In Startups investieren: Was ein Defense-Tech-Gründer Privatanlegern rät

stefan Röbel gespräch

Veröffentlicht am 21. September 2026 · Lesedauer: 8 Minuten

Was heißt in Startups investieren?

Wer in Startups investiert, kauft eine Beteiligung an neuen Firmen, die noch nicht an der Börse gehandelt werden. Das Geld fließt über Venture-Capital-Fonds, Business Angels, Investitionsvehikel oder Crowdinvesting-Plattformen. Die Anteile sind über Jahre nicht verkäuflich, denn die meisten Startups scheitern, einzelne vervielfachen den Einsatz. Deshalb sollte nur ein kleiner Depot-Anteil in diese Anlageklasse gehören. Das Investment gehört zu Hochrisiko-Investments.

Ein Roboter bringt Wasser, Munition und Essen in den Schützengraben und holt Verwundete heraus. Gebaut wird er in München. Genau darüber haben wir mit Stefan Röbel, Mitgründer und COO von ARX Robotics, auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel gesprochen, vor allem aber darüber, wie du als Privatanleger in so ein Unternehmen einsteigen kannst. Seine Antwort ist ein Ja mit Bedingungen, und die haben es in sich.

⭐ Das Wichtigste auf einen Blick

1. Startups wie ARX Robotics sind nicht börsennotiert. Privatanleger kommen laut Stefan Röbel über drei Wege hinein: Venture-Capital-Fonds, als Business Angel oder über ein Investitionsvehikel (SPV).
2. Röbel rät zur Vorsicht und nennt als Faustregel für Startup-Beteiligungen maximal 5 Prozent des Depots. Wer bereits Tech- und Momentum-Werte hält, sollte eher bei 1 bis 2 Prozent bleiben.
3. Ein Venture-Capital-Fonds läuft 8 bis 12 Jahre in drei Phasen (Investieren, Halten, Verkaufen). Das Geld ist in dieser Zeit nicht verfügbar.
4. Die meisten Startups laufen laut Röbel „Richtung null". Ein Startup-Investment ist reines Risikokapital, das man gedanklich abschreiben sollte.
5. Krieg wird nach Röbels Einschätzung künftig durch Daten und Tempo entschieden. Die Bundeswehr hat die Fähigkeitslücke erkannt, ARX Robotics liefert unbemannte Bodensysteme bereits in die Ukraine.

Wer ist Stefan Röbel?

Stefan Röbel ist Mitgründer und COO (Chief Operating Officer, verantwortlich für das operative Geschäft) von ARX Robotics, einem Münchner Defense-Tech-Startup für unbemannte Bodenfahrzeuge. Zuvor diente er zwölf Jahre als Offizier in der Bundeswehr, davon sechs Monate in Nordafghanistan, wo er ein Team von 120 Menschen führte.

Seine Einheit beschreibt er als „eine Art ADAC": Wenn Fahrzeuge zerstört oder gesprengt wurden, brachte sie Ersatz, reparierte sie oder brachte sie weg. Die Bundeswehr führte von 2006 bis 2014 das Regionalkommando Nord in Afghanistan mit dem Hauptquartier in Masar-i Scharif.

Stefan Röbel
Rolle Mitgründer und COO
Unternehmen ARX Robotics (München)
Hintergrund 12 Jahre Offizier der Bundeswehr, Auslandseinsatz Nordafghanistan
Produkte Unbemannte Bodenfahrzeuge GEREON und HECTOR, Betriebssystem Mithra OS
Website arx-robotics.com

ARX Robotics wurde von drei ehemaligen Bundeswehr-Offizieren gegründet. Im Juni 2024 sammelte das Unternehmen 9 Millionen Euro Seed-Kapital unter Führung des NATO Innovation Fund ein, damals die größte Seed-Runde eines europäischen Defense-Tech-Startups.

Im April 2025 folgte eine Series-A-Finanzierung über 31 Millionen Euro unter Führung von HV Capital. Nach eigenen Angaben hat ARX die größte westlich entwickelte Flotte unbemannter Bodenfahrzeuge an das ukrainische Militär geliefert.

Kann ich als Privatanleger in ein Startup wie ARX Robotics investieren?

Ja, aber es funktioniert nicht über eine Börse und nicht ohne Umwege. ARX Robotics wird nicht öffentlich gehandelt, es gibt also keine Aktien, die man in seiner Depot-App kaufen könnte. Das Kapital kommt von Venture Capital, zu Deutsch Risikokapital. Investoren erwerben dabei zu einer festgelegten Bewertung Anteile am Unternehmen. Röbel nennt drei Wege, über die auch Privatpersonen dazukommen.

