Stand: Juni 2026 · Lesedauer: ca. 10 Minuten
Was ist Stockpicking?
Stockpicking bezeichnet das gezielte Aussuchen einzelner Aktien, statt breit gestreut in den Gesamtmarkt zu investieren, zum Beispiel über einen Indexfonds. Wer Stockpicking betreibt, wählt Unternehmen nach eigenen Kriterien aus und setzt darauf, dass diese sich besser entwickeln als der breite Markt.
Im Internet liest man meist denselben Rat: ETF kaufen, langfristig halten, fertig. Mick Knauff sieht das 2026 differenzierter. Genau das haben wir den Börsenexperten von Aktienlust im Interview gefragt, und seine Antwort ist eine klare Ansage: In einem nervösen Markt reicht reines Liegenlassen nicht mehr, jetzt zählt Stockpicking. Aber nur, wenn du eine Regel beherzigst.
Mick redet seit über drei Jahrzehnten über Aktien. Er hat Crashs kommen und gehen sehen, und er ist überzeugter Dividendenjäger. Wir gehen mit ihm durch, warum er gerade jetzt auf Einzelwerte schaut, wo ETFs trotzdem ihren Platz behalten und wie du den Einstieg schaffst, ohne dich zu verzetteln.
Wer ist Mick Knauff?
Mick Knauff ist seit rund 30 Jahren an der Börse aktiv und betreibt den Kanal Aktienlust, auf dem er über Märkte, Einzelwerte und Strategien spricht. Sein Stil ist der eines Pragmatikers. Er hält nichts von reiner Chartleserei, sondern will Geschäftsmodelle verstehen, die er anfassen kann.
Mick beschreibt sich selbst als Dividendenjäger. Er sucht Aktien, die ihm verlässlich eine Ausschüttung bringen, und denkt dabei in Jahrzehnten statt in Wochen. Was ihn im Gespräch ausmacht: Er macht Geldanlage an Alltagsbeispielen fest und nimmt Einsteigern die Angst vor einem Thema, das viele für komplizierter halten, als es ist.
| Name | Rolle | Kanal | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Mick Knauff | Börsenexperte, 30+ Jahre Erfahrung | Aktienlust | Einzelaktien, Dividendenstrategie |
Warum Mick 2026 wieder genauer hinschaut
Der Auslöser für Micks These ist die Großwetterlage am Markt. Er verweist auf die geopolitischen Spannungen rund um den Iran, auf die Energiefrage und auf die Sorge, dass Lieferketten durcheinandergeraten. Dazu kommt ein Sektor, der zuletzt heißgelaufen war: Alles rund um Künstliche Intelligenz wurde massiv gehypt und kommt aktuell wieder zurück.
In so einem Umfeld trennt sich die Spreu vom Weizen. Mick spitzt es zu: Man muss sehr genau schauen, welche Branchen und welche Aktien noch Potenzial haben, welche schon abgestraft wurden und welche schlicht zu teuer sind. Genau dieses Hinschauen meint er mit Stockpicking, also der gezielten Auswahl einzelner Titel statt dem pauschalen Kauf des Gesamtmarkts.
„Selektives Stockpicking ist angesagt.“
— Mick Knauff, Aktienlust (Quelle: Interview Investier oder Verlier)
Wichtig ist die Einordnung. Mick redet nicht gegen Aktien an sich, im Gegenteil. Er stört sich daran, dass viele das Thema meiden. In Deutschland sind nach seiner Aussage nur rund 20 Prozent der Menschen überhaupt am Aktienmarkt investiert. Wie sich die Zahl der Aktionäre in Deutschland entwickelt, erhebt das Deutsche Aktieninstitut regelmäßig. Gerade für junge Leute sei die Zurückhaltung ein Fehler, weil ihnen über 30 oder 40 Jahre der Zinseszinseffekt in die Hände spielt, also das Phänomen, dass auch die Erträge wieder Erträge abwerfen.
