Robert Halver Prognose 2026: Warum Sachkapital trotz bröckelnder Weltordnung alternativlos bleibt

Die globale Weltordnung bröselt, die transatlantische Sicherheit der vergangenen Jahrzehnte weicht einer Ära der Unsicherheit, und in Deutschland dominiert die moralische Empörung über die politische Großwetterlage. Doch wer sein Depot nach moralischen Maßstäben oder medialer Hysterie steuert, begeht einen teuren Fehler. Die aktuelle Robert Halver Prognose 2026 macht unmissverständlich klar: Die Börse ist ein „kalter Christ“. Während die politische Weltordnung durchgemengt wird, bleibt das ökonomische Kalkül simpel. Wer jetzt aufgrund von Angst oder politischem Pessimismus den Ausstieg sucht, verbrennt langfristig Vermögen. In einer Welt, in der Notenbanken eine historisch hohe Inflationstoleranz zeigen müssen, um die Staatsverschuldung bedienbar zu halten, führt an Sachkapital kein Weg vorbei.

 

Die neue Weltordnung: Wenn politische Moral dein Depot gefährdet

 

Wir erleben derzeit nicht nur „America First“, sondern zunehmend ein „America Alone“. Gleichzeitig gewinnen China und der asiatische Raum industriell massiv an Boden und greifen Europa sprichwörtlich das Wasser ab. Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, findet hierfür deutliche Worte: „Je mehr man den Dreck mengt, desto mehr stinkt er.“ Doch für dich als Anleger ist entscheidend, diesen politischen Gestank von der harten Rendite-Realität zu trennen.


ymbolbild für nüchterne Kapitalmarktanalyse und Renditefokus ohne moralische Wertung.

An der Börse geht es nicht um christliche Heilslehre oder moralische Überlegenheit. Es geht um die Frage: Wo entstehen Kursmöglichkeiten? Viele Anleger lassen sich von sogenannten „Empörungsbeauftragten“ in den Medien verunsichern, die jeden Tweet aus dem Weißen Haus zur existenziellen Krise stilisieren. Halver warnt davor, diesen Klick-getriebenen Narrativen zu folgen. „Moral macht dich nicht satt“, so sein prägnantes Urteil. Wer erfolgreich investieren will, muss erkennen, dass die Weltwirtschaft trotz – oder gerade wegen – der Reibungen nach vorne geht. Besonders die deutsche Industrie im DAX und MDAX hat sich längst von den Niederungen der heimischen Politik entkoppelt. Diese Unternehmen machen dort Punkte, wo Wachstum stattfindet, unabhängig von der Stimmungslage in Berlin.

 

Der Highway der Konjunktur: Warum die US-Staatsverschuldung kein Crash-Signal ist

 

Ein häufig angeführtes Risiko für das Jahr 2026 ist die massive Staatsverschuldung der USA. Doch hier ist ein Perspektivwechsel nötig. Während wir in Deutschland Stabilität oft mit der Muttermilch aufsaugen und Schulden per se als negativ betrachten, verfolgen die Amerikaner eine andere Philosophie. Für sie ist Verschuldung der „Highway, auf dem die Konjunktur läuft“. Ohne diesen massiven Kapitaleinsatz wären Meilensteine wie die Mondlandung oder die aktuelle Dominanz bei der Künstlichen Intelligenz (KI) nicht denkbar gewesen.


Abstrakte Darstellung von technologischem Fortschritt und wirtschaftlicher Dynamik in den USA.


Die USA investieren aggressiv in ihre Reindustrialisierung und nutzen Steuersenkungen als Hebel. Dass die offizielle Inflationsmessung dabei oft an Pinocchios Nase erinnert, ist ein offenes Geheimnis am Kapitalmarkt. Doch für dich als Investor in Sachkapital ist das zweitrangig. Solange die Schulden genutzt werden, um wirtschaftlich nach vorne kommt, bleibt der US-Markt das Kraftzentrum jedes Portfolios. Der Begriff „Sell America“ ist in diesem Kontext ein reines Phantom. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten und die Attraktivität des Standorts sind ungebrochen, da das Kapital im „eigenen Saft schmort“ und durch einen tendenziell schwächeren Dollar sogar die Schwellenländer stützt, statt eine Kapitalflucht auszulösen.

 

Die unsichtbare Hand der Notenbanken: Inflationstoleranz als Überlebensstrategie

 

Die entscheidende Frage für die Zinslandschaft 2026 lautet: Wie viel Zins verträgt das System? Aktuell sehen wir bei 10-jährigen US-Staatsanleihen Renditen im Bereich von 4,2 bis 4,3 Prozent. Sollten die Zinsen jedoch nachhaltig über die Marke von 4,5 Prozent steigen, gerät die Bedienbarkeit der Schuldenberge in Gefahr. Hier tritt die „unsichtbare Hand Gottes“ – in Form der Notenbanken – auf den Plan.