  • Venture-Capital-Fonds: Ein Fonds sammelt Geld von vielen Investoren, beteiligt sich an einer Reihe junger Unternehmen und finanziert deren Wachstum. Du hältst nicht ein Startup, sondern einen Anteil am Fonds.
  • Business Angel: Eine Privatperson investiert sein eigenes Geld direkt in ein Startup, meist in der Frühphase. Röbel schränkt ein, dass Angels in der Regel ein „Money Plus" mitbringen müssen, also Industriekontakte oder Verbindungen in andere Länder, die dem Startup nützen. Der Verband Business Angels Deutschland beschreibt den Angel entsprechend als Kapitalgeber mit Know-how und Netzwerk.
  • SPV (Special Purpose Vehicle): Ein Investitionsvehikel bündelt mehrere kleinere Anleger hinter einem Lead-Investor, der den Deal verhandelt. So kommen Beträge zusammen, die ein einzelner Privatanleger nicht aufbringen würde.

Keiner der drei Wege ist für Privatanleger bequem, das räumt Röbel offen ein. Die Mindestbeträge bei Venture-Capital-Fonds liegen laut Companisto-Glossar oft zwischen 10.000 und 100.000 Euro, Angel-Runden setzen Kontakte voraus, SPVs brauchen jemanden, der sie organisiert.

„Es gibt verschiedene Wege, in frühphasige Unternehmen reinzuinvestieren. Nicht ganz einfach für einen Privatanleger. Man muss auch immer dazu sagen, dass Startups sehr hoch im Risiko sind, mit sehr viel Upside."
— Stefan Röbel, Mitgründer und COO ARX Robotics (Quelle: Interview Ludwig-Erhard-Gipfel)

Was ist Crowdinvesting und warum warnt die BaFin?

Crowdinvesting ist der vierte Weg, den Röbel im Gespräch nicht erwähnt, der in Deutschland aber der gängigste für kleine Beträge ist. Eine Plattform bündelt viele Kleinanleger, die einem Startup Geld geben, meist als sogenanntes Nachrangdarlehen. Nachrangig heißt, dass du in der Insolvenz erst nach allen anderen Gläubigern bedient wirst.

Die BaFin warnt auf ihrer Verbraucherseite zu Crowdfunding, dass bei einem Scheitern ein Totalverlust droht und bei qualifizierten Nachrangdarlehen der Rückzahlungsanspruch sogar vollständig entfallen kann.

Das Vermögensanlagen-Informationsblatt, das Anbieter vorlegen müssen, prüft die Aufsicht nur formal. Über die Seriosität des Anbieters oder die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells sagt es nichts aus.

Wie viel Prozent des Depots dürfen in Startups fließen?

Maximal 5 Prozent, und das nur, wenn der Rest des Depots konservativ aufgestellt ist. Diese Zahl nennt Röbel auf Lukas' Frage, mit wie viel Prozent seines Portfolios er ein Investment in ein fremdes Projekt eingehen würde, von dem er überzeugt ist. Wer im Depot ohnehin schon Tech- und Momentum-Werte hält, also Aktien mit starkem Kurslauf und hoher Schwankung, sollte auf der Hochrisikoseite eher bei 1 bis 2 Prozent bleiben.

Der Grund ist die Verteilung der Ergebnisse, und die Risiken sind bei jedem einzelnen Investment hoch. Es gibt laut Röbel immer eine „Märchengeschichte", in der jemand das 10.000-Fache seines Einsatzes macht. Die meisten Beteiligungen laufen dagegen Richtung null. Wer streut, gleicht das aus, wer alles auf ein Startup setzt, nicht.

„Die Allokation hier im Portfolio sollte verschwindend gering sein. Logischerweise gibt es immer eine Märchengeschichte, wo irgendjemand ein 10.000x macht. Aber die meisten werden halt einfach Richtung null laufen."
— Stefan Röbel, Mitgründer und COO ARX Robotics (Quelle: Interview Ludwig-Erhard-Gipfel)

Was bedeuten 5 Prozent in Euro?

Ein Rechenbeispiel macht die Regel greifbar. Angenommen, dein Depot ist 20.000 Euro groß und breit in ETFs gestreut. Fünf Prozent davon sind 1.000 Euro Startup-Kapital.

Fall eins, Totalverlust: Dein Depot verliert 5 Prozent. Bei einer angenommenen Rendite von 6 Prozent pro Jahr hat der ETF-Teil das nach knapp einem Jahr wieder aufgeholt. Fall zwei, ein guter Ausgang mit dem Dreifachen nach zehn Jahren: Aus 1.000 Euro werden 3.000 Euro. Dieselben 1.000 Euro hätten im ETF bei 6 Prozent pro Jahr rund 1.790 Euro ergeben.

Der Unterschied liegt bei rund 1.200 Euro, bezogen auf das Gesamtdepot also bei etwa 6 Prozent über zehn Jahre. Der Totalverlust tut mit 5 Prozent Depot-Anteil wenig weh, der Glücksfall macht dich nicht reich. Beide Zahlen sind Annahmen zur Veranschaulichung, keine Prognose.

Wie lange ist das Geld in einem Venture-Capital-Fonds gebunden?

Ungefähr 8 bis 12 Jahre, und in dieser Zeit kommst du nicht heran. Röbel beschreibt drei Phasen: Zuerst investiert der Fonds das eingesammelte Kapital in Startups, dann hält er die Beteiligungen über Jahre, und am Ende verkauft er sie wieder, etwa an einen Konzern oder über einen Börsengang. Diese letzte Phase heißt Exit.