„Aktien sind kein Teufelszeug.“
— Mick Knauff, Aktienlust (Quelle: Interview Investier oder Verlier)
ETFs bleiben, aber nicht für jeden Markt
Hier wird Micks Position oft missverstanden. Er hat überhaupt kein Problem mit ETFs. Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der einen ganzen Index nachbildet, also mit einem einzigen Kauf viele Aktien gleichzeitig abdeckt. Genau das ist für Mick der entscheidende Vorteil in Märkten, die er nicht selbst durchdringt.
Sein Beispiel: den polnischen Markt findet er spannend, die Sprache versteht er nicht. Also kauft er dort lieber einen ETF, statt auf einzelne Aktien zu setzen, deren Geschäftsberichte er nicht lesen kann. So umgeht er das Einzelrisiko, also die Gefahr, dass eine einzige Aktie das Depot belastet. Dasselbe gilt für dynamische, aber für ihn schwer greifbare Märkte wie Japan oder Indien. Auch fürs Kinderdepot, in das viele das Kindergeld stecken, hält er ETFs für die ruhige Lösung.
Für seine Heimatmärkte sieht er es anders. In Deutschland, den USA und mit Abstrichen China kennt er die Unternehmen, die Branchen und die Stimmung gut genug, um Einzeltitel auszuwählen. Wenn du verstehst, was du kaufst, lohnt sich der genauere Blick. Wer einen breiten ETF mit konkreten Einzelwerten kombinieren möchte, findet die Abwägung in unserem Kurzinterview zu Einzelaktien oder ETF.
„Kauf, was du verstehst“ — Micks wichtigste Regel
Wenn Mick einen einzigen Satz mitgeben dürfte, wäre es dieser. Beim Stockpicking zählt für ihn nicht der heiße Tipp, sondern das eigene Verständnis. Die Börse liegt nämlich oft direkt vor deiner Nase.
Mick macht das an seinem Alltag fest. Du hast ein iPhone, also kannst du dir die Apple-Aktie anschauen. Du bestellst bei Amazon, fährst einen BMW, einen VW oder einen Porsche, spielst das neue GTA von Take Two Interactive oder zockst auf einer Sony-Konsole. Aus diesen Berührungspunkten hat man schnell zehn bis fünfzehn Titel, mit denen man sich identifizieren kann. Das ist kein Zufall, sondern ein altes Prinzip: Schon Investorenlegende Peter Lynch riet, in das zu investieren, was man kennt und im Alltag erlebt.
„Mach’s wie Warren Buffett: Kaufe nur das, was du kennst und verstehst, und nicht, was dir irgendeiner zuflüstert.“
— Mick Knauff, Aktienlust (Quelle: Interview Investier oder Verlier)
Im Umkehrschluss meidet Mick, was er nicht durchdringt. Bei komplizierten Konstruktionen, deren Verkaufsprospekt seitenlang und schwer verständlich ist, fragt er sich trocken, ob die Welt auf dieses Produkt wirklich gewartet hat. Einfach schlägt für ihn kompliziert, weil sich in komplexen Produkten leichter Kosten verstecken lassen.
Das gilt auch für eine Anlageklasse, die viele junge Leute reizt. Krypto ist für Mick kein Markt, weil er ihn nicht versteht. Seine Begründung ist bewusst nüchtern gehalten, und es ist seine persönliche Sicht, kein Faktum.
„Der Bitcoin hat für mich einen inneren Wert von Null.“
— Mick Knauff, Aktienlust (Quelle: Interview Investier oder Verlier)
Die Dividendenstrategie als roter Faden
Micks Auswahl folgt einem klaren Ziel: dem regelmäßigen Geldfluss. Als Dividendenjäger sucht er Unternehmen, die ihm eine ordentliche Ausschüttung zahlen, im Idealfall fünf Prozent und mehr. Die Dividendenrendite, also das Verhältnis aus jährlicher Ausschüttung und Aktienkurs, ist für ihn der wichtigste Filter.
Daraus ergibt sich seine Geduld bei der Bewertung. Eine Aktie wie die Allianz findet er grundsätzlich attraktiv, aktuell aber zu teuer. Statt dem Kurs hinterherzulaufen, wartet er, bis sie zurückkommt. Eine Kennzahl wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), also der Aktienkurs im Verhältnis zum Jahresgewinn, hilft dabei einzuschätzen, ob ein Wert teuer oder günstig ist. Bei deutschen Titeln schaut Mick gern auf den DAX und auf solide Werte aus dem Mittelstand, den er das Herz der deutschen Wirtschaft nennt. Wenn ein Unternehmen wie der Aachener Chipausrüster Aixtron stark abgestraft wurde, aber nicht vor der Insolvenz steht, sieht er darin eher Potenzial als Gefahr.
