WICHTIGER RISIKOHINWEIS:
Der Handel mit Finanzinstrumenten, insbesondere mit Optionen und Futures, ist mit hohen Risiken verbunden und kann bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen (und bei Nachschusspflichten sogar darüber hinaus). Die hier vorgestellten Strategien erfordern tiefgreifendes Fachwissen und ein striktes Risikomanagement. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.
Du kennst das Spiel: Du liest einen Finanzblog, schaust ein YouTube-Video und kopierst das Depot eines anderen. Ein paar Monate läuft es gut, dann dreht der Markt – und du wirst nervös. Warum? Weil du eine fremde Strategie auf dein eigenes Leben gestülpt hast.
Auf dem Börsentag in Dresden hat Jörg, Gründer von DeinFinanzCoach, Klartext geredet. Seine Botschaft ist unbequem, aber notwendig: Es gibt nicht die eine Lösung für alle. Wer blind Trends folgt, verbrennt Geld. Wer hingegen eine individuelle Anlagestrategie entwickelt, die zum eigenen Charakter und Zeitbudget passt, kann das Hamsterrad verlassen – oft früher als gedacht.

Jörg selbst hat es vorgemacht: Er plante den Ausstieg mit 55, schaffte es aber deutlich früher. Nicht durch Glück, sondern durch einen Plan. Hier erfährst du, warum dein Portfolio so einzigartig sein muss wie dein Fingerabdruck.
Strategie statt Zufall: Warum der „beste Plan“ die höchste Rendite schlägt
Viele Anleger jagen der maximalen Rendite hinterher wie ein Hund dem eigenen Schwanz. Sie suchen den nächsten Tenbagger oder den geheimen Krypto-Tipp. Doch Jörg warnt: Das ist der falsche Fokus.
„Wir sind fest davon überzeugt, dass nicht derjenige gewinnt, der die höchste Rendite hat, sondern derjenige, der den besten Plan hat.“
Was bedeutet das konkret? Eine individuelle Anlagestrategie muss deine Lebensumstände abbilden. Jörg war über 23 Jahre Geschäftsführer in der Automobilindustrie. Sein Alltag bestand aus 60-Stunden-Wochen. Eine Strategie, die stundenlanges Daytrading vor dem Bildschirm erfordert, wäre für ihn zum Scheitern verurteilt gewesen – egal wie profitabel sie auf dem Papier ist.

Er hat selbst Lehrgeld bezahlt und in Coachings investiert, bei denen er Geld verbrannt hat. Nicht, weil die Coaches unseriös waren, sondern weil die Strategie nicht zu ihm passte.
Deine Checkliste für den Strategy-Fit:
- • Zeitfaktor: Kannst du täglich handeln oder nur wöchentlich?
- • Ziel: Willst du Vermögen vererben oder im Alter ausgeben?
- • Psychologie: Bist du der Typ, der bei Schwankungen ruhig schläft, oder wirst du panisch?
Nur wenn diese Faktoren in deine individuelle Anlagestrategie einfließen, hältst du langfristig durch. Und Durchhalten ist an der Börse die halbe Miete.
Raus aus dem Aktien-Gefängnis: Marktbreite durch Future Optionen? (Vorsicht: Profi-Liga!)
Die meisten deutschen Depots sind eindimensional. Sie bestehen aus Aktien oder ETFs. Das funktioniert, solange die Weltwirtschaft wächst. Aber was, wenn die Aktienmärkte stagnieren? Hier kommt das Thema Marktbreite ins Spiel – aber Achtung: Wir betreten hier Hochrisiko-Terrain.
Jörg und sein Team nutzen Future Optionen, um sich vom reinen Aktienmarkt unabhängig zu machen. Doch lass dich nicht täuschen: Future Optionen handeln ist keine „sichere Bank“ und definitiv keine Zockerei für den Feierabend. Es ist ein hochkomplexes Instrument, das ohne exzellentes Wissen brandgefährlich ist.
Mit einer individuellen Anlagestrategie, die Future Optionen einschließt, erweiterst du zwar deinen Handlungsspielraum massiv, erhöhst aber potenziell auch dein Risiko durch Hebelwirkung und Konzentration.

Was du mit Future Optionen theoretisch handeln kannst:
- • Rohstoffe: Weizen, Mais, Kakao.
- • Energie: Öl, Natural Gas.