Erst nach dem Exit bekommst du dein Geld zurück, als sogenanntes Multiple, also ein Vielfaches (oder ein Bruchteil) des Einsatzes. Die Spanne von 8 bis 12 Jahren nennt auch Companisto als typische Laufzeit für Venture-Capital-Fonds.

„Wenn man das Geld braucht, sollte man gar nicht mit dem Geld spielen, weil das Geld ist einfach für 12 Jahre weg. […] Das ist reines Risikokapital, was man theoretisch abschreiben sollte und nach 10 Jahren nicht brauchen sollte."
— Stefan Röbel, Mitgründer und COO ARX Robotics (Quelle: Interview Ludwig-Erhard-Gipfel)

Startup-Kapital ist also kein Notgroschen und keine Anzahlung für eine Wohnung in fünf Jahren. Es ist Geld, das du gedanklich schon verloren gegeben hast, bevor du es überweist. Wer diese Haltung nicht aufbringt, für den passt die Anlageklasse nicht.

Warum vergleicht Röbel Investoren mit einer Ehe?

Weil du einen Investor nicht wieder loswirst. Auf Lukas' Frage, ob das Einsammeln von Kapital „easy" sei, winkt Röbel ab. Es seien immer harte Gespräche, man spreche in einer Finanzierungsrunde mit vielen Menschen und die meisten investierten nicht. Auf YouTube sehe man nur die Erfolge, nicht die Ablehnungen auf dem Weg.

Wer als Investor einsteigt, bekommt Sitze im Advisory Board, dem Beratungsgremium des Unternehmens, und begleitet die Gründer bis zum Exit. Röbel spricht deshalb vom richtigen Partner, „der dich als Unternehmen versteht". Diese Reise dauert laut Röbel locker 5 bis 10 Jahre.

„Es ist wie eine Ehe. Das heißt, du musst gucken, mit wem du dort quasi das Ehegelübde ablegst auf der Businessseite, und dass er ans Telefon geht, wenn du ihn brauchst, dass er aber aus dem Weg geht, wenn du schnell gehen willst."
— Stefan Röbel, Mitgründer und COO ARX Robotics (Quelle: Interview Ludwig-Erhard-Gipfel)

ARX macht sich die Suche zusätzlich schwer. Das Unternehmen nimmt nach Röbels Worten nur europäisches Geld auf, kein amerikanisches, keins aus dem Mittleren Osten, keins aus Asien. Ziel sei ein europäisches Unternehmen. Für dich als Anleger ist das eine brauchbare Prüffrage. Wer steht auf der Investorenliste, und passt das zur Geschichte, die die Gründer erzählen?

Was macht ARX Robotics, und wo steht die Bundeswehr?

ARX Robotics baut unbemannte Bodenfahrzeuge und die Software dazu. Röbel begründet das Geschäftsmodell mit einer Beobachtung aus der Ukraine. Konflikte werden künftig von zwei Dingen entschieden, von besseren Entscheidungen und von schnelleren Iterationszyklen, also der Fähigkeit, ein Produkt in kurzen Abständen zu verändern.

Warum entscheiden Daten und Tempo über Konflikte?

Weil Entscheidungen mit Daten getroffen werden, und wer mehr Daten sammelt und verarbeitet, entscheidet besser. ARX rüstet deshalb nicht nur eigene Roboter, sondern auch bereits eingeführte Fahrzeuge der Streitkräfte mit Software aus, damit Offiziere und Unteroffiziere schneller zu guten Entscheidungen kommen.

Beim Tempo zeichnet Röbel ein Bild aus der alten Beschaffung. Früher habe die Bundeswehr einen langen Anforderungskatalog geschrieben, die Industrie nach fünf Jahren einen Prototyp vorgestellt und nach weiteren fünf Jahren ein Produkt geliefert. In der Ukraine ändere sich das Gefechtsfeld dagegen im Wochenrhythmus.

„Das ist schön, wenn du von Ausschreibung bis Produkt 10 Jahre hast, aber bist du heute quasi 9,5 Jahre zu spät."
— Stefan Röbel, Mitgründer und COO ARX Robotics (Quelle: Interview Ludwig-Erhard-Gipfel)

Die Bundeswehr habe verstanden, dass sie handeln müsse, und gehe die ersten Schritte. Bei einem Apparat dieser Größe passiere das nicht von heute auf morgen.

Laut Personalzahlen der Bundeswehr zählte sie zum 31. Juli 2026 186.705 Soldatinnen und Soldaten sowie 81.048 zivile Beschäftigte. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sieht Röbel Deutschland dennoch „relativ weit vorne".

Was tun die Roboter in der Ukraine?

Sie halten Soldaten am Leben. Röbel beschreibt den Einsatz nüchtern. Die Roboter bringen Versorgungsgüter wie Essen, Wasser und Munition an die Grabenlinie, sie übernehmen den Abschub von Verwundeten und Gefallenen, damit dafür kein Personal gebunden wird, und sie leisten Feuerunterstützung, damit sich die Soldaten in den Gräben bewegen können.