Der Hebel dahinter ist wieder der Zinseszins. Wer die passenden Papiere früh kauft und einfach laufen lässt, baut sich über die Jahre ein passives Einkommen auf, das ganz ohne weiteres Zutun wächst. Wie dieser Effekt im Detail wirkt, zeigen wir in unserer Folge zu passivem Einkommen mit Dividenden.
Stockpicking gegen den Index — was du wissen solltest
So überzeugend Micks Pragmatismus klingt, der Vollständigkeit halber gehört die Gegenseite dazu. Die Wissenschaft ist beim Thema Stockpicking skeptisch. Die sogenannte Markteffizienzhypothese besagt, dass im Aktienkurs ohnehin alle bekannten Informationen stecken und sich durch die Auswahl einzelner Aktien dauerhaft kaum eine Überrendite erzielen lässt. Viele Studien zeigen, dass die Mehrheit der aktiven Anleger und Fonds den breiten Index über lange Zeiträume nicht schlägt. Wer das nachlesen will, findet bei Finanztip eine fundierte Einordnung zu Indexfonds und ETFs.
Genau deshalb ist Micks Wort „selektiv“ so wichtig. Er ruft nicht dazu auf, das gesamte Depot auf wilde Einzelwetten umzustellen. Er kombiniert: ETFs als breite Basis für Märkte, die er nicht kennt, dazu gezielte Einzelaktien dort, wo er einen echten Informationsvorsprung hat. Diversifikation, also das Verteilen des Geldes auf viele Werte, bleibt auch für ihn die Grundregel jeder seriösen Geldanlage.
Für dich heißt das: Stockpicking ist kein Ersatz für ein breit gestreutes Fundament, sondern eine Ergänzung für den Teil deines Geldes, bei dem du wirklich verstehst, worin du investierst. Wer noch ganz am Anfang steht, klärt am besten zuerst die Basics und liest, was Aktien überhaupt sind.
Der teuerste Fehler ist Panik
Bleibt die größte Hürde, und die ist psychologisch. Mick beschreibt ein paradoxes Verhalten. Im Supermarkt freuen sich alle über Rabatte und greifen beim Sonderangebot zu. An der Börse machen dieselben Leute das Gegenteil: Sie kaufen, wenn die Kurse hoch sind, und verkaufen panisch, wenn es nach unten geht.
Genau hier liegt der teuerste Fehler beim Vermögensaufbau. Mick erinnert an die Ölkrise, an die Lehman-Pleite und an den Corona-Crash. Solche heftigen Kursschwankungen, im Fachjargon Volatilität genannt, gehören zum Aktienmarkt dazu. Alle diese Einbrüche fühlten sich im Moment bedrohlich an, und alle wurden über die Zeit wieder aufgeholt. Krisen kommen und gehen, das sollte dich nicht davon abhalten, weiter zu investieren. Solange der Anlagehorizont stimmt, rät Mick bei Rücksetzern eher zum Drinbleiben oder Nachkaufen als zum Verkaufen, denn wer in der Panik verkauft, schreibt Verluste fest, die er gar nicht hätte realisieren müssen.
Fazit: Verstehen schlägt nachplappern
Drei Dinge nimmst du aus dem Gespräch mit Mick Knauff mit. Erstens: 2026 lohnt sich beim Stockpicking ein genauerer Blick, weil ein nervöser Markt Gewinner und Verlierer deutlicher trennt. Zweitens: ETFs bleiben die ruhige Basis für Märkte, die du nicht kennst, während Einzelaktien dort sinnvoll sind, wo du das Geschäft wirklich verstehst. Drittens: Der größte Hebel ist dein eigenes Verhalten, also nicht in der Panik verkaufen und mit Geduld auf gute Einstiegskurse warten.
