Die Frage „Einzelaktien oder ETF“ beschäftigt jeden Anleger, der mehr aus seinem Geld machen möchte als ein Indexfonds verspricht – aber nicht weiß, wo der Einstieg liegt. Lukas, Geschäftsführer der Aktiengehalt AG, war auf der Invest-Messe Stuttgart und hat im Gespräch mit Lukas Langer von Investier oder Verlier erklärt, wie sein Team genau das möglich macht: systematisches Stockpicking mit denselben Kennzahlen, die Profis nutzen. Du lernst hier, welche drei Strategien dahinter stecken, wo KI hilft – und wo nicht – und warum der erste Schritt wichtiger ist als das erste Buch.
Auf einen Blick:
- Einzelaktien können ETF-Strategien schlagen – mit der richtigen Strategie, dem passenden Tool und echter Leidenschaft.
- Aktienguide bildet täglich drei erprobte Strategien ab: Dividende (Röhl), Value & Momentum (Lebermann) und Wachstum (Waldhauser/HGI).
- KI eignet sich zum Brainstorming und für Earnings-Call-Zusammenfassungen – ersetzt professionelle Analyse-Tools noch nicht.
- Dividenden sind nicht sicher: Selbst Qualitätsunternehmen haben in der Corona-Krise Dividenden ausgesetzt.
- Der erste Schritt zählt mehr als das erste Buch: Einfach anfangen – das Wissen kommt mit der Zeit.
Was bedeutet Einzelaktien oder ETF? Die Entscheidung Einzelaktien oder ETF beschreibt, ob du gezielt in einzelne Unternehmen investierst (Stockpicking) oder breit gestreut über börsengehandelte Indexfonds (ETFs) – mit unterschiedlichen Anforderungen an Zeit, Wissen und Risikotoleranz. |
Inhaltsverzeichnis
Warum die Frage Einzelaktien oder ETF keine einfache Antwort hat
„Stellt euch vor, für 12,90 Euro habt ihr die gleichen Tools wie ein Goldman Sachs-Profi.“
— Lukas Langer
Das klingt nach einem Versprechen – und es ist auch eines. Denn genau darum geht es bei der Entscheidung Einzelaktien oder ETF: nicht um die Frage, was besser ist, sondern für wen und unter welchen Voraussetzungen.
Das klingt nach einem Versprechen – und es ist auch eines. Denn genau darum geht es bei der Entscheidung Einzelaktien oder ETF: nicht um die Frage, was besser ist, sondern für wen und unter welchen Voraussetzungen.
Wann ETF die bessere Wahl ist – und wann nicht
Ein weltweit gestreuter ETF liefert langfristig solide Renditen mit deutlich weniger Zeitaufwand als Stockpicking. Der MSCI World gilt als Benchmark – und das aus gutem Grund: Breite Diversifikation über viele hunderte Unternehmen schützt vor Einzelrisiken.
Wer wenig Zeit hat, kein Interesse an Geschäftsmodellen mitbringt und trotzdem Vermögen aufbauen möchte, ist mit einem breit gestreuten ETF gut bedient. ETF bedeutet nicht schlechter – es bedeutet anders.
Was Stockpicking wirklich bedeutet – und welche Voraussetzungen du brauchst
Stockpicking ist kein Glücksspiel – jedenfalls nicht, wenn du es richtig angehst. Lukas beschreibt es klar: Du musst für das Thema brennen. Du musst bereit sein, Quartalszahlen zu lesen, Geschäftsmodelle zu verstehen, und du brauchst einen langen Anlagehorizont.
Vor allem brauchst du Volatilitätstoleranz. Wachstumstitel mit einem Enterprise Value von 1–10 Milliarden können stark schwanken – das ist strukturell anders als bei etablierten Dividendenwerten. Wer das nicht aushält, sollte sich diese Frage zuerst stellen – noch vor der Strategiewahl.
Drei erprobte Aktienstrategien – und welche zu dir passt
Aktienguide bildet drei Strategien ab, die von etablierten Investoren entwickelt wurden und auf der Plattform täglich neu berechnet werden. Sie unterscheiden sich fundamental – im Ziel, in den Kennzahlen und in der Zielgruppe.