Vor drei Wochen war Röbel in Kiew. Das Leben gehe dort normal weiter, nur dass vor den Häusern Generatoren stünden und die Menschen erst bei Raketen- oder ballistischem Alarm in den Bunker gingen. Sein Gradmesser stammt aus Afghanistan. Solange Kinder auf der Straße spielen, ist das Risiko gering.

Ob du Rüstung im Depot haben willst, ist eine eigene Entscheidung. Wer einen Welt-ETF hält, hat ohnehin Rüstungskonzerne darin, wie wir im Artikel Rüstungsaktien investieren: Lohnt es sich noch? gezeigt haben. Der Einstieg über ein Startup ist die riskantere und illiquidere Variante derselben Wette.

Was bringt dir der Ludwig-Erhard-Gipfel als Anleger?

Ein Gespür dafür, wohin Geld fließen wird. Der Ludwig-Erhard-Gipfel ist ein jährliches Treffen von Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien in Gmund am Tegernsee, veranstaltet von der Weimer Media Group. Röbel nutzt ihn, um „das Ohr an Masse" zu halten. Was macht die Wirtschaft, welche Rahmenbedingungen setzt die Politik, und wohin fließt in Zukunft das Geld?

Im Markt für Defense Tech entscheiden diese Rahmenbedingungen über alles. Ein Startup, das von staatlichen Aufträgen lebt, hängt an Haushaltsbeschlüssen und Beschaffungsregeln. Wer dort investieren will, muss die Politik lesen können, nicht nur die Bilanz.

Fazit: Kleiner Einsatz, langer Atem, klarer Kopf

In Startups investieren kannst du als Privatanleger, aber nur zu Röbels Bedingungen. Der Anteil bleibt klein, das Geld ist über Jahre gebunden und gedanklich abgeschrieben, und der Weg führt über einen Fonds, ein Vehikel oder eine Plattform, nie über die Börse.

Was dabei hängen bleibt, ist weniger die Rendite-Fantasie als die Haltung. Röbel hat mit ARX Robotics selbst erlebt, wie viele Investoren absagen, bevor einer zusagt. Wer sich als Anleger an dieselbe Disziplin hält, hat die wichtigste Regel dieser Anlageklasse verstanden: Der Weg ist lang, das Ergebnis offen, und die Geschichte schreibt sich erst am Ende.


Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die genannten Beispiele, Einschätzungen und Strategien sind allgemeiner Natur und berücksichtigen nicht deine persönliche Situation.

Investitionen in Wertpapiere, Fonds, ETFs oder andere Anlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Triff deine Entscheidungen eigenverantwortlich und informiere dich bei Bedarf zusätzlich, z. B. bei einer unabhängigen Honorarberatung oder Steuerberatung.

Transparenz: ARX Robotics wird in diesem Beitrag genannt, weil das Unternehmen Gegenstand des Interviews ist. Es nimmt kein Kapital von Privatanlegern an und ist keine Anlageempfehlung. Zwischen Investier oder Verlier und ARX Robotics, Companisto oder Business Angels Deutschland besteht keine Werbe-, Provisions- oder Affiliate-Beziehung.

Über die Autoren

Laura Podleska, Co-Founderin und Co-Host von Investier oder Verlier

Laura Podleska

Co-Founderin und Co-Host, verantwortet SEO, Web und Social Media

Laura hat „Investier oder Verlier" im Juni 2025 mitgegründet und verantwortet Webseite, Suchmaschinen-Optimierung und die Social-Media-Kanäle der Marke. Beruflich arbeitet sie als Online-Marketing-Managerin mit Schwerpunkt Suchmaschinen-Optimierung.

Lukas Beißwenger, Co-Founder und Co-Host von Investier oder Verlier

Lukas Beißwenger

Co-Founder und Co-Host, führt die Experten-Interviews

Lukas hat „Investier oder Verlier" im Juni 2025 mitgegründet und führt die Interviews mit Fachleuten aus der Finanzbranche, unter anderem live auf den Börsen- und Anlegertagen. Er verantwortet Aufnahme und Produktion der Folgen.

Gemeinsam veröffentlichen die beiden seit Juni 2025 über 90 Podcast-Folgen. Ihre Mission: Investieren verständlich, ehrlich und auf Augenhöhe erklären.

Über die Autoren

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Häufige Fragen

Kann ich als Privatanleger in Startups investieren?+

Ja, über Venture-Capital-Fonds, als Business Angel, über ein Investitionsvehikel (SPV) oder über Crowdinvesting-Plattformen. Startups sind nicht börsennotiert, eine Aktie gibt es also nicht. Keiner dieser Wege ist laut Stefan Röbel von ARX Robotics für Privatanleger bequem.

Wie viel Prozent meines Depots darf in Startups?+

Stefan Röbel nennt maximal 5 Prozent bei einem konservativ aufgestellten Restdepot. Wer bereits Tech- oder Momentum-Werte hält, sollte eher bei 1 bis 2 Prozent bleiben. Der Anteil muss so klein sein, dass ein Totalverlust das Depot nicht gefährdet.