Stockpicking ist am Ende keine Frage von heißen Tipps, sondern von Verständnis und Ruhe. Wer nur kauft, was er begreift, breit streut und Krisen aushält, braucht den schnellen Treffer nicht. Und schläft nebenbei deutlich besser.
⭐ Das Wichtigste auf einen Blick
1. Stockpicking ist die gezielte Auswahl einzelner Aktien statt des pauschalen Kaufs des Gesamtmarkts über einen ETF.
2. Laut Mick Knauff lohnt 2026 in einem nervösen Markt selektives Stockpicking, ETFs bleiben aber die Basis für Märkte, die man nicht versteht.
3. Micks wichtigste Regel: nur kaufen, was du verstehst, am besten Unternehmen aus dem eigenen Alltag.
4. Als Dividendenjäger sucht Mick Aktien mit hoher Dividendenrendite und nutzt den Zinseszinseffekt über Jahrzehnte.
5. Der teuerste Fehler ist Panikverkauf: Krisen wie Corona oder Lehman wurden historisch wieder aufgeholt.
Häufige Fragen
Was versteht man unter Stockpicking?
Stockpicking ist das gezielte Auswählen einzelner Aktien nach eigenen Kriterien, statt breit gestreut in den Gesamtmarkt zu investieren. Ziel ist, Unternehmen zu finden, die sich besser entwickeln als der breite Index.
Ist Stockpicking sinnvoll oder besser ein ETF?
Beides hat seine Berechtigung. Börsenexperte Mick Knauff nutzt ETFs als breite Basis für Märkte, die er nicht kennt, und greift zu Einzelaktien dort, wo er das Geschäft versteht. Für Einsteiger ist ein breit gestreuter ETF der ruhigere Start, Einzelaktien sind eine Ergänzung.
Ist die Aktienauswahl eine gute Idee für Anfänger?
Sie kann es sein, wenn du dich auf Unternehmen beschränkst, die du wirklich verstehst. Laut Mick Knauff findet man die ersten Kandidaten im eigenen Alltag, etwa bei Produkten, die man selbst nutzt. Wichtig bleibt, das Geld nicht auf wenige Werte zu konzentrieren, sondern breit zu streuen.
Wie fange ich mit Einzelaktien an?
Starte mit Branchen und Unternehmen, die du aus deinem Leben kennst, und schau dir ihre Geschäftszahlen an, etwa das Verhältnis von Kurs zu Gewinn. Mick rät, einfache, verständliche Geschäftsmodelle komplizierten Finanzprodukten vorzuziehen.
Warum sollte man bei fallenden Kursen nicht verkaufen?
Weil sich Verluste erst beim Verkauf realisieren. Mick verweist auf Krisen wie die Lehman-Pleite und den Corona-Crash, die historisch wieder aufgeholt wurden. Wer einen langen Anlagehorizont hat, fährt mit Drinbleiben oder Nachkaufen meist besser als mit Panikverkäufen.
Disclaimer:
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die genannten Beispiele, Einschätzungen und Strategien sind allgemeiner Natur und berücksichtigen nicht deine persönliche Situation.
Investitionen in Wertpapiere, Fonds, ETFs oder andere Anlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Triff deine Entscheidungen eigenverantwortlich und informiere dich bei Bedarf zusätzlich, z. B. bei einer unabhängigen Honorarberatung oder Steuerberatung.
Transkript der Folge
„Kaufe nur das, was du kennst und verstehst und nicht, was dir irgendeiner zugeflüstert."
Mick Knauff, Aktienlust
„Der Bitcoin hat für mich einen inneren Wert von Null und solange man mir nicht Satoshi Nakamoto vorstellen kann, werde ich da auch nicht rein investieren."
Mick Knauff über Kryptowährungen
„Wir haben Krisen gehabt, noch und nöcher, Ölkrise gehabt, Corona gehabt, Lehman Krise gehabt, alle Krisen kommen und gehen."
Mick Knauff über Marktphasen
Vollständiges Transkript anzeigen
Aufgezeichnet am Börsentag Köln. Lukas Beißwenger im Gespräch mit Mick Knauff (Aktienlust). Automatisch transkribiert und für die Lesbarkeit aufbereitet, die Sprecherzuordnung wurde nachträglich ergänzt.