Die Dividendenstrategie nach Christian Röhl – für Ruhe im Portfolio
Die Dividendenstrategie filtert täglich aus einem globalen Aktienuniversum die Titel mit den besten Dividendenkennzahlen. Der Score berücksichtigt nicht nur die aktuelle Dividendenrendite, sondern auch Kennzahlen, die die Sicherheit der Dividende abbilden.
Laut Lukas (Geschäftsführer, Aktiengehalt AG) haben selbst Qualitätsunternehmen in der Corona-Krise reihenweise ihre Dividenden ausgesetzt. Das ist kein Randproblem – es ist strukturell. Ein hoher Cashflow und eine niedrige Ausschüttungsquote sind deshalb wichtiger als eine attraktive Rendite auf dem Papier.
Diese Strategie eignet sich für Anleger, die Ausschüttungen wollen und dafür mehr Ruhe im Portfolio in Kauf nehmen. Aktienguide gibt dabei keine Handelsempfehlungen – der Score zeigt die Kennzahlenlage, die Entscheidung triffst du.
Die Lebermann-Strategie – Value trifft Momentum
Die Strategie nach Susan Lebermann kombiniert klassische Value-Kennzahlen mit Momentum-Faktoren. Täglich wird ein Score berechnet, der signalisiert: halten, kaufen oder verkaufen.
Wichtig: Das bedeutet kein tägliches Trading. Die Strategie orientiert eher auf wöchentlicher Basis – Aktien können aus dem Filteruniversum herausfallen, wenn sich die Kennzahlenlage ändert. Wer tiefer in Value-Investing einsteigen möchte, findet hier einen strukturierten Ansatz.
High Growth Investing (HGI) nach Stefan Waldhauser – für Wachstumstitel
Die HGI-Strategie ist speziell auf Software- und Technologieunternehmen ausgelegt – auch solche, die noch keinen Gewinn ausweisen. Statt KGV und Dividende stehen andere Kennzahlen im Vordergrund: Bruttomarge, Umsatzwachstum und die Rule of 40.
Die Rule of 40 ist eine Kernkennzahl für Wachstumsunternehmen: Sie addiert die Umsatzwachstumsrate und die Profitmarge. Ein Wert über 40 gilt als gesund. Diese Kennzahl ist besonders relevant für Software-Unternehmen ohne aktuellen Gewinnausweis, weil sie Wachstum und Effizienz gleichzeitig bewertet.
Explizit: Die HGI-Strategie ist ungeeignet für Banken und REITs. Auf diese Titel angewendet liefert sie sinnlose Ergebnisse. Die Strategie setzt außerdem einen längeren Anlagehorizont und eine höhere Volatilitätstoleranz voraus.
Aktienanalyse-Tool: Wie der Aktienguide diese Strategien täglich berechnet
Hinter Aktienguide steht kein Algorithmus, der blind optimiert – sondern ein System, das drei etablierte Investmentphilosophien täglich auf einem globalen Aktienuniversum anwendet.
Tägliche Scores statt stundenlanger Recherche – wie der Screener funktioniert
Aktienguide berechnet täglich Scores für über 7.000 Aktien nach drei Strategien. Das Ergebnis: ein klares Signal – grün, gelb, rot. Wer die Dividendenstrategie verfolgt, sieht auf einen Blick, welche Titel aktuell die besten Kennzahlen aufweisen.
Dazu kommt ein Screener, der es ermöglicht, das globale Aktienuniversum nach eigenen Kriterien zu filtern. Das spart Zeit – und gibt Einsteigern und erfahrenen Anlegern gleichermaßen Orientierung.
KI-gestützte Earnings-Call-Zusammenfassungen – Quartalszahlen in 45 Sekunden
Laut Lukas (Geschäftsführer, Aktiengehalt AG) verschaffen sich Berufstätige mit der Funktion in rund 45 Sekunden einen fundierten Überblick über Quartalszahlen. Transkripte, Press Releases und Analystenkommentare werden automatisiert zusammengefasst – inklusive der Kernfragen, die Analysten im Call gestellt haben.
Wer neben einem Vollzeitjob investiert, kennt das Problem: Earnings Calls dauern oft eine Stunde, die Präsentationen sind umfangreich. Diese Funktion löst ein reales Problem – nicht als Ersatz für eigene Analyse, sondern als strukturierter Einstieg.