Wie lange ist Geld in einem Venture-Capital-Fonds gebunden?+

Typischerweise 8 bis 12 Jahre. Der Fonds investiert zuerst, hält die Beteiligungen dann über Jahre und verkauft sie am Ende beim Exit. Erst danach bekommst du dein Geld als Vielfaches oder Bruchteil des Einsatzes zurück.

Was ist ein Business Angel?+

Eine Privatperson, die eigenes Geld in ein Startup in der Frühphase investiert und meist auch Erfahrung und Kontakte einbringt. Laut Röbel erwarten Startups von Angels ein „Money Plus", also Industrieverbindungen oder Zugang zu anderen Märkten.

Was ist Defense Tech?+

Defense Tech bezeichnet Technologie-Startups, die Produkte für Streitkräfte entwickeln, etwa Drohnen, unbemannte Bodenfahrzeuge oder Software zur Datenauswertung. ARX Robotics aus München ist ein Beispiel und hat nach eigenen Angaben unbemannte Bodenfahrzeuge an das ukrainische Militär geliefert.

Transkript der Folge

„Viel Upside, viel Risiko. Das heißt, die Allokation hier im Portfolio sollte verschwindend gering sein."
Stefan Röbel, Mitgründer ARX Robotics, über Risikokapital im Depot
„Das funktioniert, ist aber nicht ganz einfach, muss dazu sagen. Wir werden nicht öffentlich gehandelt, das heißt, wir sind nicht an der Börse handelbar."
Stefan Röbel über den Einstieg als Privatanleger
„Du kannst ihn nicht einfach rausschmeißen. Da gibt's Sitze im Advisory Board, die dich begleiten, bis du einen Exit hast. Das heißt, es ist wie eine Ehe."
Stefan Röbel über die Beziehung zu Investoren
Vollständiges Transkript anzeigen

Interview vom Ludwig-Erhard-Gipfel 2026. Lukas Beißwenger im Gespräch mit Stefan Röbel, Mitgründer und COO von ARX Robotics. Das Transkript gibt das Gespräch in gesprochener Sprache wieder, einzelne Versprecher und Halbsätze sind so erhalten.

Einstieg: Tempo entscheidet auf dem Gefechtsfeld

Stefan Röbel: Wenn du jetzt in die Ukraine schaust, die Änderungen, die wir auf dem Gefechtsfeld sehen, sind im Wochenrhythmus. Wie schnell kannst du Probleme lösen, die dir dein Gegner vor die Füße wirft? Und der, der es schneller kann, wird zukünftig erfolgreich sein. Krieg generiert Chaos und im Chaos geht es eigentlich darum, dass du Menschenleben schützt. Die Roboter unterstützen mit Versorgungsgütern: Essen, Wasser, Munition, alles, was der Soldat braucht, um täglich zu überleben. Du musst den richtigen Partner finden, der dich als Unternehmen versteht. Und deswegen gibt es auch Firmen wie uns, dass wir beginnen, den Streitkräften in Europa eine Chance zu geben, diese Lücke schnellstmöglich aufzufüllen, damit wir in Frieden weiterleben können. Es sind große Prozesse, die geändert werden müssen. Es ist klar, das, was gemacht werden muss. Die Leute sehen immer nur das Ergebnis, aber der Weg ist eigentlich das, was später die große Geschichte schreibt.

Lukas: Wie steht die Bundeswehr aktuell da? Sind wir vorbereitet auf alles? Wie muss es weitergehen? Was ist ARX Robotics? Was macht ihr? Ich würde gerne in so innovative Unternehmen investieren. Kann man in so ein Startup wie eures auch investieren als Privatanleger? Ein Riesenthema hier auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel ist natürlich das Investment in Verteidigung. Jemand, der nicht nur darüber redet, sondern das auch umsetzt und vor einigen Jahren selber in Kriegsgebieten war, ist mein heutiger Gast Stefan Röbel, Mitgründer von ARX Robotics. Stefan, vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast.

Stefan Röbel: Danke für die Einladung, Lukas.

12 Jahre Offizier: Warum Bundeswehr, warum Afghanistan

Lukas: Gerne, gerne. Erzähl doch mal, wie kam das von dir persönlich, diese Entscheidung, dass du damals gesagt hast, Du gehst in die Bundeswehr, du dienst deinem Land und du gehst sogar nach Afghanistan, was für mich unglaublich Hut ab, ja, wirklich großen Respekt.

Stefan Röbel: Gut, für mich war die Entscheidung damals 12 Jahre als Offizier. Als Offizier bist du automatisch Vorbild und als Vorbild macht es keinen Sinn, wenn du sagst, Afghanistan, da können alle anderen hingehen, aber ich nicht. Das heißt, ich habe dort 6 Monate meines Lebens verbracht. Ich habe ein großes Team geführt, 120 Menschen. Wir haben Nordafghanistan abgedeckt. Wir waren so eine Art ADAC, das heißt, wenn Fahrzeuge zerstört, gesprengt wurden, dann waren wir da, um dort Ersatz hinzubringen, zu reparieren oder abzuschieben. Sehr spannende Zeit, viel gesehen, und das war aber schon eigentlich das Ende meiner Bundeswehrzeit. Dann kam nur noch ein Jahr, und dann habe ich dann nach 12 Jahren auch die Bundeswehr verlassen.

