Joe Broker: Der Neo-Broker der TARGOBANK — was steckt wirklich dahinter?

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Noch nie war Investieren so günstig — und trotzdem trauen sich Millionen Deutsche nicht ran. Zu kompliziert, zu riskant, zu unbekannt. Genau in diese Lücke stößt Joe Broker: der neue Neo-Broker der TARGOBANK, gestartet im Juli 2025. Beim Börsentag Frankfurt traf ich Lars Brennholt, zuständig für Joe Broker bei der TARGOBANK, zum exklusiven Interview.

Was er mir erzählt hat, überrascht auf den ersten Blick: Eine Bank mit fast 100 Jahren Geschichte baut einen schlanken Einsteiger-Broker — und hat dabei nicht die bestehenden Kunden im Blick, sondern genau die Menschen, die bisher noch gar kein Depot haben. Ob Joe Broker hält, was das Versprechen verspricht — das beantwortet dieser Artikel.

Warum hat die TARGOBANK einen eigenen Neo-Broker gegründet?

Die Antwort hat Lars direkt auf den Punkt gebracht: Als in der Corona-Phase die Neo-Broker wie Pilze aus dem Boden schossen und plötzlich Hunderttausende junger Anleger ihr erstes Depot eröffneten, hat die TARGOBANK den Markt genau analysiert. Das Ergebnis war der Ausgangspunkt für Joe Broker.

„Wir haben den Markt analysiert — was passiert da draußen und warum sind die so erfolgreich?“

Es gibt eine wachsende Gruppe von Menschen, die kein kompliziertes Banking-Paket wollen. Die wollen einfach Wertpapiere kaufen — günstig, unkompliziert, ohne Berater. Was bisher fehlte, war eine Lösung, die das Beste aus zwei Welten kombiniert: die Sicherheit einer etablierten Großbank und die schlanke Einfachheit eines Neo-Brokers.

Seit dem offiziellen Start am 10. Juli 2025 verzeichnet Joe Broker laut Lars einen sehr guten Kundenzuwachs. Besonders erfreulich aus seiner Sicht: Es sind genau die Einsteiger, die das Angebot ansprechen soll — und nicht einfach bestehende TARGOBANK-Kunden, die ihr Depot verlagern.

Was Joe Broker konkret anbietet — und was es kostet

Joe Broker ist eine mobile Brokerage-App der TARGOBANK, mit der du Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen und Derivate an fünf deutschen Börsenplätzen handeln kannst. Die App ist dezidiert auf das Brokerage-Angebot fokussiert — kein Girokonto, kein Sparbuch, kein Schnickschnack. Nur Wertpapiere, einfach und direkt.

Das Depot bei Joe Broker ist kostenlos, die Kontoeröffnung ist kostenlos, und ETF-Sparpläne von Premium-Partnern sind ebenfalls kostenlos. Das konkrete Preismodell von Joe Broker im Überblick:

  • gettex: 1 € pro Order (Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen)
  • Xetra: 2,90 € + 0,01 % des Ordervolumens (mind. 1,50 €)
  • Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf: 4,90 € je Order zzgl. Börsengebühren
  • ETF-Sparpläne (Premium-Partner): kostenlos
  • Sonstige Sparpläne: 0,50 € pro Ausführung

Das Besondere: Hinter Joe Broker steht nicht irgendein Startup, sondern die TARGOBANK — eine Bank mit fast 100 Jahren Geschichte, BaFin-Aufsicht, EZB-Aufsicht und 3,8 Millionen Kunden in Deutschland. Einlagen auf dem Verrechnungskonto sind bis 100.000 Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt, Wertpapiere gelten als Sondervermögen.

„Wir geben die Sicherheit einer Großbank mit — aber dann natürlich auch die Einfachheit, die ein Neo-Broker mit sich bringt.“

Payment for Order Flow — warum Joe Broker sich bewusst dagegen entschieden hat

Wenn du dich schon etwas mit Neo-Brokern beschäftigt hast, bist du vielleicht über den Begriff  gestolpert. Lars erklärt es am Bild eines Marktschreiers: Er kauft Äpfel zu einem bestimmten Preis, legt etwas drauf und verkauft sie teurer. Diese Differenz — der sogenannte  — teilt er mit demjenigen, der die Kunden auf seinen Marktplatz gebracht hat.