KI in der Aktienanalyse – was sie kann und wo sie an Grenzen stößt
KI ist in aller Munde – auch in der Aktienanalyse. Aber was kann sie wirklich leisten?
„KI würde ich noch nicht nutzen und stumpf auf den Rat der KI vertrauen. Also den jetzt zu ersetzen mit einer professionellen Meinung oder einem Tool komplett.“
— Lukas (Geschäftsführer, Aktiengehalt AG)
Stärken von KI – Brainstorming und schnelle Zusammenfassungen
KI ist stark dort, wo es um Überblick und Geschwindigkeit geht. Einen Sektor analysieren, erste Aktienideen entwickeln, Earnings-Call-Zusammenfassungen lesen – das sind valide Einsatzbereiche. Aktienguide nutzt KI bereits intern in der Entwicklung und hat die Earnings-Call-Funktion als ersten KI-Baustein in die Plattform integriert.
Schwächen von KI – Kennzahlen visualisieren, Aktienvergleich, Kontextwissen
Wo KI an Grenzen stößt: Wenn es darum geht, verschiedene Kennzahlen schnell zu visualisieren, Aktien direkt mit Indizes zu vergleichen oder tiefe Kontextanalysen durchzuführen – sind klassische Analyse-Plattformen aktuell überlegen.
Lukas erklärt es pragmatisch: Du musst der KI erst Wissen geben, bevor sie dir etwas zurückgeben kann. Wer keine spezifischen Prompts kennt, bekommt generische Antworten. Spezialisierte Tools wie Aktienguide liefern die richtigen Insights an der richtigen Stelle – ohne dass du erst wissen musst, welche Frage du stellen sollst.
Als Einsteiger mit Einzelaktien starten – der erste Schritt zählt mehr als das erste Buch
Wer noch nicht investiert – aber weiß, dass er es tun sollte – steckt oft in der gleichen Falle: zu viel lesen wollen, zu wenig anfangen.
„Einfach loslegen und die Zeit wird dann das Wissen bringen. Das Schlimmste ist es, wenn man sich 20 Bücher kauft und die alle erstmal lesen will, bevor man sich dann den Account aufmacht.“
— Lukas (Geschäftsführer, Aktiengehalt AG)
Wie Lukas selbst angefangen hat – und was er heute anders machen würde
Lukas startete mit seinem ersten Job, einem Betrag, der sich für ihn persönlich gut angefühlt hat – und einem Tipp eines Freundes. Er kaufte Microsoft früh, verkaufte zu früh. Er kaufte Henkel, verkaufte auch. Was er beschreibt, ist keine Heldengeschichte – sondern eine Lernkurve.
Das Entscheidende: Er fing an. Die Strategie kam mit der Zeit. Für Einsteiger, die sich fragen, wo sie ansetzen sollen, empfiehlt er genau das, was Aktienguide bietet: strukturierte Orientierung durch Übersichtsseiten und kostenlosen Content.
Dein nächster Schritt: Strategie wählen, Account öffnen, loslegen
Aktienguide bietet kostenlose Inhalte auf aktien.guide – Übersichtsseiten, Strategiebeschreibungen, Kennzahlen-Erklärungen. Wer sein erstes Depot eröffnen möchte, findet dort eine sinnvolle Ergänzung zum Einstieg.
Kein Schritt ist zu klein. Kein Betrag ist zu gering. Und kein Tool ersetzt den Moment, in dem du zum ersten Mal eine Aktie kaufst – und siehst, wie sich ein echter Kurswert bewegt.
Fazit – Einzelaktien oder ETF? Am Ende kommt es auf dich an
Einzelaktien oder ETF – diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Sie hängt von dir ab: von deiner Zeit, deiner Leidenschaft, deinem Anlagehorizont und deiner Risikobereitschaft.
Was dieses Gespräch zeigt: Stockpicking ist kein Mythos – aber es erfordert ein System. Aktienguide liefert genau das: tägliche Scores, drei erprobte Strategien, einen KI-gestützten Earnings-Überblick. Kein Wundermittel, aber ein ernsthaftes Werkzeug für Anleger, die wissen wollen, was hinter den Zahlen steckt.