- • Edelmetalle: Gold, Silber.
- • Anleihen: Staatsanleihen.
Das Ziel ist Diversifikation über Assetklassen hinweg. Wenn es an den Aktienmärkten kriselt, können Rohstoffe Chancen bieten. Aber: Wer hier Fehler macht, verliert schneller Geld, als er „Order“ sagen kann. Jörg betont daher: „Ohne finanzielles Wissen aufzubauen, ohne sich ausbilden zu lassen […] würde ich wirklich niemandem empfehlen, Futures zu handeln.“
Risikomanagement an der Börse: Wie du bei einem 30 % Crash cool bleibst
Erinnerst du dich an den jüngsten Silber-Crash? Innerhalb kürzester Zeit rauschte der Kurs um über 30 % in die Tiefe. Ein historisches Ereignis. Während viele Anleger panisch auf den „Verkaufen“-Button hämmerten, saß Jörgs Team entspannt im Strategie-Meeting in Dresden.
Warum? Weil ihre individuelle Anlagestrategie ein striktes Risikomanagement an der Börse beinhaltet.
„Ich habe seit ungefähr zwei Wochen davor gewarnt […] das ist uns jetzt zu heiß, wir fassen Silber und Gold nicht an.“

Das ist der entscheidende Punkt: Wer mit scharfen Waffen wie Futures hantiert, braucht einen Schutzanzug. Ein gutes System sagt dir nicht nur, wann du einsteigen sollst, sondern vor allem, wann du an der Seitenlinie stehen bleibst. Jörg betont immer wieder: „Emotion ist der größte Feind beim Handel an der Börse.“
Wenn die Kurse verrückt spielen und du keine Preise mehr bekommst, hilft nur ein kühler Kopf. Und diesen kühlen Kopf bewahrst du nur, wenn du dich auf ein Regelwerk verlässt, das Emotionen eliminiert. Deine individuelle Anlagestrategie muss also zwingend definieren, wann du nicht handelst, um dein Kapital zu schützen.
Die Evolution des Investors: Vom ETF-Sparplan zur finanziellen Freiheit
Du kannst nicht rennen, bevor du laufen gelernt hast. Jörg skizziert einen klaren Entwicklungspfad für Anleger. Es bringt nichts, als blutiger Anfänger sofort mit Future Optionen zu starten – das wäre finanzieller Selbstmord.
Eine nachhaltige individuelle Anlagestrategie entwickelt sich in Stufen:
- 1. Die Basis (ETF):
Gerade junge Anleger haben einen unschlagbaren Vorteil: Zeit. Der Zinseszinseffekt ist mächtig. Wer noch kein Wissen hat, sollte simpel starten. Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist der perfekte Einstieg, um konsequent und kontinuierlich Vermögen aufzubauen. Hier ist das Risiko breit gestreut.
- 2. Der Wissensaufbau:
Wer mehr will als den Marktdurchschnitt, muss investieren – und zwar in den eigenen Kopf. Ohne finanzielles Wissen bleibst du passiver Zuschauer.
- 3. Der Cashflow (Dividenden & Aktienoptionen):
Mit steigendem Wissen kannst du Bausteine hinzufügen. Dividendenaktien (Jörg achtet auf mind. 5 % Dividende) oder Aktienoptionen generieren regelmäßigen Cashflow.
- 4. Die Königsklasse (Future Optionen):
Erst wenn das Fundament steht und das Risikomanagement sitzt, kommen Future Optionen ins Spiel. Jörg warnt explizit: „Ich brauche ein vernünftiges Risikomanagement. Ohne dem geht es nicht.“
Jörgs Teammitglieder haben diesen Weg beschritten. Sie alle konnten vorzeitig aus dem beruflichen Alltag ausbrechen. Nicht durch Glücksspiel, sondern durch diese strukturierte, vorsichtige Evolution.
Fazit: Dein Weg zur maßgeschneiderten Strategie
Finanzielle Freiheit ist kein Zufallsprodukt. Sie ist das Ergebnis einer individuellen Anlagestrategie, die exakt auf deine Ziele und Ressourcen zugeschnitten ist.
Ob du noch ganz am Anfang stehst und den Zinseszinseffekt im ETF nutzt, oder ob du als erfahrener Anleger über Future Optionen nachdenkst – wichtig ist, dass du das Risiko verstehst.
