halt effizienter, kostengünstiger gestaltet. Man kann mittlerweile auch in Pre-IPO-Stocks investieren, die tokenisiert sind, zum Beispiel, oder eben, was halt dann auch die Idee ist, in Märkte einzutauchen wie zum Beispiel Private Equity, die halt so Privatanlegern halt vorenthalten wurden, und daran zu partizipieren. Das finde ich halt total spannend. Allgemein für Unternehmen ist es halt einfach total effizient, tokenisierte Securities rauszugeben. Und das ist eben der Trend, wo wir jetzt gerade hingehen. Und dann wird sich halt in der Zukunft zeigen, ja, ob Banken eben relativ schnell sich umstellen, aber sie werden sich auf jeden Fall umstellen und Börsenunternehmen auch.

Eric Heinemann: Also ist angekommen, wenn selbst Sachsen Anleihen tokenisiert, ja, dann glaube ich, ist angekommen.

Julian Hötzel: Selbst als Pilotprojekte, ja, total.

Eric Heinemann: Und was ich halt da gerade noch sehe, wir werden viel, viel mehr Volumen sehen on-chain, ja. Wir sehen es jetzt auch schon, was du eben angesprochen hast, wir gehen gerade in der Wachstumskurve eher Hockey- Logistik, also ganz schnell nach oben. Und es sind Anleihen, es sind Aktien, ja, also auch das Ganze, das habe ich eben auch im Vortrag gesagt, das Ganze Aktien zu kaufen, zu verkaufen, dauert meist so einen Tag, bis es dann alles eingebucht ist etc. pp. Dann kannst du es in Zukunft, wenn es tokenisiert ist, on-chain funktioniert, innerhalb von wenigen Minuten, dass es eingebucht ist, wenn nicht sogar in Sekunden. Und das ist ein unheimlicher Effizienzgewinn. Ist dann nur die Frage, ob dieser Effizienzgewinn auch in günstigeren Gebühren beim Kunden durchschlägt oder ob es in Marge bei den jeweiligen Anbietern bleibt. Das wird sich zeigen.

Julian Hötzel: Klassische Disruption des traditionellen Finanzmarkts.

Wie erkennt man ein seriöses Projekt?

Lukas: Genau. Gibt es eine Metrik außer von Marktkapitalisierung jetzt mal, wo man erkennt, ob ein Projekt Hand und Fuß hat oder nicht?

Julian Hötzel: Also es gibt halt spezielle Auditor, die das machen. Also es gibt relativ viele Unternehmen, die halt Whitepaper auseinandernehmen. Also es gab halt mal diesen Whitepaper-Craze. Zwischen 2017, 2021, ich auch selber sehr viele Projekte selber gelesen, um mal zu verstehen, ob das überhaupt Sinn ergibt. Mittlerweile sind diese Projekte halt komplette OGs im ganzen Space geworden, wie zum Beispiel Chainlink, finde ich. Und normalerweise, also wir bieten das zum Beispiel von Bitvavo nicht an. Du guckst dir, glaube ich, auch jetzt die Whitepaper vielleicht ein bisschen überschaubar an, aber vertraust da, glaube ich, auch eher externen Betreibern, aber du hast mittlerweile auch Unternehmensdienstleister, die sich daraus einen Businesszweig halt gebaut haben, und das ist halt auch enorm wichtig für uns, weil wir eben genau diese Reports bei uns eben auch darstellen. Da müsste sich aber dann jeder selber irgendwie noch mal informieren, welcher Geschäftszweig dann in der Zukunft halt ausschlaggebend sein wird. Ich meine, AI steht in aller Munde, das sind zum Beispiel solche Themen, die unsere Kunden total interessiert, klassische AI, Aktien, AI-Tokens oder Projekte und wie viel die überhaupt Einfluss nehmen auf den Blockchain-Space, zum Beispiel.

Eric Heinemann: Ja, also ich schaue mir natürlich auch immer noch an, klar, ich lese jetzt nicht jedes Whitepaper. Ich habe gesagt, in 2025 hatten wir irgendwie über 17.000 Krypto-Tokens da draußen, da kannst du jetzt nicht jedes anschauen. Wenn mich aber was interessiert, ja, schaue ich mir an, wer ist das Team dahinter, was ist das Geschäftsmodell, wie könnten die potenziell Geld verdienen? Weil wenn man sich viele Projekte da draußen anschaut, fragt man sich immer, wie verdienen die eigentlich Geld? Ja, und das sollte immer so die Frage sein. Wenn jemand wirklich etwas hat, womit er Geld verdienen kann und das vielleicht auch an die Tokenholder wieder zurückgibt, dann kann es was sein. Oder vielleicht nutzt, um Token zu verbrennen, nenne ich jetzt mal. Ja, dann kann es sein, dass du wirklich nachhaltiges Wachstum damit über mehrere Jahre hinbekommst. Auch die Allokation, wer hat denn eigentlich wie viele Token? Sind dann 90% der Token nur beim Gründerteam, ja, sowas wie Trump Coin etc. pp., ja, große Allokation bei Family und Friends. Wann werden diese Token frei, ja, also diese Unlocks der Token, wann werden die in den Markt wieder freigegeben, ja? Muss man sich so vorstellen, die sind für eine Zeit versperrt, da kommt man nicht dran, und erst nach einer Zeit werden die sozusagen auf Swanet freigegeben, und dann können die verkauft werden. Und dann gerät natürlich so ein Token immer wieder unter Verkaufsdruck, ja, wenn diese Events passieren. Könnten wir jetzt stundenlang drüber reden, was wir uns noch so alles anschauen. Ich bin aber auch immer ein Freund, einfach mit irgendwie, weiß nicht, ChatGPT oder Claude einfach mal zu sagen, wir haben ja alle wenig Zeit, die wenigsten sind wirklich Fulltime-Investoren, einfach mal zu sagen, hey, ich habe hier Infos von dem Projekt, das ist das Whitepaper, nimm es mir mal auseinander und sei mein Kryptoexperte, Tokenanalyst, was auch immer. Und dann sind die schon gar nicht so schlecht und können dir schon mal so ein paar Red Flags aufzeigen. Und dann hat man sich das gespart. Und ich meine, mit 20 € irgendwie ChatGPT oder Claude Lizenz kriegt man da schon relativ viel hin. Darf man dem allen glauben, was da rauskommt? Nein, aber man ist zumindest schon mal schneller in der Analyse der Themen, die man sich sonst über Stunden lang angelesen hätte.