Halver ist überzeugt, dass die US-Notenbank (Fed) das Schlimmste verhindern wird. Ein unkontrollierter Zinsanstieg würde ein „Puff, Peng, Paff“-Szenario auslösen, gegen das die Finanzkrise von 2008 wie ein Kindergeburtstag wirken würde. Die Notenbanken werden daher eher eine höhere Inflation akzeptieren, als den Systemkollaps zu riskieren. Für dich bedeutet das: Zinspapiere verlieren ihre Schutzfunktion. Sie bieten weder echte Bonität noch einen Inflationsausgleich. Wer heute zu stark in Anleihen investiert, handelt laut Halver fast schon wie ein Spekulant. Das wahre Sicherheitsnetz für dein Vermögen besteht aus Aktien und Edelmetallen, da diese vom billigen Geld und der Sachwert-Inflation profitieren.

Industriemuseum oder Weltmarktführer? Die Rolle von DAX und MDAX

Europa, und insbesondere Deutschland, steht an einem Scheideweg. Wenn es den 27 Mitgliedstaaten nicht gelingt, Einzelinteressen unterzuordnen und Handelsabkommen wie Mercosur oder den Pakt mit Indien zu ratifizieren, droht der Abstieg zum „Industriemuseum“. Wir könnten zwar weiterhin prächtige Denkmäler vorweisen, doch Wohlstand lässt sich mit Tourismus allein nicht halten.

Die gute Nachricht für dein Depot: Die Top-Unternehmen im DAX warten nicht auf die Politik. Sie verlagern ihre Kapazitäten und ihren Fokus dorthin, wo sie Erfolg haben. Diese globale Flexibilität macht den DAX auch 2026 zu einem wichtigen Bestandteil eines diversifizierten Portfolios. Trotz aller Krisen steht der Index nicht weit von seinen Allzeithochs entfernt. Das zeigt deutlich: Der Markt hat immer recht, und er honoriert die Anpassungsfähigkeit der Realwirtschaft, ungeachtet der politischen Rahmenbedingungen in Europa.

 

Fazit: Angst ist der schlechteste Ratgeber – Deine Strategie für 2026

 

Die wichtigste Lehre aus den vergangenen Jahrzehnten ist zeitlos: Angst ist der schlechteste Ratgeber an der Börse. Wer seit der Finanzkrise 2008 aufgrund von Euro-Krise, Corona oder geopolitischen Spannungen an der Seitenlinie stand, hat einen Vermögensverlust erlitten, der kaum in Worte zu fassen ist. Robert Halver erinnert daran, dass wir das Beste aus dem machen müssen, was wir vorfinden – oder wie man im Rheinland sagt: „Et hätt noch immer joot jejange.“

Kontrast zwischen traditioneller europäischer Architektur und moderner globaler Industrie-Vernetzung.

Für das Jahr 2026 gilt: Trenne die Welt der Schlagzeilen von der Welt der Börse. Nutze das billige Geld und die attraktiven Kursmöglichkeiten, die durch die Inflationstoleranz der Notenbanken entstehen. Regelmäßiges Ansparen in Sachkapital bleibt die einzige Strategie, die dich langfristig vor der Entwertung schützt. Hör auf, auf den „bösen Trump“ oder die „bröckelnde Ordnung“ zu starren. Frag dich stattdessen: Was bedeutet das für mein Portfolio? Die Antwort ist klar: Bleib investiert, setz auf Substanz und lass dich nicht von der Moral um deine Rendite bringen.

Key Takeaways

 

  • Moral vs. Rendite: Trenne politische Empörung strikt von deinen Investmententscheidungen.
  • Zins-Deckel: Die Notenbanken werden Zinsen über 4,5 % verhindern, um den Systemkollaps zu vermeiden.
  • USA-Fokus: Die US-Verschuldung ist kein Crash-Omen, sondern ein Investitionsmotor für KI und Industrie.
  • Handlung: Bleib im Sachkapital (Aktien & Edelmetalle) investiert – Angst ist die teuerste Steuer der Welt.



Häufige Fragen

Laut Halver nutzen die USA Schulden als „Highway“ für künftiges Wachstum. Da die Fed im Zweifel als Käufer bereitsteht, profitieren Sachwerte.

Das ist deine persönlich entscheidung aber im großen und ganzen sind die großen Industriewerte global aufgestellt und weitgehend entkoppelt von der deutschen Bundespolitik.

Nein, meistens nicht. Ein einziger weltweiter ETF (wie der MSCI ACWI oder FTSE All-World) deckt bereits tausende Unternehmen ab. Mehrere ETFs erhöhen oft nur den Aufwand und die Kosten, ohne das Risiko signifikant zu senken.

Markus Jordan spricht davon, Krypto nur als kleine Beimischung zu sehen, etwa bis zu 5 % des Portfolios. Es ist eine hochspekulative Anlageklasse, die enorme Chancen, aber auch das Risiko eines Totalverlusts birgt.

Der Home-Bias ist der Fehler, zu stark in heimische Aktien (z.B. DAX) zu investieren, weil man die Firmen kennt. Das erhöht das Risiko, da man sich zu sehr von der wirtschaftlichen Lage eines einzigen, oft kleinen Landes abhängig macht.

Über den Experten & Disclaimer

 

Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank und eine der bekanntesten Stimmen am deutschen Parkett.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die genannten Beispiele, Einschätzungen und Strategien sind allgemeiner Natur und berücksichtigen nicht deine persönliche Situation.
Investitionen in Wertpapiere, Fonds, ETFs oder andere Anlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Triff deine Entscheidungen eigenverantwortlich und informiere dich bei Bedarf zusätzlich, z. B. bei einer unabhängigen Honorarberatung oder Steuerberatung.

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