Die Key-Takeaways aus dem Experten-Talk:
- • Kopiere keine Strategien, die nicht zu deinem Leben passen.
- • Future Optionen bieten Marktbreite, sind aber hochriskant und nur für Profis mit Risikomanagement geeignet.
- • Risikokontrolle ist wichtiger als Rendite-Jagd.
- • Emotionen haben im Depot nichts verloren.
Hör auf, Geld zu verbrennen, indem du blindlings Tipps hinterherläufst oder Instrumente nutzt, die du nicht verstehst. Setz dich hin, analysiere deine Situation und bau dir deinen Plan. Denn am Ende gewinnt nicht der Lauteste, sondern der mit der besten Strategie.
Das Wichtigste in Kürze
- • Strategy-Fit: Deine Strategie muss zu deinem Zeitbudget und deiner Risikotoleranz passen, nicht umgekehrt.
- • Evolution: Starte mit ETFs, lerne dazu und ergänze erst später Cashflow-Strategien (Dividenden/Optionen).
- • Marktbreite: Future Optionen ermöglichen echte Diversifikation (Rohstoffe), sind aber hochriskant und erfordern Profi-Wissen.
- • Risikomanagement: Ein guter Plan schützt dich vor Emotionen und sagt dir, wann du nicht investieren sollst (z.B. bei Crash-Gefahr).
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer Standard- und einer individuellen Anlagestrategie?
Eine Standard-Strategie (z.B. 70/30-Portfolio) ignoriert deine persönliche Situation. Eine individuelle Strategie berücksichtigt dein Zeitbudget, dein Alter, deine Risikotoleranz und deine Ziele (z.B. Cashflow vs. Vermögensaufbau).
Für wen sind Future Optionen geeignet?
Ausschließlich für erfahrene Anleger, die bereits ein fundiertes Börsenwissen haben und ein striktes Risikomanagement anwenden. Für Einsteiger sind sie aufgrund des Hebelrisikos ungeeignet.
Wie viel Zeit muss ich für eine aktive Strategie einplanen?
Das hängt von der Strategie ab. Jörg hat als Geschäftsführer eine Methode entwickelt, die wenig Zeit erfordert. Daytrading hingegen ist ein Vollzeitjob. Wichtig ist, dass der Zeitaufwand zu deinem Alltag passt.
Warum ist Risikomanagement wichtiger als Rendite?
Weil ein einziger großer Verlust (z.B. -50 %) mathematisch extrem schwer aufzuholen ist (du brauchst +100 % Gewinn, um wieder bei Null zu sein). Risikomanagement verhindert solche Drawdowns.
Disclaimer:
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die genannten Beispiele, Einschätzungen und Strategien sind allgemeiner Natur und berücksichtigen nicht deine persönliche Situation.
Investitionen in Wertpapiere, Fonds, ETFs oder andere Anlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Triff deine Entscheidungen eigenverantwortlich und informiere dich bei Bedarf zusätzlich, z. B. bei einer unabhängigen Honorarberatung oder Steuerberatung.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die genannten Beispiele, Einschätzungen und Strategien sind allgemeiner Natur und berücksichtigen nicht deine persönliche Situation. Investitionen in Wertpapiere, Fonds, ETFs und insbesondere in Derivate wie Optionen und Futures sind mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals (und darüber hinaus) verbunden. Triff deine Entscheidungen eigenverantwortlich und informiere dich bei Bedarf zusätzlich, z. B. bei einer unabhängigen Honorarberatung oder Steuerberatung.
Über den Autor:
Das Team von Investier oder Verlier liefert dir wöchentlich Klartext zu Finanzen, Börse und Mindset. Wir übersetzen komplexes Börsenwissen in verständliche Strategien, damit du aufhörst, Geld zu verbrennen, und anfängst, Vermögen aufzubauen.
Über Jörg von DeinFinanzCoach
Jörg war über 23 Jahre Geschäftsführer in der Automobilindustrie, bevor er sich seinen Traum erfüllte: Den vorzeitigen Ausstieg aus dem Hamsterrad durch intelligente Börsenstrategien. Heute hilft er mit DeinFinanzCoach anderen Menschen dabei, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen – von soliden Dividenden-Strategien bis hin zum professionellen Handel mit Future Optionen. Sein Credo: Jeder braucht seinen eigenen Plan.