Lukas: Was hat sich vielleicht verändert in den Jahren, wo du weggegangen bist von der Bundeswehr damals zu heute? Was sind neue Themen, die gespielt werden, und was ist vielleicht gleich geblieben?

Stefan Röbel: Ich finde, damals hat man schon eine ganz gute Idee gehabt, was gefordert ist. Heute ist man schon deutlich weiter weg von dem, was aktuell in der Ukraine passiert. In der Ukraine aktuell werden Kleinstdrohnen eingesetzt, unbemannte Systeme. All das haben wir noch nicht nachhaltig in der Bundeswehr eingeführt. Das heißt, die Lücke, die wir in den Fähigkeiten haben, ist schon relativ groß. Und deswegen gibt es auch Firmen wie uns, dass wir beginnen, den Streitkräften in Europa eine Chance zu geben, diese Lücke schnellstmöglich aufzufüllen, damit wir in Frieden weiterleben können.

Wo die Bundeswehr heute steht

Lukas: Vielleicht bevor wir auf ARX Robotics mal eingehen und was ihr macht, mal so eine Einordnung von dir als Spezialist in dem Bereich, Fachmann. Wie steht die Bundeswehr aktuell da? Sind wir vorbereitet auf alles? Wie muss es weitergehen? Wie ist so eine Ist-Analyse von dir vielleicht?

Stefan Röbel: Die Ist-Analyse ist, dass wir verstanden haben, dass wir was tun müssen. Die ersten Schritte machen jetzt. Dass das ein sehr großer Apparat ist, sind mehrere 100.000 Mann, es sind große Prozesse, die geändert werden müssen. Das passiert nicht von heute auf morgen, aber das Wichtige ist schon mal passiert. Es ist klar, dass was gemacht werden muss. Jetzt sind wir gerade in der Phase, das Wie herauszufinden, und gehen schon die ersten Schritte im Wie. Das heißt, obwohl wir sonst immer sehr, sehr langsam sind, sind wir auf dem richtigen Weg und haben die ersten Schritte gemacht. Also der Pfad ist gesetzt. Klar kann es immer schneller gehen, aber wir Im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern sind wir schon relativ weit vorne mit.

Was ARX Robotics baut und was die Roboter in der Ukraine tun

Lukas: Tatsächlich habe ich in der Recherche rausgefunden, du bist auch Teil der Lösung irgendwie, dieses Projekt nach vorne zu bringen. Was ist ARX Robotics, was macht ihr und wie positioniert ihr euch?

Stefan Röbel: Wir haben verstanden, dass zukünftig eigentlich Konflikte mit 2 Sachen entschieden werden. Einmal wird es davon entscheiden, wer bessere Entscheidungen treffen kann. Entscheidungen werden mit Daten getroffen. Je mehr Daten du sammeln kannst und je mehr Daten du verarbeiten kannst, desto bessere Entscheidungen kannst du treffen. Das heißt, wir als Erstes, was wir machen, wir unterstützen die Streitkräfte dabei, nicht nur mit unbemannten Systemen, sondern auch mit den Systemen, die sie schon eingeführt haben, Softwarefähigkeiten zu entwickeln, demzufolge auch Daten aufzunehmen, zu verarbeiten, um den Offizieren und den Unteroffizieren, die in der Verantwortung sind, beste Voraussetzungen zu geben, um schnell gute Entscheidungen treffen zu können. Das war der erste Schritt. Der zweite Punkt, den wir treffen müssen, ist schnelle Iterationszyklen. Früher war es bei der Bundeswehr so, du hast irgendwie ein neues Fahrzeug gebraucht, da hat jemand einen ellenlangen Katalog geschrieben von was da alles rein muss. Danach hat es die Wirtschaft genommen, hat nach 5 Jahren einen Prototypen vorgestellt. Da hat die Bundeswehr gesagt, das ist aber toll, mach das mal. Und dann gab es noch mal 5 Jahre, da gab es dann ein Produkt. Das ist schön, wenn du von Ausschreibung bis Produkt 10 Jahre hast, aber bist du heute quasi 9,5 Jahre zu spät. Das heißt, das funktioniert nicht mehr. Wenn du jetzt in die Ukraine schaust, die Änderungen, die wir auf dem Gefechtsfeld sehen, sind im Wochenrhythmus. Das heißt, eigentlich ist jetzt der zweite Punkt, den du haben musst, ist, wie schnell kannst du Probleme lösen, die dir dein Gegner vor die Füße wirft. Und der, der es schneller kann, wird zukünftig erfolgreich sein. Das heißt, diese schnelle Fähigkeit, Produkte zu ändern und Lösungen zu finden, ist eigentlich das Zweite, womit wir helfen. Also die beiden Sachen sind die Punkte, die wir jetzt den Streitkräften Stück für Stück zur Verfügung stellen.

Lukas: Auch jetzt aktuell im Ukrainekrieg? Welche Produkte setzt ihr da ein schon?