Julian Hötzel: Ja, genau. Ja, voll.

Schlusswort: Warum Krypto bleibt

Lukas: Bei euch beiden ist ja so das Thema Krypto so in eurem Herz. Ihr lebt euch da auch beruflich aus, ihr wollt es nach außen bringen. Wenn ihr jetzt nur ein Ding irgendwie sagen könntet, was muss sich ändern in den Köpfen der Deutschen, oder was wollt ihr nach außen bringen? Was eure Mission? Was wollt ihr den Menschen sagen über den Krypto-Space, über Bitcoin, über all die tollen Projekte, die es gibt? Was liegt euch auf dem Herzen? Was sagt ihr, was muss raus in diese Welt?

Julian Hötzel: Also ich glaube, dass erstmal das Whitepaper von Satoshi Nakamoto, der Gruppe oder einer Person, aus einem bestimmten Grund passiert ist. Daran wurde lange gefeilt und dass dieses Finanzsystem, so wie es gerade existent ist, gerade in der Umbauphase ist und vor allem, wenn wir das halt sehen, wie jetzt mittlerweile halt auch in realen Vermögenswerten, ich glaube, das ist das beste Beispiel, mittlerweile Krypto angekommen ist bzw. die Infrastruktur, das heißt, man kann jetzt nicht nur an gewissen Krypto-Projekten partizipieren, die auf der Blockchain laufen, sondern halt auch mit den Vermögenswerten, die wir halt schon seit etlichen Jahrzehnten oder Jahrhunderten kennen und das ist für mich einfach ein ausschlaggebender Punkt, dass Krypto, Blockchain und allgemein die Tokenisierung von Assets halt nicht mehr wegzudenken ist. Und das ist eben der Weg, in den wir ja die nächsten Dekaden halt gehen werden. Und das ist halt für mich einfach nur eine Frage der Zeit, bis es halt wirklich bei jedem durchgerutscht ist. Und wir stehen jetzt irgendwie noch am Anfang. Also selbst wenn Bitcoin jetzt das 13. größte Asset ist von der Marktkapitalisierung von allen Assets überhaupt, Also es ist schon Mainstream. Ich hatte auch letztens gesehen, dass bei Wer wird Millionär die Frage gestellt wurde, von wie vielen gibt es nur 21.000, und ich glaube, das war die 21 Millionen, das war die 32.000-€-Frage bei Günther Jauch, und das zeigt, also ich glaube, wenn die Frage dann irgendwann noch mal kommt, aber bei 500 steht, dann wissen wir, okay, mittlerweile ist es wirklich bei jedem angekommen. Und das ist halt wie mit jeder anderen Innovation auch, es braucht Zeit, Leute brauchen Zeit, sich daran zu gewöhnen, und das ist auch völlig in Ordnung.

Eric Heinemann: Genau, wie Julian schon gesagt hat, Krypto ist gekommen, um zu bleiben. Versucht das Thema euch anzulernen, anzulesen, setzt euch damit auseinander. Ich finde auch immer, es ist besser, Dinge zu machen. Machen ist immer krasser als nur lesen, reden, davon hören. Ja, nehmt kleines Geld in die Hand, handelt ein bisschen, versteht, wie so eine Handelsplattform überhaupt funktioniert. Und den gesunden Menschenverstand immer dabei anlassen, nicht zu gierig werden. Und wenn man das beachtet, dann kann man eigentlich gar nicht so stark auf die Nase fallen.

Lukas: Ja, schönes Schlusswort. Das waren Eric Heinemann von Krypto Nerds und Julian Hötzel von Bitvavo. Link zu Bitvavo und Krypto Nerds findet ihr in der Beschreibung. Männer, vielen Dank für die Zeit, genießt den Tag, und bis bald mal wieder.

Eric Heinemann: Alles Gute, ciao ciao, tschüss tschüss!

Andere Beiträge