Beim Wertpapierhandel funktioniert das genauso: Handelsplätze zahlen Brokern Rückvergütungen dafür, dass sie Orders dorthin leiten. Das Problem: Der Anleger sieht dieses Spiel im Hintergrund nicht — und zahlt möglicherweise einen etwas schlechteren Kurs. Deshalb will der Gesetzgeber mehr Transparenz. Ab Juni 2026 wird PFOF in Deutschland verboten.

Joe Broker hat sich von Anfang an dagegen entschieden. Bereits beim Launch im Juli 2025 war klar: Joe Broker verzichtet vollständig auf PFOF-Zahlungen — kein Neuvertrag, keine Preisanpassung nach dem Verbot. Was die App heute an Konditionen ausweist, gilt auch morgen.

„Wir kriegen keine Payment for Order Flow-Rückvergütung — unsere Preise bleiben, wie die Preise sind.“

Das ist ein echter Differenzierungsvorteil. Viele Konkurrenten müssen ihr Geschäftsmodell nach dem PFOF-Verbot erst noch neu aufstellen — bei diesem Broker ist das von Anfang an eingepreist.

Börsenwissen direkt in der App: Was Joe Broker für Einsteiger besonders macht

Was Joe Broker von vielen Konkurrenten abhebt, ist nicht primär der Preis. Es ist das Bildungsangebot, das direkt in die App eingebettet ist. Was ist ein ETF — also ein Fonds, der einen Index wie den DAX nachbildet? Was ist eine Dividende? Worauf sollte ich beim ersten Kauf achten? Diese Fragen muss man bei Joe Broker nicht erst googeln. Die Antworten stecken bereits in der App: Videos, Erklärungen, Strategien — aufbereitet für Menschen, die noch ganz am Anfang stehen.

Der Ansatz von Joe Broker setzt bewusst früher an als bei der Konkurrenz. Viele andere Anbieter setzen voraus, dass der Nutzer schon weiß, was er tut. Das Hemmnis ist oft nicht mangelndes Geld, sondern mangelndes Vertrauen — und genau dieses Vertrauen soll die App schrittweise aufbauen.

„Wir wollen insbesondere Kunden, die gerade erst einsteigen wollen ins Wertpapiergeschäft, eine möglichst einfache Lösung geben.“

Das Bildungsangebot ist dabei kein Bonus, sondern Kernbestandteil des Produkts. Erklärvideos, Hintergrundinfos, Investment-Stories — all das findet der Nutzer direkt in der App, ohne die Plattform verlassen zu müssen.

Für wen lohnt sich Joe Broker — und für wen nicht?

Joe Broker ist kein Allrounder. Wer professionelle Trading-Tools, komplexe Ordertypen oder Margin-Handel braucht, ist hier fehl am Platz. Ein Gemeinschaftsdepot, Kinderdepot oder Firmendepot ist aktuell noch nicht möglich. Daytrader und Hochfrequenzhändler werden mit Joe Broker nicht glücklich werden.

Aber für die meisten Menschen, die einfach anfangen wollen, sieht die Rechnung anders aus: Du willst regelmäßig in einen ETF-Sparplan einzahlen, Wertpapiere günstig kaufen und dabei nicht das Gefühl haben, von einem Broker überfordert zu werden? Dann ist Joe Broker eine ernstzunehmende Option — besonders weil du als Einsteiger hier genau das bekommst, was andere Broker nicht mitbringen: einen echten begleiteten Start.

Lars selbst gibt übrigens einen klaren Einsteiger-Tipp für den Start mit Joe Broker:

„Ich würde immer nur gucken, ist das so ein bisschen Spielgeld — das Seriöse würde ich immer in breit gestreuten ETFs anlegen.“

Sein konkreter Vorschlag: ein weltweit anlegender ETF mit Schwerpunkt Nordamerika und Europa, regelmäßig bespart. Einzeltitel nur mit einem kleinen Betrag zum Ausprobieren. Grundsolide — und genau der Ton, der bei diesem Neo-Broker insgesamt durchklingt.

Was bedeutet das für dich als Anleger?