Stefan Röbel: Wir haben unbemannte Bodensysteme. In der Ukraine ist es sehr viel weniger datengetrieben und vernetzungsgetrieben. Krieg generiert Chaos und im Chaos geht es eigentlich darum, dass du Menschenleben schützt. Du versuchst, die Streitmacht der Ukraine, die von Personal und Material unterlegen ist, durch Technologie auf Augenhöhe zu bringen, um dort mithalten zu können, Durchhaltefähigkeit zu erlangen. Das heißt, was wir machen, ist, wir unterstützen die Soldaten, die jetzt in der Grabenlinie sind, beim Überleben. Das heißt, die Roboter unterstützen mit Versorgungsgütern, Essen, Wasser, Munition, alles, was der Soldat braucht, um täglich zu überleben. Wir unterstützen beim Abschub von Verwundeten und von Gefallenen, damit wir dort kein Personal binden. Und wir unterstützen auch mit Feuerunterstützung, damit die Leute in den Gräben sich bewegen können.

Wie lange dauert der Krieg noch?

Lukas: Wie siehst du denn die Situation in der Ukraine? Siehst du ein baldiges Ende? Hättest du es so erwartet, dass sich der Krieg so lang zieht? Ich als jemand, der sich damit nicht so tief auseinandersetzt, hätte nicht gedacht, dass sich dieser Konflikt so lang zieht und Menschen ja so lang darunter leiden, ne, auf allen Seiten.

Stefan Röbel: Ja, es ist eine super schwierige Frage. Es ist super viel abhängig, wie viel Leidensfähigkeit Russland besitzt, um diesen Krieg weiter zu finanzieren, um Menschen in großen Mengen in die Ukraine zu schicken. Zurzeit sieht man dort noch kein Ende, muss man ehrlich sagen. Auf der anderen Seite war ich vor 3 Wochen in Kiew und dort geht das Leben aber normal weiter. Das hat mich so ein Stück weit an Afghanistan erinnert. Wenn du Kinder auf der Straße siehst, weißt du, dass das Risiko relativ gering ist. Wenn du keine Kinder mehr siehst, weißt du, dass das Risiko steigt. In Kiew ist es so, dass die Leute ihrem ganz normalen Lebensrhythmus nachgehen, nur dass sie halt draußen einen Generator stehen haben, weil es keinen Strom mehr gibt. Nur dass die Leute halt nur dann in den Bunker gehen, wenn sie einen Raketen- oder ballistischen Alarm haben, und wenn die Luftdrohnen kommen, halt im Leben normal weitergehen, weil die zu einer sehr hohen Prozentzahl abgeschossen werden. Das heißt, die Anpassungsfähigkeit von Menschen ist eigentlich sehr bemerkenswert, und man muss höchsten Respekt haben vor den Leuten, die dort tagtäglich eigentlich mit der Gefahr umgehen.

Kann ein Privatanleger in ARX investieren? Drei Wege

Lukas: Das stimmt. Wenn jetzt ein Privatinvestor sagt, hey, wenn man ja investiert, auch passiv in Indizes, ETFs, dann hat man auch einen Teil in Rüstung, ne? Wenn man jetzt aber sagt, hey, ich würde gerne in so innovative Unternehmen investieren, kann man in so ein Startup wie eures auch investieren als Privatanleger?

Stefan Röbel: Das funktioniert, ist aber nicht ganz einfach, muss dazu sagen. Wir werden nicht öffentlich gehandelt, das heißt, wir sind nicht an der Börse handelbar. Das heißt, es geht alles über Venture Capital, also Risikokapitalgeber, die zu einer bestimmten Bewertung Anteile am Unternehmen erwerben. Da gibt's immer die Möglichkeit für sogenannte Angel-Investoren, das heißt Kleinanleger, mit reinzuinvestieren. Meistens müssen die aber so eine Art Money Plus geben, das heißt, die haben entweder Industrieverbindungen oder Verbindungen in andere Länder, wo wir einen Mehrwert drin sehen. Dann gibt's einen dritten Punkt, die sogenannten SPV, das sind spezielle Investitionsvehikel, wo Menschen mit Hilfe von einem Investor mit reininvestieren können. Das heißt, es gibt verschiedene Wege, in frühphasige Unternehmen reinzuinvestieren. Nicht ganz einfach für einen Privatanleger. Man muss auch immer dazu sagen, dass Startups sehr hoch im Risiko sind, mit sehr viel Upside. Das ist ganz klassisches Risk-Reward, wie du sicherlich deinen Zuschauern schon gesagt hast. Viel Upside, viel Risiko. Das heißt, die Allokation hier im Portfolio sollte verschwindend gering sein. Logischerweise gibt es immer eine Märchengeschichte, wo irgendjemand ein 10.000x macht, Aber die meisten werden halt einfach Richtung null laufen.

Maximal 5 Prozent: Wie viel Risikokapital ins Depot gehört

Lukas: Das heißt, wenn man so eine Asset Allocation aufstellt, man hat solide Investments, ETFs, Aktien breit gestreut, dann kann man so was mal machen. Was ist für dich ein realistischer Rahmen, wo man sagt, ich bin überzeugt von so einem Projekt, mit wie viel Prozent würdest du reingehen, wenn es jetzt nicht dein Unternehmen ist?