Lukas: Im Internet sagen die meisten Leute einfach. ETFs investieren, langfristig halten und gut ist. Mein heutiger Interviewgast Mick Knauff sagt 2026 ist Stockpicking angesagt. Und Mick hat auch totales Verständnis für uns. Wir haben das nämlich jetzt schon mal aufgenommen. Leider war der Speicher voll. Deswegen gehen wir jetzt in die zweite Runde. Mick. Vielen Dank für dein Verständnis.
Mick Knauff: Gerne.
Warum 2026 Stockpicking angesagt ist
Lukas: Zu deiner These 2026 ist Stockpicking angesagt. Warum?
Mick Knauff: Ja, wir sehen natürlich momentan die Schwierigkeiten an den Märkten, die Volatilität. Natürlich geht es um das große Thema Iran Konflikt. Iran Krieg. Ja, wir sehen das Thema Energie natürlich mit ganz, ganz kritischen Augen an und haben natürlich auch Ängste und Befürchtungen, dass uns die Lieferketten mehr oder minder durcheinanderkommen. Zudem haben wir ja gesehen, alles, was mit KI oder AI, wie die Amerikaner sagen, im letzten Jahr hatte, ist massiv gehypt worden, kommt allerdings aktuell auch wieder zurück. Heißt es muss im Markt schon sehr dezidiert schauen, Welche Branchen, welche Aktien haben noch Potenzial, sind vielleicht schon abgestraft worden. Oder sind wir auf der anderen Seite zu teuer? Da will ich nicht mehr rein. Heißt ich muss sehr genau schauen, schauen, was ich tue.
Wo ETFs weiter sinnvoll sind
Lukas: Jemand wie du, der ist es gewohnt, über Jahrzehnte hinweg genau hinzuschauen. Und du weißt auch, was ein gewisses Gefühl. Welche Branche ist gerade vielleicht gut bewertet, welche nicht? Für jemand, der jetzt neu drin ist, der vielleicht nur von ETFs kommt. Wie entwickle ich ein Gefühl für Börse, für Wirtschaft?
Mick Knauff: Ich muss sagen, ich habe kein Problem mit ETFs. Finde ich auch in Ordnung. Gerade wenn man Kinder Sparpläne macht, also Kindergeld, ETFs stecken oder halt eben auch in Märkte, wo ich jetzt keine Ahnung habe, wie zum Beispiel Polen. Ich finde den polnischen Markt super. Polnische Sprache sehr sehr schwierig. Ja, aber da ist Dynamik drin, genau wie in Japan oder auch Indien. Dann kaufe ich mir halt eben darauf einen ETF. Dann habe ich nicht das Einzelrisiko der Aktie. Aber wie gesagt, ich habe einen Fuß in der Tür, da wo ich die Sprache kann, wo ich die Märkte ein bisschen verstehe. Amerika und Deutschland wegen meiner ein bisschen China. Da ist es natürlich für mich dann schon nach Einzeltiteln zu schauen. Ich bin ja großer Dividendenjäger. Freund halt eben auch. Ja, ich will Dividende 5 plus haben. Heißt halt eben auch, da komme ich an gewissen Aktien wie zum Beispiel einer Allianz in Deutschland nicht vorbei. Die Allianz ist mir gerade auch zu teuer, aber wenn die wieder runter kommen, dann nehme ich die was in Deutschland manchmal die Anleger naja, nicht so richtig partizipieren, wenn sie im Supermarkt drei, vier, zwei, zwei für eins gibt. Wenn der Krabbeltisch eröffnet wird, dann rennen sie alle hin. Bloß im Aktienmarkt kaufen sie eben hoch und verkaufen unten. Das muss nicht sein.
Deutsche Werte und der Blick auf den Mittelstand
Lukas: Du hast mir vorhin schon gesagt, in Deutschland schaust du gerne auf den DAX. Also nicht die unbedingt die größten Deutschen, aber schon solide deutsche Werte. Was in der aktuellen Titel, die du spannend findest?