- ETFs bieten Diversifikation und geringen Aufwand – solide für die meisten Anleger.
- Einzelaktien bieten Chancen auf Mehrrendite – mit höherem Aufwand und Risiko.
- Aktienguide bringt professionelle Kennzahlensysteme in ein zugängliches Format.
- KI ist Ergänzung, kein Ersatz für strukturierte Analyse.
- Der erste Schritt ist wichtiger als die perfekte Strategie.
Hör dir die vollständige Episode von Investier oder Verlier an. Mehr zum Thema findest du in unseren Artikeln über breit gestreute ETF-Strategien und Dividendenstrategien für Privatanleger.
Häufige Fragen
Kann man mit Einzelaktien wirklich mehr Rendite erzielen als mit einem ETF?
Ja, grundsätzlich ist das möglich – aber es erfordert eine klare Strategie, ein verlässliches Kennzahlensystem und echte Leidenschaft für das Thema. Wer diese Voraussetzungen nicht mitbringt, ist mit einem breit gestreuten ETF langfristig besser bedient. Das Risiko eines falschen Stockpickings ist real – und schlägt sich direkt im Portfolio nieder. Aktienguide hilft dabei, Entscheidungen auf Basis von täglich aktualisierten Kennzahlen zu treffen – keine Anlageberatung, aber eine strukturierte Grundlage.
Welche Aktienanalysestrategie ist die richtige für Einsteiger – Dividende, Value oder Wachstum?
Das hängt von deiner Risikobereitschaft, deinem Zeithorizont und deiner Leidenschaft ab. Die Dividendenstrategie bietet ein ruhigeres Portfolio mit regelmäßigen Ausschüttungen – aber Dividenden sind nicht garantiert. Die Lebermann-Strategie kombiniert Value und Momentum und eignet sich für Anleger mit etwas mehr Erfahrung. Die HGI-Wachstumsstrategie ist die volatilste Option – für Anleger mit langem Horizont und hoher Risikotoleranz. Empfehlung: Schau dir alle drei einmal an, bevor du dich entscheidest.
Was ist die Rule of 40 – und warum ist sie für Wachstumsaktien wichtig?
Die Rule of 40 ist eine Kennzahl für Wachstumsunternehmen. Sie addiert die Umsatzwachstumsrate und die Profitmarge. Ein Wert über 40 gilt als gesund. Besonders relevant ist sie für Software-Unternehmen ohne aktuellen Gewinnausweis – weil sie Wachstum und Effizienz gleichzeitig bewertet und einen Vergleich ermöglicht, den das klassische KGV in diesem Segment nicht liefern kann.
Wie sicher sind Dividenden wirklich – und welche Kennzahlen zeigen mir das?
Dividenden sind nicht garantiert. Selbst Qualitätsunternehmen haben in der Corona-Krise reihenweise ihre Ausschüttungen ausgesetzt oder gekürzt. Relevante Kennzahlen für die Dividendensicherheit sind Cashflow, Ausschüttungsquote und der Dividendensicherheitsscore – wie er etwa auf aktien.guide abgebildet wird. Eine hohe Dividendenrendite allein sagt wenig über die Nachhaltigkeit der Ausschüttung aus.
Kann ich KI für die Aktienanalyse nutzen – oder brauche ich ein spezielles Tool?
Beides hat seinen Platz. KI ist hilfreich für Brainstorming, erste Sektoranalysen und Earnings-Call-Zusammenfassungen. Für schnellen Kennzahlenvergleich, Visualisierung von Daten und strukturierte Strategieanwendung ist ein spezialisiertes Tool wie aktien.guide aktuell überlegen. Laut Lukas (Geschäftsführer, Aktiengehalt AG) sollte man KI nicht als vollständigen Ersatz für professionelle Analyse-Tools verwenden – sondern als Ergänzung.
Disclaimer:
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die genannten Beispiele, Einschätzungen und Strategien sind allgemeiner Natur und berücksichtigen nicht deine persönliche Situation.
Investitionen in Wertpapiere, Fonds, ETFs oder andere Anlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Triff deine Entscheidungen eigenverantwortlich und informiere dich bei Bedarf zusätzlich, z. B. bei einer unabhängigen Honorarberatung oder Steuerberatung.