Stefan Röbel: Maximal 5%, je nachdem wie die Allokation von dem Rest ist. Wenn man sehr konservativ ist, kann man auch mal 5% machen, Wenn die Streuung auch so ist, dass man Tech-Werte drin hat, alles was so Momentum-Werte sind, dann wahrscheinlich auf der Hochrisikoseite eher 1, 2. Man muss aber auch so sagen, wenn man in einen Venture-Capital-Fonds investiert, dann hat man einen Investitionszeitraum von diesem Fonds von ungefähr 8 bis 12 Jahren. Das heißt, es gibt eine Investitionsphase von dem Venture-Capital-Fonds, danach gibt's eine Haltephase und dann gibt's eine Deinvestphase. Das heißt, wenn man das Geld braucht, sollte man gar nicht mit dem Geld spielen, weil das Geld ist einfach für 12 Jahre weg. Also der Venture-Capital-Fonds nimmt das Geld, verschwindet für 12 Jahre, und dann bekommt man ein Multiple davon wieder. Das heißt, auch hier muss man sagen, das ist reines Risikokapital, was man theoretisch abschreiben sollte und nach 10 Jahren nicht brauchen sollte.

Investoren finden ist wie eine Ehe

Lukas: Ihr habt ja jetzt auch schon einiges an Kapital eingesammelt, im zweistelligen Millionenbereich, wenn ich nicht falsch recherchiert habe, und du warst auch aktiv daran beteiligt. Wie ist es für dich, das Geld reinzubringen für euer Baby? Ja, im Endeffekt, ihr glaubt ja an dieses Unternehmen, arbeitet daran, Wie lief das für dich ab? Ist das easy? Du kommst dahin und sagst, hey, ich habe hier eine geile Idee und let's go? Oder sind das harte Gespräche teilweise?

Stefan Röbel: Nein, nein, es sind immer harte Gespräche. Also alles, was man auf YouTube sieht und so weiter, ist meistens Erfolg. Man sieht nicht die ganzen Misserfolge, die man auf dem Weg hat, die ganzen Ablehnungen. Man muss immer sagen, dass man bei Investmentrunden mit sehr vielen Menschen spricht und die meisten werden nicht investieren. Du musst den richtigen Partner finden, der dich als Unternehmen versteht. Und die Reise, die du mit dem Investor gehst, ist auch nicht morgen vorbei. Du kannst ihn nicht einfach rausschmeißen. Da gibt's Sitze im Advisory Board, die dich begleiten, bis du einen Exit hast. Das heißt, es ist wie eine Ehe. Das heißt, du musst gucken, mit wem du dort quasi das Ehegelübde ablegst auf der Businessseite, und dass er ans Telefon geht, wenn du ihn brauchst, dass er aber aus dem Weg geht, wenn du schnell gehen willst. Und das ist eine Reise, die locker auf 5 bis 10 Jahre geht. Das heißt, hier jemanden zu finden, der auf der menschlichen Seite von der Risikoseite eigentlich genau das ist, was du auch bist, was du brauchst, ist nicht ganz einfach. Und hier auch mal noch zu sagen, okay, wir nehmen nur europäisches Geld auf, wir versuchen kein amerikanisches Geld erstmal aufzunehmen, wir nehmen kein Geld aus dem Mittleren Osten, wir nehmen kein Geld aus Asien, wir versuchen mal ein europäisches Unternehmen zu bauen, das macht die Reise dann schon noch ein bisschen spezieller. Aber so far so good, also wir haben es soweit geschafft, aber es war immer eine interessante Reise. Es ist nie so einfach, weil Leute sehen immer nur das Ergebnis, aber der Weg ist eigentlich das, was später die große Geschichte schreibt.

Was der Ludwig-Erhard-Gipfel ist

Lukas: Ja, vielleicht abschließend von dir, für jemanden, der nicht weiß, was der Ludwig-Erhard-Gipfel ist, der noch nie hier war, was ist das für eine Veranstaltung, was kann man hier mitnehmen und wer ist hier?

Stefan Röbel: Eigentlich ist der Ludwig-Erhard-Gipfel eine sehr schöne Veranstaltung, um so ein bisschen das Ohr an Masse zu halten. Masse im Sinne von Politik, Wirtschaft und noch ein größeres Bild außerhalb von Bayern in Europa rein. Das heißt, was macht die Wirtschaft, welche Rahmenbedingungen werden in der Politik dafür gegeben. Das hilft auch zu verstehen, wo zukünftig Geldflüsse hinfließen werden und wohin man investieren kann.

Lukas: Das war Stefan Röbel. Stefan, vielen Dank für deine Zeit. Wenn euch interessiert, was Stefan macht, findet ihr den ersten Link in der Beschreibung. Und Stefan, ich hoffe, wir sprechen bald mal wieder, würde mich freuen. Ich wünsche dir eine gute Zeit hier.

Stefan Röbel: Alles klar, danke dir auch.

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