Mick Knauff: Ja, ja, gut. Ich meine, wir haben ja den den Dax DAX als Mittelstandstag. Sagen wir mal Mittelstand ist ja das Herz Deutschlands. Da schaue ich mir natürlich solche Unternehmen wie Aixtron halt eben mal an aus Aachen, wenn die massiv verprügelt worden ist. Ja, da gucke ich mir natürlich auch meine Filme an, ich gucke mir das mal an, ja. Ich sage Ach Mensch, da ist aber noch einiges an Potenzial drin und ich weiß, dass die morgen keine Insolvenz anmelden. Wenn das Geschäft, wenn die Welt wieder rund läuft, dann gehen auch diese Unternehmen wieder.
Wie Einsteiger ihre ersten Einzelaktien finden
Lukas: Wie schafft es ein junger Mensch, der jetzt angefangen hat mit ETFs, den den Umschwung, vielleicht auch sich in Einzelaktien reinzuarbeiten? Welche Kennzahlen muss man sich vielleicht zu Gemüte führen, dass man Aktien auch gut bewerten kann? Ich meine, man hat ja heute die Möglichkeit, das war ja vor 20, 25 Jahren nicht der Fall. Über YouTube, übers Internet, sich wirklich alle Informationen zu holen. Klar ist die Spielwiese groß geworden.
Mick Knauff: Ja, ihr spielt auch mit und ihr gebt ja auch den Anlegern Ratschläge, um halt eben dementsprechend so ein bisschen sicherer dazustehen. Junge Leute brauchen zuerst mal ein Portfolio. Ja, und dann muss ich natürlich zum Beispiel zum Beispiel schon mal wissen, was mag ich denn? Manchmal ist die Börse ja etwas, was genau vor meiner Augen oder vor meinen Ohren liegt. Ich habe ein Apple iPhone. Kann ich da auch die Apple Aktie kaufen? Apple ist Kult. Mache ich nichts mit verkehrt. Ich brauche Amazon, bestelle über Amazon kann ich auch die Aktie kaufen. Ich fahre vielleicht einen BMW oder VW oder Porsche. Kann ich auch die Aktie kaufen? Ich trinke gerne Monster, die Dosen. Also ich nicht. Junge Leute schon. Kann ich auch die Aktie kaufen? Ich spiele gerne Take Two Interactive, das neue GTA 6 Ende des Jahres. Deswegen. Früher sind wir immer auf die Cebit gepilgert. Findet ja nicht mehr statt. Heute musst du auf die Gamescom, um zu gucken, welche Spiele sind da unterwegs? Was ist heiß, Wer macht da was? Ja, Spielekonsolenhersteller Sony aus mehreren Aspekten. Interessant. Ja, da habe ich doch relativ schnell 10, 15 Titel, mit denen ich mich identifizieren kann. Mach's wie Warren Buffett. Kaufe nur das, was du kennst und verstehst und nicht, was dir irgendeiner zugeflüstert.
Anlagestil: Verstehen statt Charttechnik
Lukas: Ich finde es ganz spannend, die verschiedenen Anlagestile hier der der Experten kennenzulernen. Jemand wie du. Du. Du fühlst dich da auch rein. Du. Du hast einen Bezug auch zu.
Mick Knauff: Ja, das ist auch so mein Anlagestil. Andere sind total Zahlen. Daten, Fakten. Wenn das und das und das kann ich mich auch gar nicht so daran dran halten. Ich meine, es muss ich sagen Nein, ich mache das jetzt seit 30 Jahren und ich weiß, wir haben ja die Chartisten im Markt und die lesen da ja alles raus. Das ist für mich, wie wenn du griechische Mokkatassen umdrehst und sagst Ah, das ist dein Horoskop. Nein, da bin ich ein bisschen raus. Ja, ein bisschen vom Gefühl her natürlich. Ein bisschen was Ich verstehe. Und ich muss mir natürlich auch die Frage stellen. Na ja, wie könnte das Unternehmen in 10, 15, 20 Jahren aussehen? Das ist mir wichtig.
Was Mick Knauff privat hält
Lukas: Wenn du privat deine Anlagestrategie aufschlüsseln würdest, wie machst du es? Hauptsächlich Aktien. Hast du Immobilien? Gehst du in Krypto rein? Wie gewichtest du das für dich persönlich?