Das ist kein Hype-Produkt. Es ist der ernsthafte Versuch einer etablierten Bank, den Einstieg in den Wertpapiermarkt so einfach zu machen, dass auch Menschen ohne Börsenkenntnisse mitmachen können. Wer sich mal durch die Apps mancher Konkurrenten geklickt hat, weiß: Der Einstieg ist oft alles andere als intuitiv.

Ob Joe Broker langfristig gegen Trade Republic, Scalable Capital oder finanzen.net Zero bestehen kann, wird die Zeit zeigen. Der Start ist gelungen, der Wachstumskurs stimmt, und das PFOF-freie Modell ist eine echte Positionierung — keine Notlösung. Kein neuer Vertrag, keine Preisanpassung, keine bösen Überraschungen nach Juni 2026.

Wer gerade überlegt, sein erstes Depot zu eröffnen, findet bei Joe Broker zumindest einen ehrlichen Ausgangspunkt: günstig, begleitet, transparent.

Fazit & Key Takeaways

Joe Broker ist der Neo-Broker der TARGOBANK — gestartet im Juli 2025, gemacht für Einsteiger, gebaut auf den Fundamenten einer Großbank. Das Preismodell ist transparent, der Verzicht auf PFOF glaubwürdig, und das Bildungsangebot in der App ist ein echter Mehrwert für alle, die noch am Anfang stehen. Ob man am Ende hier oder bei einem anderen Anbieter landet, ist eine persönliche Entscheidung — aber an diesem Neo-Broker kommt man bei der Recherche nicht mehr vorbei.



Deine Key Takeaways:

 

  • Joe Broker ist eine Marke der TARGOBANK — du investierst mit dem Rückhalt einer regulierten Großbank.
  • Orders ab 1 € (gettex), Depot und Kontoeröffnung kostenlos, ETF-Sparpläne von Premium-Partnern gratis.
  • Kein Payment for Order Flow — transparente Preise, auch nach dem EU-Verbot im Juni 2026.
  • Börsenwissen direkt in der App — ideal für alle, die ohne Vorkenntnisse starten wollen.
  • Tipp von Lars Brennholt: breit gestreuter, weltweit anlegender ETF + regelmäßiger Sparplan.

Häufige Fragen

Joe Broker ist die mobile Brokerage-App der TARGOBANK, gestartet im Juli 2025. Joe Broker ermöglicht den Handel mit Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen und Derivaten an fünf deutschen Börsenplätzen — ab 1 Euro pro Order über gettex. Depot und Verrechnungskonto werden kostenlos bei der Baader Bank eingerichtet. Einlagen sind bis 100.000 Euro gesetzlich geschützt, Wertpapiere gelten als Sondervermögen.

Ja. Joe Broker ist eine Marke der TARGOBANK AG, die unter Aufsicht der BaFin und der Europäischen Zentralbank steht. Kundengelder auf dem Verrechnungskonto sind durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt. Joe Broker ist kein Startup — hinter der App steht eine der größten Privatkundenbanken Deutschlands.

Payment for Order Flow (PFOF) bezeichnet Zahlungen von Handelsplätzen an Broker, damit diese Orders dorthin weiterleiten — mit dem Risiko eines für den Anleger ungünstigen Kurses. Ab Juni 2026 wird PFOF in Deutschland verboten. Joe Broker verzichtet schon heute darauf: Das Preismodell bleibt transparent und stabil, ohne Anpassungen nach dem Verbot.

Joe Broker richtet sich vor allem an Börseneinsteiger und kostenbewusste Anleger, die eigenständig und ohne Beratung investieren möchten. Wer regelmäßig ETF-Sparpläne besparen oder günstig Aktien kaufen will, findet hier eine attraktive Lösung. Nicht geeignet ist Joe Broker für Daytrader oder Anleger, die komplexe Ordertypen oder professionelle Analyse-Tools benötigen.

Disclaimer:

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die genannten Beispiele, Einschätzungen und Strategien sind allgemeiner Natur und berücksichtigen nicht deine persönliche Situation.
Investitionen in Wertpapiere, Fonds, ETFs oder andere Anlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Triff deine Entscheidungen eigenverantwortlich und informiere dich bei Bedarf zusätzlich, z. B. bei einer unabhängigen Honorarberatung oder Steuerberatung.

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