Verteidigungsbudgets auf Rekordhoch. Rüstungskonzerne mit dreistelligen Kursgewinnen. Und eine öffentliche Debatte, die kaum jemand offen führen will.
Wer in den letzten zwei Jahren Rüstungsaktien im Depot hatte, hat damit erhebliche Renditen erzielt. Wer sie aus moralischen Überzeugungen gemieden hat, hat diese Gewinne liegen gelassen. Beides ist eine gültige Entscheidung – solange sie auf einer Abwägung basiert und nicht auf einem Reflex.
Robert Halver, einer der bekanntesten Kapitalmarktanalysten im deutschsprachigen Raum, hat auf dem Börsentag München im April 2026 eine klare Haltung eingenommen: Rüstung hat eine moralische Dimension – aber nicht die, die viele erwarten. Lukas von Investier oder Verlier hat mit Halver gesprochen, und das Gespräch liefert genau die nüchterne Einordnung, die in dieser Debatte fehlt.
Drei Fragen, eine nüchterne Antwort: Lohnt sich Rüstungsaktien investieren noch? Ist es vertretbar? Und was gehört konkret ins Depot?
Rüstungsboom an der Börse – Was steckt hinter dem Trend?
Verteidigungsausgaben steigen weltweit. Hinter dem Trend steckt keine Panikmache – sondern Haushaltspolitik, die auf Jahrzehnte angelegt ist. Bestimmte Unternehmen haben davon konkret profitiert. Ihre Aktienkurse sprechen eine klare Sprache.
Von der Blechbüchsenarmee zur Zeitenwende – Deutschlands Militärbudget im Wandel
Deutschland hat seine Streitkräfte über Jahrzehnte systematisch geschwächt. Robert Halver bringt es direkt auf den Punkt: Böse formuliert eine Blechbüchsenarmee – ein Zustand, der jetzt strukturell korrigiert wird. Das Militärbudget steigt, die Bundeswehr bekommt Ausrüstung, und dieser Prozess läuft nicht über ein, zwei Jahre.
Unternehmen im Bereich Rüstung und Verteidigung bekommen langfristige staatliche Aufträge. Konjunkturzyklen spielen kaum eine Rolle – der Bedarf ist politisch beschlossen, nicht marktgetrieben. Stabile Cashflows sind die Folge.
Langfristiger Trend oder kurzfristiger Boom? Warum Militärausgaben strukturell steigen
Halver ist eindeutig: Es wird weiter aufgerüstet. Die Militärbudgets sind gewaltig. Der Rüstungsboom hatte starke Kursgewinne – und es gab Rücksetzer. Aber langfristig ist die Richtung klar: Staaten, die jahrelang unterinvestiert haben, müssen aufholen. Das dauert.
Die Frage ist nicht ob, sondern wie viel. Und für Anleger, die darüber nachdenken in Verteidigungsaktien Europa oder global zu investieren, ist das die entscheidende Rahmenbedingung.
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Häufige Fragen
Was ist ein Klumpenrisiko bei ETFs?
Ein Klumpenrisiko entsteht, wenn ein großer Teil deines Portfolios von wenigen Aktien, Branchen oder Ländern abhängt. Im MSCI World machen z.B. US-Aktien über 70 % aus, und Tech-Werte dominieren stark. Wenn dieser Sektor schwächelt, trifft es das gesamte Depot.
Ist „100 % Aktien“ eine gute Strategie?
Für junge Anleger mit langem Horizont kann das sinnvoll sein, aber es ist riskant. Aktien schwanken stark. Wer das Geld bald braucht oder schlecht schläft, wenn das Depot 50 % im Minus ist, sollte Anleihen oder Gold als „Stoßdämpfer“ beimischen.
Brauche ich mehrere ETFs zur Diversifikation?
Nein, meistens nicht. Ein einziger weltweiter ETF (wie der MSCI ACWI oder FTSE All-World) deckt bereits tausende Unternehmen ab. Mehrere ETFs erhöhen oft nur den Aufwand und die Kosten, ohne das Risiko signifikant zu senken.
Wie viel Krypto gehört in ein Portfolio?
Markus Jordan spricht davon, Krypto nur als kleine Beimischung zu sehen, etwa bis zu 5 % des Portfolios. Es ist eine hochspekulative Anlageklasse, die enorme Chancen, aber auch das Risiko eines Totalverlusts birgt.
Was ist der Home-Bias?
Der Home-Bias ist der Fehler, zu stark in heimische Aktien (z.B. DAX) zu investieren, weil man die Firmen kennt. Das erhöht das Risiko, da man sich zu sehr von der wirtschaftlichen Lage eines einzigen, oft kleinen Landes abhängig macht.
Disclaimer:
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die genannten Beispiele, Einschätzungen und Strategien sind allgemeiner Natur und berücksichtigen nicht deine persönliche Situation.
Investitionen in Wertpapiere, Fonds, ETFs oder andere Anlagen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Triff deine Entscheidungen eigenverantwortlich und informiere dich bei Bedarf zusätzlich, z. B. bei einer unabhängigen Honorarberatung oder Steuerberatung.