Mick Knauff: Krypto ist kein Markt für mich, also bin ich raus. Wie gesagt, ich verstehe das nicht. Der Bitcoin hat für mich einen inneren Wert von Null und solange man mir nicht Satoshi Nakamoto vorstellen kann, werde ich da auch nicht rein investieren. Das heißt, ich brauche ein bisschen handfester. Ja, selbst wenn ich eine BMW kaufe, weil die haben in München Riesenwerke, da sehe ich, was an Autos rauskommt. Da bin ich wirklich Pragmatiker. Ja, ich bin nicht so wie Warren Buffett oder seinerzeit sein genialer Compagnon, der gesagt hat, dass Bitcoin wird nur für Drogen und für andere Geschäfte benutzt. Das sehe ich so nicht. Ja, ich weiß, dass die jungen Leute da sehr dran hängen, aber es ist nicht meine erste Klasse. Ja, ich bin ein Aktienfreund. Ich nehme auch ETFs und vor allen Dingen halt eben ein bisschen Rohstoffe, Gold und Silber, Münzen oder Barren. Das ist so meine Anlageklasse.
Lukas: Macht Sinn. Ja, gibt es wahrscheinlich auch nicht. Diese hundertprozentige Antwort, die für jeden gleich ist, sondern das ist mir persönlich ja und das Thema Immobilien.
Mick Knauff: Klar, meine Betongold ist immer gut. Ja, wenn du welches hast behalten.
Die Botschaft zum Schluss
Lukas: Klar, Wenn du eine Message hättest für jemand, der heute Abend sich das anschaut und sein Investment Game aufs nächste Level bringen will, was wäre deine Message für unseren Zuschauer?
Mick Knauff: Also ich bin ja schon froh, dass er überhaupt dabei ist.
Lukas: Ja, dafür sind wir ja da.
Mick Knauff: Wir haben ja in Deutschland nur 20 Prozent der Deutschen, die überhaupt am Aktienmarkt investiert sind. Aktien sind kein Teufelszeug. Das ist nichts Boshaftes. Ja, und ich meine, wenn jemand jung ist, hat er gerade den Zinseszinseffekt. 30, 40 Jahre Laufzeit. Das bedeutet richtig. Klingelingeling. Und wenn ich dann dementsprechend die richtigen Papiere habe, die ich einfach nur laufen lassen kann, dann bekomme ich ein passives Einkommen über meine Dividendenstrategie. Heißt halt eben auch auf jeden Fall im Markt dabeibleiben, auch wenn ich jetzt gerade ein bisschen ruckelig, ein bisschen volatil war. Wir haben Krisen gehabt, noch und nöcher, Ölkrise gehabt, Corona gehabt, Lehman Krise gehabt, alle Krisen kommen und gehen. Das sollte mich nicht davon abhalten, klar mein Geld auch weiterhin zu investieren. Aber es ist halt eben so aktuell. Selektive Stockpicking ist angesagt. Gerne mal bei der Aktienlust vorbeischauen.
Lukas: Link zur Aktienlust findet ihr in der Beschreibung. Das war Mick Knauff. Vielen Dank für deine Zeit.
Mick Knauff: Hat mich sehr gefreut. Große Ehre und schönen Feierabend.
Über die Autoren
Laura Podleska
Co-Founderin und Co-Host, verantwortet SEO, Web und Social Media
Laura hat „Investier oder Verlier" im Juni 2025 mitgegründet und verantwortet Webseite, Suchmaschinen-Optimierung und die Social-Media-Kanäle der Marke. Beruflich arbeitet sie als Online-Marketing-Managerin mit Schwerpunkt Suchmaschinen-Optimierung.
Lukas Beißwenger
Co-Founder und Co-Host, führt die Experten-Interviews
Lukas hat „Investier oder Verlier" im Juni 2025 mitgegründet und führt die Interviews mit Fachleuten aus der Finanzbranche, unter anderem live auf den Börsen- und Anlegertagen. Er verantwortet Aufnahme und Produktion der Folgen.
Gemeinsam veröffentlichen die beiden seit Juni 2025 über 90 Podcast-Folgen. Ihre Mission: Investieren verständlich, ehrlich und auf Augenhöhe erklären.

